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Polens Wirtschaft wächst konstant

In einer Zeit der Hochkonjunktur konnte sich die PiS abermals den Wahlsieg sichern. Was das für die Wirtschaft bedeutet? Wir haben bei Experten nachgefragt.

Warschau
© Aleksander, stockadobe Warschau, die Hauptstadt Polens, das mit 38,2 Millionen Einwohnern ein gewaltiger Markt ist.

Eine Erhöhung des Kindergelds, des Mindestlohns, der Renten und vieles mehr – vor der Wahl Mitte Oktober hat die amtierende Regierung aus dem Vollen geschöpft und großzügig Wahlzuckerl verteilt. Zuckerl, die aus wirtschaftlicher Sicht langfristig nicht durchdacht erscheinen und mit Kosten in Höhe von etwa 9,3 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Eine Summe, die das Land aber angesichts der guten Wirtschaftslage wohl wegstecken kann. „Denn die Wirtschaft wird auch in nächster Zukunft äußerst stabil bleiben“, weiß Johanna Breinesberger, Stellvertretende Wirtschaftsdelegierte in Warschau. „Für die nächsten zwei Jahre geht man jedenfalls von einem Wachstum von drei Prozent aus.“ Und auch die Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich bzw. der Steiermark florieren: So wurden im Jahr 2018 Waren im Wert von 630 Millionen Euro aus der grünen Mark nach Polen exportiert – ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Importe aus Polen haben sogar um satte 49 Prozent (!) auf knapp 765 Millionen Euro zugelegt. 

Die Wachstumsbranchen

Größtes Wachstum gibt es im Automotive-Bereich: Die großen Player – Magna, AVL oder TCM – sind vor Ort. Und so werden etwa Komponenten für die Elektrifizierung in Polen gebaut, die in der Steiermark verbaut werden. „Der Bildungsgrad ist in Polen sehr hoch, es gibt viele Studenten sowie neue Unternehmen und die Steiermark verfügt im Gegenzug über das benötigte Know-how“, weiß TCM-Chef Manfred Kainz, der sich als Außenhandelsobmann und Honorarkonsul für die steirisch-polnischen Beziehungen einsetzt.

Guten Boden hat auch der Stainzer Fruchtsafthersteller Grünewald vorgefunden, als er 1994 den ersten Schritt nach Polen tat. Heute betreibt die Firma dort zwei Werke, in denen insgesamt 230 Mitarbeiter etwa eine Million Kilogramm Früchte pro Tag verarbeiten können. „Polen ist wichtiger Lieferant von Früchten und Gemüse und wir finden dort einen Wachstumsmarkt vor“, so Julia Grünewald

Trotz Wirtschaftshoch gibt es für das Land aber dennoch so manche Herausforderung: „Unklar ist etwa die Entwicklung der Inflation und wie es weitergeht, wenn die Konjunktur abflaut und wenn es weniger EU-Förderungen gibt“, berichtet Breinesberger. Weitere Knackpunkte: Polens Umgang mit der Meinungs- und Medienfreiheit, die bereits die EU auf den Plan gerufen hat, sowie die Spaltung der Gesellschaft. „Die Zeichen deuten darauf hin, dass PiS ihre natürliche Grenze bereits erreicht haben könnte und es eine kritische Masse gibt, die anders denkt“, so Breinesberger.

Das sagen Polenexperten zum Wahlergebnis

Die polnische Wirtschaft ist aktuell so robust, dass es – egal was die Regierung nun macht – wohl gar nicht zu größeren Ausfällen kommen kann. 
Julia Breinesberger, Stv. Wirtschaftsdelegierte in Warschau
Die Wahlergebnisse in Polen haben sich in der Vergangenheit nicht auf auf die Wirtschaftsbeziehungen ausgewirkt, und das werden sie auch jetzt nicht.
Manfred Kainz, Außenhandelsobmann und Honorarkonsul von Polen


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