th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Pioniere der Technik

Seit 1. Mai 1917 dürfen technisch ausgebildete Menschen in Österreich den Titel „Ingenieur“ tragen. Wir blicken zurück auf 100 Jahre weiß-grüne Pionierarbeit.

Technik und Kreativität
© Sergey Nivens - Fotolia Seit 100 Jahren dürfen technisch Ausgebildete den Titel "Ingenieur" tragen.
Es war im März 1917, als Österreichs letzter Kaiser, Karl I., per Verordnung hierzulande den „Ingenieurstitel“ auch außerhalb des Militärs und der Beamtenschaft einführte (siehe auch Faksimile unten): Im Gesetzblatt vom 14. März wurde genau festgelegt, wer ab 1. Mai 1917 den Titel tragen dürfe. Seither sind exakt 100 Jahre vergangen – Grund genug für die „Steirische Wirtschaft“, sich auf die Suche nach herausragenden weiß-grünen Ingenieursleistungen und ihren Pionieren zu machen.
Kein Ort wäre dafür geeigneter als das Archiv der Technischen Universität Graz: Von Erzherzog Johann gegründet, wird hier bereits seit 1811 technische Ausbildung betrieben. „Als am südöstlichsten gelegene technische Lehranstalt der Mo­narchie hat die TU Graz Mitteleuropa, vor allem aber auch dem Balkan ihren Stempel aufgedrückt“, erklärt der Historiker und  TU-Graz-Archivar Bernhard Reismann. Damit war die Murmetropole für zahlreiche Studierende des Balkans erste Anlaufstelle – unter anderem auch für einen gewissen Nikola Tesla.Der serbisch-stämmige gebürtige Kroate studierte ab 1875 in Graz und kam hier auch mit dem Feld seiner späteren Entwicklungen – der Elektrotechnik – in Kontakt. Sein Studium an der TU hat er allerdings nicht abgeschlossen – und so hätte er auch rückwirkend nicht den Ingenieurstitel beantragen können, wie es beispielsweise der Papierindustrielle Viktor Czerweny-Arland machte, der von 1896 bis 1901 an der TU studierte. „Er war der erste Absolvent, der um den Titel ansuchte, das war im Juni 1917“, erzählt Reismann. Czerweny-Arland, der die Zündholzfabriken in Stainz und Deutschlandsberg zur „Solo-Zündwaren- und Wichsenfabriken AG“ ausgebaut hatte, wurde damit zum ersten „Ingenieur“ der neuen Regelung. Mit der Erfindung des ersten „Zündholz-Automaten“ zeigte er Innovationsgeist – ein Attribut, das Ingenieure bis heute auszeichnet.
Vielen weiteren Technikpionieren wurde in der Folge der Titel und seine akademisch-vertiefte Form „Diplomingenieur“ verliehen: Etwa Richard Zsigmondy, der an der TU als Assistent wirkte und 1926 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Oder Otto Nußbaumer, dem 1904 die weltweit erste drahtlose Übertragung von Musik – also die erste „Radiosendung“ – in Graz glückte.
Neben diesen exemplarischen Einzelleistungen erlangten über die Jahre beispielsweise auch die steirischen Architektur-Ingenieure (Ferdinand Schuster, „Grazer Schule“) internationale Bekanntheit. Auch im Bauwesen hat sich Know-how aus der Steiermark durchgesetzt: Der Wasserbau-Ingenieur Hermann Grengg  zeichnet für etliche Kraftwerke an der Mur, aber auch in Kaprun verantwortlich. Christian Veder, ein Bauingenieur und TU-Professor in den 1960er-Jahren, war ein Pionier seines Faches: Noch heute kommen hunderte internationale Experten zu einem nach ihm benannten Kolloquium nach Graz. Und nicht zuletzt wurde auch die „Neue österreichische Tunnelbaumethode“ in der Steiermark entwickelt: eine Technik, die heute weltweit eingesetzt wird und wurde – vom Gotthard-Basistunnel bis zur  U-Bahn in Washington, D.C. Die Paradedisziplin in Graz war aber wohl der Maschinenbau – an der Spitze mit AVL-Gründer Hans List. Ebenfalls noch heute bekannt sind die Produkte des TU-Absolventen Martin Hilti, der – ebenso wie Kraftwerksbauer Grengg – aber auch eine NS-Vergangenheit hat.
Ingenieur nach 100 Jahren aufgewertet

Bei so viel Techniktradition ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die HTL als Schulform als österreichisches Unikum entwickelt hat – und zukünftige Ingenieure ausbildet. Diesen Weg hat auch WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk eingeschlagen. „Für mich zeichnen einen Ingenieur sein Erfindergeist und die Lust am Entdecken aus“, sagt Herk. „Deshalb freut es mich auch sehr, dass der Ingenieur seit 1. Mai 2017 nun auf der gleichen Stufe wie der Bachelor steht.“ Mehr Informationen dazu: www.ingzert.at

Zitat Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark:

„Die Aufwertung des Ingenieurs auf die Stufe des Bachelors ist ein tolles Geschenk zum 100er.“

Von Klaus Krainer

Das könnte Sie auch interessieren

  • Steiermark
Newsportal Big Business mit unendlichen Weiten

Big Business mit unendlichen Weiten

Graz ist dieser Tage „Weltraumhauptstadt“. Wolfgang Rathgeber von der ESA weiß, wo hier Chancen für steirische KMU stecken. mehr

  • Steiermark
Newsportal Know-how als  steirische Goldmine

Know-how als steirische Goldmine

Die heimische Wirtschaft investiert europaweit am meisten Geld in Forschung und Entwicklung. Wie daraus neue Wertschöpfung entsteht – und warum man auch ohne eigenes Labor hochinnovativ sein kann. mehr

  • Steiermark
Newsportal Der große Profit der Special  Olympics

Der große Profit der Special Olympics

Am Dienstag starten die „World Winter Games“ in Graz, Ramsau und Schladming. Das weltweit größte Sportereignis des Jahres 2017 ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Der größte Gewinn dabei ist sogar völlig steuerfrei. mehr