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Ohne Meldung kein Anspruch auf Karenz

Wenn eine Mutter die Karenz nicht fristgerecht meldet, wirft das arbeitsrechtliche Fragen auf. Die Antworten im Überblick.

Mutter mit Baby
© Fotolia Eine Karenz bietet die Möglichkeit, sich eine Zeit lang ganz dem Nachwuchs zu widmen.

Endlich ist das Baby da! Zwischen Fläschen und Babywäsche vergessen junge Mütter immer wieder darauf, die geplante Karenz ihrem Chef rechtzeitig bekanntzugeben. Und treten damit eine Welle arbeitsrechtlicher Fragen los. Wir haben mit WKO-Rechtsexpertin Alexandra Richter über die Folgen gesprochen.

Grundsätzlich gilt: Wenn die Arbeitnehmerin es ausdrücklich verlangt, hat er bzw. sie Anspruch auf Karenz bis zum zweiten Geburtstag des Kindes – vorausgesetzt, es besteht ein gemeinsamer Haushalt mit dem Baby. Wer wie in den meisten Fällen direkt im Anschluss an das Beschäftigungsverbot – landläufig unter „Mutterschutz“ bekannt – in Karenz gehen möchte, „muss Beginn und Dauer der Karenz spätestens bis am letzten Tag der Schutzfrist dem Arbeitgeber bekannt geben“, weiß Richter. Die Schutzfrist beträgt in der Regel acht bzw. zwölf, längstens aber sechszehn Wochen nach der Geburt des Kindes.

Frist versäumt

Gibt die Dienstnehmerin also nicht fristgerecht ihre Karenzpläne bekannt, muss sie die Arbeit am ersten Tag nach dem Ende der Schutzfrist antreten oder das Dienstverhältnis beenden. „Eine Karenz kann dann nur noch mit Zustimmung des Arbeitgebers vereinbart werden“, sagt die Juristin.

Wer einfach ohne Karenzmeldung nach der Schutzfrist zu Hause bleibt, riskiert, seinen Job zu verlieren: „Das ungerechtfertigte Fernbleiben stellt selbst dann einen Entlassungsgrund dar, wenn rechtzeitig Kinderbetreuungsgeld beantragt und bezogen wird“, verweist Richter auf §12 Abs 2 Z1 MSchG (Mutterschutz-Gesetz).

Bleibt der Dienstnehmer unentschuldigt der Arbeit fern, sollte der Arbeitgeber sofort aktiv werden, „sonst besteht die Gefahr des Zustandekommens einer schlüssigen Karenzvereinbarung“, warnt Richter. Konkret sollte der Chef den Dienstnehmer sofort schriftlich auffordern, unverzüglich seine Arbeit anzutreten oder binnen einer Frist den Grund für sein Fernbleiben bekanntzugeben (z. B. Krankenstandsbestätigung).

Reagiert der Dienstnehmer nicht, sollte ihn der Chef erneut zum Arbeitsantritt auffordern. „Nach vier Monaten nach der Geburt ist der Ausspruch der Entlassung ohne vorherige gerichtliche Zustimmung möglich“, schließt Richter.

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