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Österreicher trotzen globalem Trend und bleiben bei Sparbuch

Beim Sparen geht Österreich als einziges Industrieland eigene Wege: Während weltweit nur rund 42 Prozent vom frischen Spargeld in die Banken gingen, flossen hierzulande knapp 80 Prozent in Bankeinlagen.

© APA 80 Prozent frischer Spargelder flossen in Bankeinlagen

Auch wenn sich rund herum die Finanzwelt verändert, die Österreicher bleiben ihrem Sparbuch treu. Während weltweit 2017 nur mehr 42 Prozent der frischen Spargelder zu den Banken gelenkt wurden, flossen in Österreich knapp 80 Prozent in Bankeinlagen. Damit war Österreich das einzige Industrieland, wo Aktien und Investmentfonds nicht boomten, heißt es im neuen Allianz Vermögensreport.

Mit den Spareinlagen konnte im Vorjahr allerdings die Inflation nicht mehr kompensiert werden. Die reale Rendite des Geldvermögens fiel auf 0,1 Prozent. "Die Rückkehr der Inflation ist Gift für die 'Sparbuch-Sparer', die privaten Sparanstrengungen sind hierzulande praktisch im Sand verlaufen", so Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich, zu den Ergebnissen des aktuellen Allianz Global Wealth Reports, der Geldvermögen und Verschuldung der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert.

Im Durchschnitt der letzten sechs Jahre erzielten die österreichischen Haushalte demnach eine reale Rendite von weniger als 1 Prozent. Dies sei mit Abstand der schlechteste Wert im gesamten Euroraum.

Österreichs Haushalte konnten aber auch als Schuldner vom Zinsverfall nur wenig profitieren. Seit Beginn der geldpolitischen Lockerung steht ein Minus von 14 Mrd. Euro bei den Nettozinseinkommen zu Buche. Über alle Sektoren betrachtet reduzierte sich dieses Minus dank der heimischen Unternehmen auf 3 Mrd. Euro. Mit 51,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegt Österreichs Schuldenstandsquote so niedrig wie in keinem anderen Industrieland der Welt.

Das Brutto-Geldvermögen der Österreicher stieg 2017 mit 3,3 Prozent nur etwas stärker als im Jahr davor. Zugleich schwächte sich das Wachstum der Verbindlichkeiten auf 2 Prozent ab. Das Netto-Geldvermögen wuchs somit um 3,8 Prozent. Mit einem Netto-Geldvermögen von 53.980 Euro pro Kopf liegt Österreich in der Rangliste der 20 reichsten Länder unverändert auf dem 17. Platz, einen Rang vor Deutschland. An der Spitze thront wieder die Schweiz mit 173.990 Euro vor den USA mit 168.640 Euro pro Kopf. Weltweit wuchs das Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte kräftig um 7,7 Prozent und erreichte eine Gesamthöhe von 168 Billionen Euro.

2017 war trotz zunehmender politischer Spannungen ein nahezu perfektes Jahr für die Anleger, so die Allianz. Damit gehe aber die Post-Krisen-Ära unwiderruflich zu Ende, die Zeichen stünden auf Sturm: "Höhere Zinsen, Handelskonflikte und eine zunehmend populistische Politik verursachen Spannungen und Turbulenzen. Die ersten Monate dieses Jahres haben darauf schon einen Vorgeschmack gegeben", so Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.

Im weltweiten Anlageverhalten kam es 2017 zu einer bemerkenswerten Wende: Nachdem die Sparer Aktien und Investmentfonds in den Nachkrisenjahren unterm Strich weitgehend ignorierten, flossen im vergangenen Jahr erstmals wieder frische Gelder im nennenswerten Umfang in diese Vermögensklasse. Mit knapp einem Fünftel lag ihr Anteil an der Neuanlage sogar höher als in den Vorkrisenjahren.

Wertpapiere zeigten im Vorjahr mit 12,2 Prozent das mit Abstand stärkste Wachstum aller Vermögensklassen. Insgesamt stieg ihr Anteil an den gesamten weltweiten Ersparnissen auf 42 Prozent. Spiegelbildlich zur Wiederentdeckung der Kapitalmärkte verloren die Bankeinlagen: Nur noch 42 Prozent der Neuanlage wurde zu den Banken gelenkt. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 63 Prozent.

Anders als in den Jahren zuvor hat sich 2017 auch das weltweite Vermögenswachstum entwickelt. Während es in den Industrieländern, allen voran den USA, um mehr als einen Prozentpunkt zulegte, ging es in den Schwellenländern um drei Prozentpunkte zurück, nicht zuletzt, weil sich das Vermögenswachstum in China erheblich verlangsamte.

2017 gingen rund 44 Prozent des globalen Zuwachses im Brutto-Geldvermögen der Haushalte auf das Konto der USA - und nur noch rund 25 Prozent auf das Konto Chinas. Allein in China gelang seit dem Jahr 2000 aber rund 500 Millionen Menschen der Aufstieg in die globale Vermögensmittelklasse. Noch einmal mehr als 100 Millionen können sich heute sogar schon der globalen Vermögensoberklasse zurechnen. Die letzten beiden Jahrzehnte der stürmischen Globalisierung ließen weltweit eine neue Vermögensmittelklasse entstehen, zu der schon fast 1,1 Milliarden Menschen zählen - mehr als doppelt so viele wie zur Jahrtausendwende.

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