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Ökostrom treibt die Netzgebühren in die Höhe

Die Kosten für den Ausgleich der Schwankungen aus Ökostromkraftwerken sind 2017 regelrecht explodiert: Jetzt steigt die Netzgebühr um fast 25 Prozent.

Um die Stabilität der Stromnetze gewährleisten zu können, muss immer mehr Geld aufgewendet werden. Der Grund dafür ist der enorm volatile Ökostrom.
© Erwin Wodicka - Fotolia Um die Stabilität der Stromnetze gewährleisten zu können, muss immer mehr Geld aufgewendet werden. Der Grund dafür ist der enorm volatile Ökostrom.
Keine guten Nachrichten vom Strommarkt: Die Netzgebühren steigen 2018 stark an, insbesondere in den wirtschaftsrelevanten Netzebenen 3 bis 5: Hier sind Verteuerungen von rund 13,5 Prozent (Netzebene 5), 16 (Netzebene 4)  und  23 Prozent (Netzebene 3) zu stemmen. Grund dafür ist, dass der heimische Netzbetreiber „Austrian Power Grid“ (APG) immer mehr Geld in das sogenannte Engpassmanagement stecken muss. Unter diesem Begriff fasst man – vereinfacht gesagt – alle Maßnahmen zusammen, die ergriffen werden müssen, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Denn Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen hat einen großen Nachteil: Die erzeugte Strommenge weist enorme Schwankungen auf. Kommen große Mengen Strom – noch dazu dezentral – ins Netz, muss diese Menge mit herkömmlichen Kraftwerken „abgefangen“ werden – sonst könnte das Netz zusammenbrechen. „Je mehr Ökostrom also ins Netz eingespeist wird, umso mehr muss man auch mit konventionellen Kraftwerken erzeugen, um die Stabilität zu gewährleisten“, erklärt auch der Energieexperte vom Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung, Ewald Verhounig.

Die Kosten dafür sind im letzten Jahr regelrecht explodiert: Von 2016 auf 2017 haben sie sich mehr als verdreifacht, sind von 28,8 auf 93,4 Millionen Euro hinaufgeschnellt. Diese Gelder sollen nun über höhere Netzgebühren eingebracht werden – und hier will die APG vor allem die Wirtschaft zur Kasse bitten. „Die Kosten werden hier zum großen Teil auf Gewerbe und Industrie abgeschoben“, kritisiert Verhounig. Während etwa die Gebühren für Privathaushalte  (Netzebene 7) lediglich um 2,9 Prozent steigen, greife man den produzierenden Betrieben im Vergleich fast zehn Mal so tief in die Tasche. „Das ist eine kurzsichtige Vorgehensweise, denn gerade für die energieintensive Industrie in der Steiermark sind derartige Erhöhungen ein Faktor, der mittelfristig gegen unseren Standort spricht“, gibt Verhounig zu bedenken.
Gerade diese Unternehmen stünden im nationalen, aber auch internationalen Wettbewerb und sollten nicht über Gebühr belastet werden. Die WKO fordert deshalb, die anstehenden Kosten zu gleichen Teilen auf alle Netzebenen zu verteilen, wie Vizepräsident Andreas Herz betont: „Alle Kundengruppen profitieren gleichermaßen vom Engpassmanagement. Darum sollten prozentuell alle gleich viel beitragen.“ Auch in den betroffenen Unternehmen wird die Abwälzung der Kosten scharf kritisiert – etwa bei der Krenhof AG und bei der Marienhütte.

Das sagen die Unternehmer:

Matthias Hartmann, Krenhof AG: „Wir haben für diese drastische Erhöhung wenig Verständnis. Jede Kostenerhöhung ist standortfeindlich. Das führt langfristig zur Absiedelung der energieintensiven Industrie.“

Markus Ritter, Marienhütte: „Uns kostet die Erhöhung heuer rund eine halbe Million Euro zusätzlich. Damit wurde die ohnehin schon bestehende Benachteiligung des Standortes Steiermark im Österreich-Vergleich einzementiert.“

Andreas Herz, Vizepräsident WKO Steiermark: „Die Volatilität etwa von Wind- und Sonnenkraftwerken verursacht diese enorm steigenden Netzkosten. Hier muss künftig das Verursacherprinzip zur Diskussionsgrundlage werden.“

Von Klaus Krainer

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