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Niederlande: Gutes Pflaster für Innovation

Das weltoffene Land bietet seit jeher einen guten Boden für Unternehmertum. Wir haben beim Wirtschaftsdelegierten nach den aktuellen Entwicklungen gefragt.

Amsterdam
© stockadobe Amsterdam, die Hautpstadt der Niederlande, ist in vielen Bereichen Vorreiter.

Die Niederlande sind seit Jahrhunderten ein Land der Händler und Kaufleute mit Beziehungen in die ganze Welt. Und auch heute gilt es als fortschrittlich, liberal und offen für Neues. 

„Das Land zählt zu den Innovationsführern in Europa und es gibt ein ausgezeichnetes Ökosystem für Start-ups“, berichtet Peter Fuchs, Wirtschaftsdelegierter in Den Haag. „Traditionelle Stütze der niederländischen Wirtschaft sind Agrarexporte, die mit mehr als 100 Milliarden Euro im weltweiten Vergleich nur noch von den USA übertroffen werden.“ Obwohl sich das Wirtschaftswachstum nach der Hochkonjunkturphase der letzten Jahre wohl etwas einbremsen wird, rechnet man für 2020 noch immer mit einem Plus von 1,4 Prozent. Und damit wird es auch weiterhin über dem EU-Durchschnitt liegen. 

Dass das Land als Wirtschaftsstandort so attraktiv ist, liegt auch an der leistungsfähigen Infrastruktur: Das Autobahn- und Schienennetz ist bestens ausgebaut, in Rotterdam befindet sich der größte Hafen Europas und der Flughafen Amsterdam Schipol ist Knotenpunkt für Flüge in alle Welt. Seit ein paar Jahren gibt es auch eine direkte Flugverbindung von Graz nach Amsterdam (siehe Interview unten). „Davon profitieren sowohl exportorientierte steirische Unternehmen als auch der Tourismus“, so Fuchs.

Intensive Beziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und den Niederlanden sind ausgeprägt, und sie nehmen weiter zu: „Das gesamte bilaterale Außenwirtschaftsvolumen von Waren und Dienstleistungen liegt mittlerweile bei über elf Milliarden Euro“, berichtet Fuchs. „2018 erzielten Österreichs Exporte im dritten Folgejahr einen Rekordwert und ich gehe davon aus, dass diese im Jahr 2019 erstmals bei mehr als drei Milliarden Euro liegen werden.“ 

In den Niederlanden stünden in den kommenden Jahren zahlreiche Investitionen an, so Fuchs. Etwa im Bereich Tech-Innovation, Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Wohnungsbau, aber auch bei Energieeffzienz und erneuerbarer Energien. Der Markt sei aber auch für hochwertige Lifestyle-Produkte, Nahrungsmittel und Getränke aufnahmefähig. Allesamt Wirtschaftsbereiche, in denen sich auch für Unternehmen aus Österreich beziehungsweise der Steiermark Chancen auftun könnten. 

Schon jetzt gibt es 175 Niederlassungen österreichischer Betriebe in den Niederlanden. Und mehr als 2.000 heimische Unternehmen exportieren regelmäßig Waren und Dienstleistungen. Eines davon ist Nuki, das mit seinen elektronischen Türschlössern und Smart-Home-Lösungen im Jahr 2017 auf dem niederländischen Markt durchstartete. Dabei arbeitet das Grazer Unternehmen mit Partnern vor Ort zusammen. „Die Niederlande sind für uns deshalb ein spannender Markt, weil eine gute Produktkompatibilität gegeben ist. Außerdem signalisieren bei den Niederländern verschiedenste Indikatoren eine hohe Bereitschaft für Smart-Home-Produkte“, berichtet Nuki-Geschäftsführer Martin Pansy. „Dies zeigt sich auch in unseren Geschäftszahlen, mit denen wir sehr zufrieden sind.“ Neben den Niederlanden legt das  60 Mitarbeiter zählende Unternehmen seinen Fokus auch auf die anderen Länder
Europas. 

Interview: Nonstop von Graz nach Amsterdam

Amsterdam ist nur knapp zwei Flugstunden von Graz entfernt. Wir haben mit Guido Hackl, Österreich-Manager der Fluglinie KLM, gesprochen.

Seit 2017 fliegt KLM einmal täglich nonstop vom Flughafen Graz nach Amsterdam. Wie hat sich diese Strecke bewährt?

Hackl: Wir können mit dem Passagieraufkommen zufrieden sein. Im Sommer liegt die Auslastung der Strecke bei etwa 90 und im Winter bei 75 Prozent. Als wir 2017 mit den Flügen auf dieser Strecke  begonnen haben, stellten wir einen starken Boom an Kurzurlauben fest. Aber auch für Unternehmen ist diese Strecke äußerst attraktiv. 

Was bieten Sie Ihren Business-Kunden?

Hackl: Bei unserem Blue-Biz-Programm sammeln Unternehmen, die mit KLM fliegen, mit ihren Flügen Punkte. Das Besondere daran ist es aber, dass es nicht nur großen Unternehmen, die viel fliegen, Vorteile bringt. Es ist auch ganz speziell auf KMU ausgelegt.

Wie wichtig ist die Verbindung Graz-Amsterdam für die heimische Wirtschaft?  

Hackl: Der Amsterdamer Flughafen Schipol agiert als Hub mit Anschlüssen an bedeutende  Destinationen in der ganzen Welt. So bieten wir beispielsweise sehr gute Verbindungen nach Großbritannien, Skandinavien und in die USA mit wichtigen Städten wie Atlanta, Boston, Minneapolis, New York und Salt Lake City. 

Im Zuge der Klimadiskussion gerät die Luftfahrt immer wieder ins Visier der Kritik. Wie kann sie umweltfreundlicher werden?

Hackl: 2019 war Air France/KLM zum wiederholten Mal an der Spitze des Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex: Wir bieten CO2-Kompensationszahlungen, die etwa die Wiederaufforstung  von Regenwald in Panama unterstützen. Zudem forcieren wir den Umstieg auf neue Flugzeugtypen, die um 25 bis 30 Prozent weniger Emissionen ausstoßen. Wir arbeiten mit Forschern zusammen, um den Ausstoß noch weiter zu senken, und wir setzen auf Biotreibstoff.

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