th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Neuer General am Steuer

Seit 1. Juli führt Klaus Scheitegel als Generaldirektor die Geschicke der Grazer Wechselseitigen Versicherung. Wir haben mit dem Juristen und gebürtigen Leobener im Antrittsinterview ausführlich über seinen Werdegang und die Zukunft der Versicherungsbranche gesprochen.

Der Leobner Klaus Scheitegel ist der neue Generaldirektor der Grazer Wechselseitigen.
© Foto Fischer Der Leobner Klaus Scheitegel ist der neue Generaldirektor der Grazer Wechselseitigen.

Herr Scheitegel, Sie führen nun die Grazer Wechselseitige als Generaldirektor. Wie sind Sie eigentlich zur Versicherung gekommen? 

Klaus Scheitegel: Ich bin seit 1993 im Unternehmen. Eigentlich war es eine Übergangsstelle bis ich als Jurist bei einer Anwaltskanzlei in Wien begonnen hätte. Die Arbeit bei der GRAWE hat mir aber gefallen, weil sie so vielfältig war und ist.

Das heißt sie haben die GRAWE von der Pike auf gelernt? 

Scheitegel: Genau, 1996 hat mir Othmar Ederer die Chance für ein erstes Auslandsprojekt in Ungarn gegeben und von dort ist es Schritt für Schritt weitergegangen. Damals habe ich mich auf den KFZ-Bereich spezialisiert. 2007 ging ich dann als Vorstand nach Slowenien. 

Wird das internationale Thema für ihr Haus in Zukunft eine größere Rolle spielen? 

Scheitegel: Ja und Nein. Ja, weil wir es aufgebaut haben. Nein, weil ich auch auf dem Heimatmarkt noch Wachstumschancen sehe. Wir sind in 13 Auslandsmärkten tätig, ich sehe aber keinen neuen Markt der sich aufdrängt. Wir würden nicht nach Russland oder nach Weißrussland gehen, aber die Märkte die wir haben werden wir ausbauen. Wir haben etwa heuer den KFZ-Markt in Rumänien erschlossen und machen das nun auch in Serbien.

Sie sehen im österreichsichen Heimatmarkt noch Potenzial. Das ist aber dann eher ein Verdrängungswettbewerb... 

Scheitegel: Das stimmt schon. Es kommen aber auch neue Entwicklungsfelder im Rahmen der Digitalisierung hinzu. Aber wir müssen auch schauen, dass wir mehr Kunden gewinnen als der Mitbewerb. 

Die Grawe ist ja in den Regionen stark vertreten. Stehen gerade beim Vertriebsnetz angesichts der Digitalisierung größeren Umbauten an? 

Scheitegel: Wir haben einen anderen, nämlich einen positiven Zugang zur Digitalisierung. Dadurch dass wir zum Beispiel eine Direktbank auf den Markt gebracht haben, haben wir 20 Arbeitsplätze geschaffen. Im Versicherungsbereich wollen wir es so handhaben, dass wir die Digitalisierung mit einer Personalisierung verbinden. Das heißt, wir wollen die modernen Kommunikationsmittel nutzen, aber der Versicherung ein Gesicht geben. Dafür brauchen wir unsere Mitarbeiter. Es heißt immer, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze vernichtet. Das glaube ich nicht, die Arbeitsplätze werden aber anders sein. Einen Kahlschlag gibt es bei uns nicht, denn eine Maschine kann nicht auf den Kunden eingehen. 

Wo sehen Sie weitere inhaltliche Schwerpunkte? 

Scheitegel: Ein Thema ist Cybercrime, hier sind wir in einem Evaluierungsprozess, wo wir uns ansehen welche Gefahren auf uns zukommen. Das zweite große Feld ist die Digitalisierungsprozess im Fahrzeugbereich. Einzelne Schadensbilder wie der Auffahrunfall verschwinden, dafür werden wir vielleicht in Zukunft mit Softwarefehlern kämpfen müssen. 

Würden Sie ein autonomes Auto versichern? 

Scheitegel: Wir machen das schon längst. Die Testfahrzeuge die derzeit in der Steiermark unterwegs sind versichern wir bereits und darauf sind wir sehr stolz. Unser versicherungstechnischer Ansatz ist, dass es kein risikoloses Fahrzeug gibt, es ist vielmehr eine Frage, wer die Verantwortung trägt. Wer ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass im Fahrzeug die richtige Software mit allen Updates aufgespielt ist? Ist  es der Hersteller oder der Halter? Wir haben außerdem viele Bereiche die nicht vollautomatisiert werden können, etwa der Fußgänger und der Fahrradfahrer.

Wie wird sich die Lebensversicherung entwickeln? 

Scheitegel: Das ist das wichtigste Kundengespräch überhaupt, nämlich das Vorsorgegespräch. Da sind wir in einer Niedrigzinsphase die den ganzen Markt trifft und es kommt immer darauf an was der Kunde will. Wir merken, dass fondsgebundene Lösungen derzeit nachgefragt werden. Dafür haben wir eigene Produkte entwickelt. 

Pflege ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Glauben Sie, dass es auf eine zusätzliche Pflichtversicherung hinauslaufen wird? 

Scheitegel: Das ist eine gute Frage. Es ist nicht unbedingt unser Geschäftsfeld, das betrifft jene Versicherungen die auch Krankenversicherungen anbieten. Momentan behilft man sich ja mit der Demographie des Ostens, wo Arbeitskräfte genutzt werden. Mit der Überalterung der Gesellschaft bin ich der Meinung, dass diese Pflichtversicherung kommen könnte. 

Viel ändert sich auch beim Klima und die Naturkatastrophen. Wird man sich in Zukunft noch eine Hochwasserversicherung leisten können?

Scheitegel: Das ist für uns ein Dauerthema, besonders zu dieser Jahreszeit. Der stärkste Hagelschaden im Vorjahr hat uns in der Südoststeiermark getroffen und 20 Millionen Euro gekostet. Wenn dieser Tag jedes Jahr stattfinden würde, dann könnte es dazu führen, dass man bei den Prämien etwas machen muss.  

Wird es einen Unterschied zwischen dem alten Generaldirektor Othmar Ederer und dem neuen Generaldirektor Klaus Scheitegel erkennen? 

Scheitegel: Das ist eine schwierige Frage. Sie werden natürlich einen Unterschied erkennen, weil wir unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Sie werden keinen Unterschied in der Wertbeständigkeit und in der Ausrichtung des Unternehmens erkennen. Es wird keinen Paradigmenwechsel geben. Der Übergang wird ein sehr langer sein. Es wäre töricht diese Kompetenz aufzugeben, das wäre mein erster großer Kardinalsfehler. 
Interview: MALU, NEM

Das könnte Sie auch interessieren

  • Handel
Newsportal „6 Tage für 60 Euro“: Große Test-Aktion für Elektro-Autos

„6 Tage für 60 Euro“: Große Test-Aktion für Elektro-Autos

„6 Tage E-Auto fahren für 60 Euro“: 1.000 Aktionspakete stehen bereit, um den Steirern richtig Gusto auf E-Mobilität zu machen. mehr

  • Gewerbe und Handwerk
Newsportal Eine Business-Jacke für alle Fälle

Eine Business-Jacke für alle Fälle

Lifestyle und Business müssen kein Widerspruch sein: Herbert Pölzl hat eine businesstaugliche Funktionsjacke entwickelt. mehr

  • Transport und Verkehr
Newsportal Autopfleger drücken die Schulbank

Autopfleger drücken die Schulbank

Ein schmutziges Fahrzeug ist ein wortloser Schrei nach Reinigung. Und diese übernehmen zunehmend Autoaufbereiter, die jetzt im WIFI ausgebildet werden. mehr