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Neue Regierung nach altem Muster

Endlich: Österreichs wichtigster Wirtschaftspartner Deutschland hat mehr als fünf Monate nach der Bundestagswahl wieder eine neue (alte) Regierung.

Deutscher Reichstag
© pitsch22, stock adobe Der Reichstag ist Sitz des Deutschen Bundestages. Jetzt gibt es endlich wieder eine Regierung.

Deutschland hat gewählt und Kanzlerin Angela Merkel hat es trotz massivem Gegenwind noch einmal geschafft, die deutsche Regierung abermals unter das Dach einer Großen Koalition aus Union (CDU/CSU) und der SPD zu bringen. Mit der erfolgreichen Abstimmung unter den Mitgliedern beider Parteien über die Regierung ist der Weg nun frei für weitere vier Jahre „Groko“. 

Was lange währt, wird endlich gut – ob dem nach einem Verhandlungsmarathon von über fünf Monaten nun wirklich auch so ist, haben wir im österreichischen Außenwirtschaftscenter in Berlin nachgefragt. „Zunächst ist die Bevölkerung jetzt einmal erleichtert, dass es endlich eine Regierung gibt“, berichtet Heinz Walter, der österreichische Wirtschaftsdelegierte. „Die beiden größten Parteien, Union und SPD, haben Erfahrung, Persönlichkeiten und Rückhalt in der Bevölkerung und sollten stabil die volle Legislaturperiode regieren können.“ 

Gute wirtschaftliche Lage

Die Ausgangssituation ist jedenfalls eine gute: Denn die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem stabilen Hoch: So liegt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Jahr 2017 bei etwa 2,5 Prozent, und auch für 2018 rechnet man nach wie vor mit einem Plus von 2,3 Prozent. Auch deutsche Unternehmen blicken positiv in die Zukunft, der Außenhandel ist stark, die privaten Konsumausgaben steigen, es gibt Reallohnzuwächse und die Arbeitslosigkeit hat den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung im Jahr 1991 erreicht. Der eine oder andere Schatten könnte sich aber dennoch über den Wirtschaftsstandort legen: So hat der Diesel-Skandal das Image der Autobauer-Nation angekratzt und die Folgen der daraus entbrannten Diesel-Debatte werden Deutschland wohl noch länger auch politisch beschäftigen. Zudem gibt es einen Rückstau bei Investitionen, im Digitalen liegt unser Nachbarland nur im EU-Mittelfeld und das Gefälle zwischen dem Westen und dem Osten des Landes ist nach wie vor groß. So ist die Wertschöpfung je Einwohner in den östlichen Bundesländern um ein Viertel geringer. 

„Und obwohl die deutsche Wirtschaft natürlich von der EU-Politik – Stichwort EZB-Zinsen –, den Auswirkungen betreffend USA bzw. vom Brexit und von den Erdölpreisen bzw. der Dollar-Euro-Relation abhängt, sehe ich die Entwicklung Deutschlands durchwegs positiv“, blickt Walter optimistisch im die Zukunft. „Als sehr starke Exportnation sollte das Land von den guten europäischen und globalen Konjunkturaussichten profitieren können.“ Zukunftsbranchen seien Automotive, Energie, Bildung, Gesundheit, IT und der Handel.

Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Österreich

30,5 Prozent aller österreichischen Exporte gehen nach Deutschland. Damit ist das Nachbarland der mit Abstand wichtigste Außenhandelspartner Österreichs. Von Jänner bis August 2017 stiegen die Exporte nach Deutschland von 26,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro. Auch die Importe legten von 33 auf 35,6 Milliarden Euro zu. Die wichtigsten heimischen Warenlieferungen sind Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge – also Kraftmaschinen und zugehörige Ausrüstungen, wie Motoren und Kfz-Zubehör, sowie elektrische Maschinen. Darüber hinaus auch Metallwaren, Eisen, Stahl, Papier, medizinische Erzeugnisse und Konsumgüter. Umgekehrt sind es ebenso Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge, genauso wie Fertig- und Metallwaren, chemische Erzeugnisse sowie Mineralbrennstoff und Schmiermittel. 


Kontakt Außenwirtschaftscenter Berlin 

0049/302575750, berlin@wko.at

Außenwirtschaftscenter gibt es zudem in Frankfurt, München, Dresden, Düsseldorf und Stuttgart.

Von Petra Mravlak


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