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Alles neu: Italiens stabile Instabilität

Bei Österreichs zweitwichtigstem Handelspartner wurden die politischen Karten neu gemischt. Wir haben nachgefragt, was das für steirische Firmen bedeutet.

Kolosseum
© Nicola Forenza, AdobeStock Rasche Machtwechsel im „ewigen Rom“: In Italien hält sich eine Regierung durchschnittlich 1,1 Jahre.

Italien hat eine neue Regierung – die 66. seit 1946. Und zwar ohne Matteo Salvini und seiner Lega. Mit dem Plan, die Koalition mit der „Fünf-Sterne-Bewegung“ zu sprengen und von Neuwahlen zu profitieren, hat er sich selbst ins Aus geschossen. Stattdessen wurde nun eine neue Koalitionsregierung – aus den fünf Sternen und der sozialdemokratischen Partitio Democratico (PD) – unter  Giuseppe Conte angelobt. „Die Märkte reagierten erfreut, die Beliebtheitswerte Contes im Land sind hoch und man erwartet eine Annäherung an Europa“, berichtet Gudrun Hager, Wirtschaftsdelegierte in Mailand. „Das neue Regierungsprogramm setzt auf Digitalisierung, Entbürokratisierung und einen Green Deal. Ein gesetzlicher Mindestlohn steht ebenso auf der Agenda wie eine Senkung der Lohnnebenkosten.“

Die Zeit drängt

Nun gilt es, rasch zu handeln: So muss der EU-Kommission bis Mitte Oktober ein stabiles Haushaltsbudget vorgelegt werden. „Über 20 Milliarden Euro müssen aufgebracht werden“, so Hager. „Italien zeigt sich aber nun entschlossen, in den Verhandlungen mit der EU eine Einigung zu finden.“ Auch die Unternehmen im Land erwarten sich nun die rasche Umsetzung der Ankündigungen – von der Steuerreform über die F&E-Förderung bis zur Digitalisierung. Denn die Wirtschaft stagniert und auch das Exportwachstum ist gedämpft. „Der italienische Konsument gibt weniger Geld aus, die Industrie meldet Auftragsrückgänge und die Investitionstätigkeit ist schwach“, fasst Hager zusammen. „Ausgezeichnet geht es aber dem Tourismus, auch die Arbeitslosenrate hat den niedrigsten Wert seit 2012.

Nachbarschaftliche Beziehungen

Eine Entwicklung, die auch für Österreich von großer Bedeutung ist. Schließlich ist das Nachbarland zweitwichtigster Handelspartner und drittwichtigste Exportdestination. Die Direktinvestitionen heimischer Unternehmen in Italien steigerten sich 2018 um 28 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro und der gegenseitige Warenaustausch hat sich seit 1995 mehr als verdoppelt. Auch steirische Firmen sind ganz vorn mit dabei: So hat der Grazer Beleuchtungsspezialist XAL seit 2015 eine Niederlassung in Bozen und seit Juni eine in Mailand. „Bis Anfang 2020 stocken wir den Mitarbeiterstand in Italien von acht auf zehn auf“, berichtet Georg Gabrielli, der für den Standort verantwortlich ist. „Italien ist für XAL einer der wichtigsten Märkte Europas, es gibt viele internationale Architekturbüros, die Kunden etwa aus Russland oder dem Mittleren Osten bedienen.“

Von Petra Mravlak



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