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Neue Eskalationsstufe im Streit der Drucker

Während vor der Druckerei Klampfer Demonstranten aufmarschierten, steht die Belegschaft geschlossen hinter ihrer Chefin Daniela Klampfer.

Die Belegschaft der Druckerei Klampfer. Im Vordergrund WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk mit Firmenchefin Daniela Klampfer
© Foto Fischer Die Belegschaft steht buchstäblich hinter ihrer Chefin Daniela Klampfer. Rückendeckung kommt auch von WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk.

„Keine Arbeit ohne KV.“ „Streik: Yes we can.“ „Meine Familie braucht mein Einkommen.“ Mit markigen Sprüchen auf großen Transparenten und zu den Klängen der „Internationalen“ marschierten am Mittwoch Demonstranten vor dem Betriebsgebäude der Druckerei Klampfer in St. Ruprecht an der Raab auf. Doch es sind nicht Mitarbeiter aus dem Betrieb, die „für bessere Arbeitsbedingungen“ auf die Straße gehen, wie „die Steirische Wirtschaft“ vor Ort feststellte. Es sind Personen aus dem gesamten Bundesgebiet  – darunter Kärnten, Wien und der Steiermark –, die teilweise in Bussen zur Demo gekarrt wurden. Allerdings letztlich doch nicht in der großen Anzahl wie kolportiert: Statt der angekündigten 500 Demonstranten dürften es rund 250 sein, die mit Trillerpfeifen und Trommelwirbel auf sich aufmerksam machten.

Interessant: Unter den lautstarken Demonstranten war so mancher gar nicht aus dem Druckergewerbe. Wenig verwunderlich, wurde die Demo doch von der Gewerkschaft auf sozialen Medien wie Instagram entgeltlich beworben.

Hintergrund ist der schwelende Konflikt um den Kollektivvertrag für das Druckergewerbe. Nachdem der Kollektivvertrag im Juni ausgelaufen war, hat die Firmenchefin Daniela Klampfer – als wichtige regionale Arbeitgeberin von 100 Beschäftigten – Einzelverträge mit ihren Mitarbeitern geschlossen. Darauf hat die Gewerkschaft mit einem Flugzettel mit dem Konterfei der Unternehmerin reagiert, der die angesehene Unternehmerin an den Pranger stellte und persönlich diffamierte. Mit der Demo wurde nun seitens der Gewerkschaft weiter an der Eskalationsschraube gedreht.

In der Druckerei selbst schüttelt man den Kopf. Prokurist Franz Vorraber zählt mit 41 Jahren Betriebszugehörigkeit fast zum Inventar – und versteht die Aufregung nicht: „Die gesamte Belegschaft zeigt sich solidarisch mit Daniela Klampfer. Ein deutlicheres Signal kann es nicht geben.“ So haben die Mitarbeiter eine Solidaritätsaktion in sozialen Medien gestartet. Auch im Gespräch mit der „Steirischen Wirtschaft“ bekennen sich langjährige Mitarbeiter klar zu ihrem Betrieb.

Rückendeckung kommt weiterhin von WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, der sich bei einem Betriebsbesuch vor Ort selbst ein Bild von den Umständen in der Druckerei gemacht hat: „Die Gewerkschaft versucht hier, mit zum Teil untergriffigen Aktionen von außen Unfrieden zu stiften.“ Auch Regionalstellenobmann Vinzenz Harrer springt für die angesehene Unternehmerin in die Bresche: „Mit einer sachlichen Debatte haben diese persönlichen Angriffe gegen Daniela Klampfer nichts zu tun“, schließt er.

Was hinter dem Konflikt steckt

Im Juni ist der Kollektivvertrag für die Drucker erloschen. Seither ringt man um Lösung.

Hintergrund der Demonstration vor der Druckerei Klampfer ist der seit längerem schwelende Konflikt um einen neuen Kollektivvertrag. Es gab bereits mehrere Verhandlungsrunden, allerdings ist der vom Fachverband Druck jüngt vorgezeichnete Weg zum Abschluss eines neuen Kollektivvertrags von den aktuellen Kampfmaßnahmen der Gewerkschaft torpediert und massiv gefährdet worden.

Ingeborg Dockner, Obfrau des Fachverbands Druck in der WKÖ, erklärt: „Wir haben der Gewerkschaft mitgeteilt, dass wir an einer demokratischen Willensbildung unserer Mitgliedsunternehmen und Ländergruppen intensiv arbeiten – und dass das bis November dieses Jahres erledigt sein wird. Wir haben weiters angeboten, dass die Gewerkschaft im Sinne umfassender, schneller Information ihre Position dazu  allen Unternehmen direkt darlegt. Dass anstelle dessen jetzt gezielte Kampfmaßnahmen stattfinden, ist sachlich nicht gerechtfertigt undkontraproduktiv.“

Im konkreten Fall betont Daniela Klampfer, „dass meine Mitarbeiter bestens geschützt und fair entlohnt werden.“ Ihr Ziel seien faire Arbeitsbedingungen für beide Seiten, um das Unternehmen auch langfristig zukunftsfit zu halten.

Autorin: Karin Sattler

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