th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

"Nächsten zehn Jahre werden ein Turbo"

Nils Müller, CEO von TrendOne und Keynote-Speaker am WKO-Unternehmertag, ist als Trendforscher bekannt. Wir haben mit dem Hamburger in die Zukunft geblickt und dabei Chancen und Risiken für Unternehmen ausgelotet.

Trendforscher Nils Müller (TrendOne) im Gespräch
© Jorj-Konstantinov Trendforscher Nils Müller (TrendOne) im Gespräch.

Herr Müller, Ihr Vortrag nennt sich Zukunftsreise 2027. Was erwartet uns alles auf dieser Reise?
Nils Müller: Wir werden in den nächsten zehn Jahren eine riesige Beschleunigung erleben. Was die letzten 20 Jahre Digitalisierung war, ist jetzt Automatisierung. Wir befinden uns in einer nächsten, großen Welle der Innovation. In zehn Jahren werden sich 50 Prozent aller Berufsbilder verändert haben. Das ist die größte wirtschaftliche und industrielle Revolution aller Zeiten.

In welchen Bereichen wird diese enorme Beschleunigung auftreten?
Müller: Beinahe überall. In manchen Branchen wird man diese Veränderungen zwar erst später spüren – frei nach dem Prinzip „Lange Lunte und lauter Knall“ –, dafür aber umso heftiger. Nehmen wir zum Beispiel die Logistik, hier stehen durch automatisiertes Fahren und andere Innovationen gewaltige Veränderungen bevor.Diese enorme Beschleunigung kann man vor allem in Städten wie Dubai oder Singapur sehen, wo man die Automatisierung zum Beispiel an dem Einsatz von autonomen Autos wahrnehmen kann, die schon fast zum Alltag gehören.

Was raten Sie also Unternehmern? Wie können Sie in diesem enormen Innovationsprozess Schritt halten?
Müller: Drei Phasen sind wichtig, um der Beschleunigung standzuhalten. An erster Stelle steht die Neugier: Man sollte die Augen für Neues öffnen und schauen, was in den nächsten zehn Jahren auf uns zukommt. Diese Zeitspanne ist nämlich ein spannender Horizont, denn denken Sie nur zehn Jahre zurück: Das iPhone wurde gerade erfunden, soziale Netzwerke wie Facebook traten auf. Das alles hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Deshalb kommt es in der zweiten Phase auch darauf an, aus den Beobachtungen Ideen für das eigene Unternehmen mitzunehmen und zu überlegen, was diese Innovationen künftig für die eigene Firma bedeuten. Phase drei bündelt schließlich die Erkenntnisse aus Phase eins und Phase zwei. Es geht nun darum, diese neuen Ideen anzuwenden und dadurch für das eigene Unternehmen einen Mehrwert zu schaffen.

Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung aber auch, sich neu aufzustellen. Wie schafft man hier die richtigen Strukturen?
Müller: Am wichtigsten ist es, den Mitarbeitern Freiraum zum Experimentieren zu geben. Viele große Konzerne bauen eigene Start-up-Labs, um den Mitarbeitern zu ermöglichen, Neues auszuprobieren. Außerdem braucht es eine Fehlerkultur, und das ist vor allem im deutschsprachigen Raum schwierig. An letzter Stelle stehen klare Innovationsprozesse. Wir müssen nach links und rechts blicken, um Innovation und Fortschritt in das eigene Unternehmen zu integrieren.

Braucht es dafür aber nicht auch Veränderungen in der gesamten Gesellschaft?
Müller: Die Automatisierung sorgt dafür, dass wir viele Dinge viel effizienter mit viel weniger Menschen machen können. Die Herausforderung hier wird sein, die Verteilung von Wohlstand gerecht zu machen, denn sonst droht eine gewaltige Spaltung der Gesellschaft. Schließlich befinden sich die wichtigen Technologien in den Händen der Eliten. Hier ist vor allem die Politik gefordert, neue Lösungsansätze für diese Revolution zu entwickeln, um auch künftig Wohlstand und Sicherheit für alle zu gewährleisten.

Wo sehen Sie Lösungsansätze, um der drohenden Spaltung entgegenzuwirken?
Müller: Maßnahmen wie kostenlose Bildung oder Gratis-Mobilität sind der richtige Weg zum Ziel. Bildung ist ein essentieller Bestandteil, denn nur durch Qualifikationen können wir unsere Situation und Zukunftsaussichten verbessern. Gleichzeitig braucht es auch eine Veränderung im Bildungswesen, denn mit unserem derzeitigen Schulsystem killen wir die Kreativität unserer Kinder und in Zukunft wird es vor allem darum gehen, kreative Lösungsansätze zu entwickeln. Diese Fähigkeit vermitteln wir unseren Kindern zu wenig.

Die Chancen der Zukunft richtig zu nutzen, ist also der Schlüssel zum Erfolg?
Müller: Die Angst vor einer unsicheren Zukunft ist in unserer Gesellschaft sehr präsent, aber wir müssen uns vor Augen führen, dass wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben, in der wir alle Möglichkeiten haben. Wir müssen diese positiven Chancen für uns nutzen und uns einfach ausprobieren. Berlin ist ein gutes Beispiel für das Arbeitsmodell der Zukunft: Dort arbeitet jeder an verschiedenen Projekten und probiert sich aus.

Zur Person:

Nils Müller wurde in Hamburg geboren und ist CEO von TrendOne, einem Unternehmen, spezialisiert auf Trendforschung. Müller hat mehrjährige Erfahrung als gefragter Keynote-Speaker. Sein Vortrag „Zukunftsreise 2027“ rund um künftige Trends und Innovationen begeisterte das Publikum am WKO-Unternehmertag.

Von Sarah Gritsch

Das könnte Sie auch interessieren

  • Steiermark
Newsportal Auf Traumurlaub in der Steiermark

Auf Traumurlaub in der Steiermark

Immer mehr Steirer wissen ihre Heimat zu schätzen und urlauben im eigenen Land. Neben klassischen Urlaubsthemen gibt es auch neue und durchaus nicht alltägliche Angebote. mehr

  • Steiermark
Newsportal EU verliert am Balkan Platzhirsch-Rang

EU verliert am Balkan Platzhirsch-Rang

Der südosteuropäische Markt ist für die steirische Wirtschaft von zentraler Bedeutung – auch wenn die Krise Spuren hinterlassen hat. Wie’s weiter geht? Das haben wir Balkan-Experten Christian Wehrschütz gefragt.  mehr

  • Steiermark
Newsportal Wo in Generationen  erfolgreich bilanziert wird

Wo in Generationen erfolgreich bilanziert wird

Der Kern der weiß-grünen Wirtschaft liegt in Familienhand. Wie diese Betriebe geführt werden, wurde in einer aktuellen Erhebung unter die Lupe genommen. mehr