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Nach den Spielen ist vor den Spielen

China hat sich für die Olympischen Winterspiele im Jahr 2022 große Ziele gesetzt. Auch heimische Unternehmen warten bereits in den Startlöchern.

Olympische Ringe
© GEPA Pictures Die nächsten Olympischen Spiele werfen ihren Schatten bereits voraus.

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind Geschichte. Und schon bereitet sich die Wirtschaftswelt auf das nächste Großevent vor, denn nach Olympia ist ja bekanntlich schon wieder vor Olympia. Und so werfen die Winterspiele 2022 in Peking schon ihre Schatten voraus. 

Mit seinen rund 1,39 Milliarden Einwohnern ist China ein Markt der Superlative, der auch auf immer mehr österreichische Unternehmen seinen Reiz ausübt. Nicht zuletzt beim Thema Olympia, wo in den letzten Wochen eine Reihe von Aktivitäten gesetzt wurden, um bei potenziellen Geschäftspartnern Qualität „made in Austria“ ins richtige Licht zu rücken: 60 Wirtschaftsvertreter aus Österreich und China kamen beim Austria Showcase im Zuge der Winterspiele in Pyeongchang zusammen – mit dabei war auch der chinesische Sportminister, der das hehre Ziel verkündete, bis zu den nächsten Olympischen Winterspielen 300 Millionen Chinesen zu aktiven Wintersportlern machen zu wollen. Auch im Rahmen der internationalen Sportfachmesse ISPO in Peking machten österreichische Unternehmen vor kurzem auf sich aufmerksam, genauso wie bei den Austrian Winter Sports Days in Songhua Lake, Jilin. 

Mega-Investitionen in den Tourismus

Eins ist klar: Das Reich der Mitte wird sich für das Mega-Event bis 2022 mit Mega-Investitionen ins Zeug legen. Schon jetzt sind zahlreiche rot-weiß-rote Unternehmen in China im großen Stil erfolgreich unterwegs. So kommen etwa die Weichen für den Streckenausbau des chinesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes für den Bahnverkehr – bis 2025 soll es 38.000 Kilometer umfassen – von der Voestalpine-Beteiligungsgesellschaft CNTT Chinese New Turnout Technologies. Besonders die Ankündigung der chinesischen Regierung, Wintersport und Wintertourismus in den nächsten Jahren aktiv zu fördern, ruft österreichische Unternehmen auf den Plan. „In diesem Segment ist zweifelsohne ein Boom zu erwarten, von dem auch wir profitieren werden“, ist Arno Pichler, Northland-Chef überzeugt. Die steirische Outdoor-Marke gibt es in China mittlerweile seit 13 Jahren. Gemeinsam mit einem chinesischen Partner betreibt Pichler knapp 600 Filialen und Northland zählt mitterweile zu den Top-5-Marken im Outdoorbereich. 

Auch Franz Föttinger, Chef von Fischersports, beobachtet den Markt genau: „Noch nimmt das Chinageschäft lediglich ein Prozent unseres Umsatzes ein, doch China ist für uns ein Hoffnungsmarkt mit großem Potenzial.“ 

Und auch im Trainings- und Bildungsbereich könnte es künftig zu einer engeren Zusammenarbeit kommen: „Wir haben kürzlich eine chinesische Delegation empfangen und angeboten, Sportler aus China mit unserer Infrastruktur und Know-how zu unterstützen“, berichtet Christian Schwarz vom Nordischen Ausbildungszentrum in Eisenerz, das mit der Erzberg-Arena Athleten die Infrastruktur fürs Training bereitstellt. Und auch das Leistungsmodell-Sport-BORG Graz, wo angehende österreichische Profisportler ausgebildet werden, plant bereits einen Schüleraustausch mit chinesischen Snowboardern. So sollen steirische Schüler im Sommer für zwei Wochen nach  China reisen. Für Herbst ist ein Gegenbesuch geplant.

Chinesen entdecken jetzt den Wintersport

Die chinesische Gesellschaft hat mehr Einkommen und Freizeit als je zuvor und das spiegelt sich im Konsumverhalten wider: Tourismus und Sportsektor boomen, Wintersport liegt im Trend. Aktuell gibt es in China rund sechs Millionen Schifahrer, das ist weniger als ein Prozent der Bevölkerung. Geht es nach den Plänen der chinesischen Regierung, so sollen es bald viel mehr sein. Seit dem Jahr 2000 sind bereits mehrere hundert Schigebiete entstanden. Und auch Hotel- und Wellnessbetreiber erkennen die Marktchancen, so wandeln sich viele Schigebiete, insbesondere im Norden und Nordosten, in komplexe Wintersportlandschaften. Dennoch entsprechen zahlreiche Schigebiete nicht dem internationalen Standard. Mit steigendem Wettbewerb setzen Ressorts zunehmend auf importierte Technologien und Produkte. Während bislang das Verleihgeschäft die Nachfrage nach Wintersportgeräten und Funktionskleidung bestimmten, sind es heute zunehmend passionierte Wintersportler, die die Nachfrage nach professioneller Ausstattung steigen lassen.

Interview

mit Martin Glatz, 
österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Peking:

Welche Entwicklungen gibt es aktuell am Wirtschaftsstandort China?

Die Kommunistische Partei hat 2017 angekündigt, eine „gemäßigt wohlhabende Gesellschaft“ schaffen zu wollen. Ziel ist ein nachhaltiges, wenngleich langsameres Wirtschaftswachstum. So wird künftig verstärkt auf Konsum, Innovationen und Dienstleistungen gesetzt. 

Inwiefern profitiert die Bevölkerung von den guten Wirtschaftsdaten?

Das Wachstum der letzten Jahre brachte auch gesellschaftliche Veränderungen. So hat sich das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten sieben Jahren verdoppelt und die Bevölkerung hat so viel Freizeit wie nie zuvor. 

China hat den Ruf, Produkte und Technologien zu kopieren, wie kann man sich als Unternehmen davor schützen? 

Nachahmen und Kopieren sind in der chinesischen Kultur fest verankert und werden als wichtiger Schritt im Lernprozess und bei der Entwicklung eigener Leistungen gesehen und sind nicht negativ besetzt. Wer einen Markteintritt plant, sollte sich möglichst früh mit der Materie und der Rechtslage auseinandersetzen.

Kontakt: 

AußenwirtschaftsCenter Peking: 0086 1085275050 oder peking@wko.at

Von Petra Mravlak

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