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Müssen wir uns vor China fürchten?

Unablässig rüttelt China mit einem rasanten Aufstieg am globalen Machtgefüge: Steirische Betriebe sehen Chancen und Risiken.

Zu den Top Importgütern in China zählen elektrische Maschinen, Apparate, Erdölerzeugnisse, metallurgische Erzeugnisse und Straßenfahrzeuge.
© Jürgen Priewe, Fotolia/thomaslerchfoto, stock.adobe.com Zu den Top Importgütern in China zählen elektrische Maschinen, Apparate, Erdölerzeugnisse, metallurgische Erzeugnisse und Straßenfahrzeuge.

Mehr als zweieinhalb Mal so viel angemeldete Patente wie die USA und Milliarden-Investitionen in digitale Schlüsseltechnologien: China steht vor dem Sprung zur „Tech-Hochburg“. Die aufstrebende Supermacht lockt mit hohem Marktpotenzial und Innovationsvorsprung auch heimische Unternehmen bzw. investiert in diese – Chancen und Risiken inklusive. Wir haben uns umgehört.

Keine Furcht vor China beweist Automobilbauer Magna: Das steirische Unternehmen eröffnete im Vorjahr eine Produktion in Peking – und ist damit alles andere als allein, wie aktuelle Beispiele belegen. So sollen die Züge der heimischen Westbahn vom chinesischen Konzern CRRC zugeliefert – oder, so heißt es hinter vorgehaltener Hand – gleich ganz übernommen werden. Und sogar die Bretter, die hierzulande die Welt bedeuten, sind in chinesischer Hand: Atomic wurde aktuell an ein fernöstliches Gremium verkauft. 

Der Einfluss der Volksrepublik

Der Einfluss Chinas wächst – auch in der Steiermark: Aus Anlagenbauer M&R wurde die in chinesischem Eigentum stehende PIA Automation, der Spielberger Motorenhersteller ATB ging schon 2011 an Chinesen und der Gleisdorfer Autozulieferer Austria Druckguss ist seit 2016 in Besitz der Zhongding Group (siehe Statements unten). „Für uns war die Übernahme ein absoluter Glücksfall“, hebt Austria Druckguss-CEO Nikolaus Szlavik hervor. „Aus wirtschaftspolitischer Perspektive ist der Einfluss von China allerdings bedenklich. Denn durch den staatlichen Eingriff ist das Spiel der freien, marktwirtschaftlichen Kräfte gestört“, so der Automotive-Manager. Die rigoros exekutierten Wirtschaftspläne der Supermacht seien ausschlaggebend dafür, „dass China Innovationsführer in Schlüsseltechnologien wie Elektromobilität, künstliche Intelligenz und Robotik ist“, sagt Szlavik. 

Wichtiger Exportpartner

Die Beziehungen zwischen steirischen Unternehmen und dem „Reich der Mitte“ gehen über Eigentümerschaften hinaus: „China ist bereits fünftwichtigster Exportpartner der Steiermark – mit einer rasanten Entwicklung“, erklärt ICS-Geschäftsführer Robert Brugger. Konkret betreibt der Leobener Leiterplatten-Spezialist AT&S in Chong­qing (1.900 Mitarbeiter) und Shanghai (4.500 Mitarbeiter) eigene Standorte: „Für uns ist China die Basis, unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern“, erklärt AT&S-Vorstandsvorsitzender Andreas Gerstenmayer. Darüber hinaus sei die komplette Elektronikwertschöpfungskette in China beheimatet: „Wenn man durch lokale Präsenz keinen Zugang zu diesem Industrienetzwerk hat, ist es schwierig, zu reüssieren“, so Gerstenmayer. Aktuell wird das AT&S-Werk in Chonqging ausgebaut. Kostenpunkt: 160 Millionen Euro. Auch für Intralogistiker Knapp mit Sitz in Hart bei Graz ist China Pflicht: „Alle Mitbewerber aus unserer Branche sind hier vertreten“, erklärt Martin Hruby, Knapp-General Manager in Taicang. Ob Hruby glaubt, dass Europa dadurch ins technologische Hintertreffen gerät? „Davon ist auszugehen.“


Drei Fragen an Wan Jie Chen, Leiter des Konfuzius Institus:

Herr Wan Jie Chen, als Konfuzius-Institut-Leiter kennen Sie das Verhältnis zwischen China und der Steiermark. Müssen wir uns vor der Wirtschaftsmacht China fürchten?

Chen: Nein. Das Wirtschaftsverhältnis zwischen der Steiermark und China ist positiv. Solange wir weiterhin innovativ bleiben und in die Forschung investieren, gibt es keinen Grund zur Sorge. Allerdings müssen wir deutlich schneller bei Entscheidungen und in der Umsetzung werden. Die Steiermark ist als Standort für Betriebsansiedelungen sehr spannend für China, vor allem im High-Tech-Bereich.

Abgesehen vom Tempo – was können wir noch von der Volksrepublik lernen? 

Chen: Chinesische Firmen unternehmen viele Studienreisen ins Ausland, um sich das Wissen fremder Kulturen und Länder anzueignen. Dieser internationale Bildungsaustausch bringt viele Wettbewerbsvorteile – wir Steirer haben diesbezüglich noch Nachholbedarf. 

Und was kann China von der Steiermark lernen?

Chen: In Bezug auf Innovationstätigkeit, Umweltlösungen, Lebensqualität und Forschung gilt die Steiermark als Vorbild für China. In Europa sind wir die Nummer eins bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Und das sagen die Unternehmer:

Nikolaus Szlavik, CEO, Austria Druckguss: „Für den Standort Gleisdorf war die Übernahme durch die Zhongding Group ein absoluter Glücksfall. Aus wirtschaftspolitischer Perspektive ist der wachsende Einfluss von China durchaus bedenklich.“ 

Martin Hintsteiner, CEO, Hintsteiner: „Wir sind bereits seit Anfang 2010 in Asien tätig. Denn eines ist klar: Ohne China wird es dauerhaft nicht gehen. Obwohl uns die Supermacht in einigen Branchen schon weit voraus ist, gibt es keinen Grund für Ängste.“ 

Andreas Gerstenmayer, CEO, AT&S: „China ist ein wesentlicher Wachstumstreiber für unsere Gruppe. Es wäre für AT&S ohne Präsenz vor Ort nicht möglich, die Position als eines der führenden Technologieunternehmen aufrechtzuerhalten.“ 

Norbert Kahr, CSO, PIA Automation: „Durch unsere Struktur und die Niederlassungen in China haben wir einen idealen Zugang zum chinesischen Markt. China ist für steirische Produktionssysteme der größte globale Wachstumsmarkt.“


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