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Mit „Gewürzmischung“ gegen Heuschrecken

Der Grazer Zoologe Manfred Hartbauer hat ein Bio-Pestizid entwickelt, das mit Ölen Wanderheuschrecken den Garaus macht.

Wanderheuschrecken fliegen pro Tag bis zu 100 Kilometer weit und verwüsten ganze Landstriche.
© www.holgerkirk.de – Fotolia Wanderheuschrecken fliegen pro Tag bis zu 100 Kilometer weit und verwüsten ganze Landstriche.
Bereits die Bibel zählte sie zu den großen Plagen und bis heute zittern Bauern, wenn Wanderheuschrecken in Schwärmen von bis zu mehreren hundert Millionen (!) Tieren auftauchen, um ganze Landstriche binnen kürzester Zeit kahlzufressen. Und das tun sie nicht nur in Afrika, sondern rund um den Globus, sogar in Europa. Allein im letzten Jahr etwa wurden in Russland weit über 100.000 Hektar von diesen gefräßigen Insekten vernichtet und aktuell warnen die russischen Behörden, es könne zur Fußball-WM zu einer neuen, gewaltigen Heuschreckeninvasion kommen.

„Die WHO ortet diese Schwärme mit Satelliten. Dann werden chemische Mittel ausgesprüht, um die Tiere zu töten. Auch arbeitet man mit speziellen Pilzen, die nur die Wanderheuschrecken selbst angreifen. Dazu braucht es aber Labore zur Aktivierung der Sporen und dann 14 Tage lang feuchtes Wetter, damit sich diese auch ausbreiten können“, erzählt Manfred Hartbauer, Zoologe an der Uni Graz. Aber ein solches Wetter finde sich beispielsweise in Afrika recht selten, und außerdem sei in 14 Tagen sowieso nichts mehr von der Ernte übrig, berichtet der Forscher. „Deshalb verbrennen die Bauern in ihrer Not Plastikmüll. Das ist ein Supergau  für Mensch und Umwelt.“
Aus diesem Grund hat sich der Wissenschafter gemeinsam mit seiner ägyptischen Dissertantin Zainab Abdellati daran gemacht, ein neues, biologisches und günstig herzustellendes Mittel im Kampf gegen die Plagegeister zu entwickeln. „Unser Bio-Pestizid besteht rein aus ätherischen Ölen und tötet die Tiere innerhalb von 24 Stunden. Für andere Tiere, die Natur und den Menschen ist der Einsatz aber bedenkenlos“, versichert Hartbauer vom bereits zum weltweiten Patent angemeldeten Ergebnis. Jetzt werden Gespräche mit internationalen Agrarfirmen gesucht, um eine Fix-Fertig-Mischung auf den Markt zu bringen. „Theoretisch könnten die Bauern das Mittel aus Leinsamen-, Kümmel-, Wintergrün- und Orangenschalenöl unter genauester Einhaltung unserer Rezeptur sogar selbst in ihren Küchen zusammenrühren“, so Hartbauer.
Und ebenso kulinarisch könnte auch ein weiterer Einsatz der Öl-Mischung sein. Denn in weiten Teilen Asiens werden Heuschrecken als beliebtes Nahrungsmittel gezüchtet – und vor dem Verzehr mit der Chemiekeule getötet. „Unsere Lösung ist hier ideal. Und die Würzmischung schon mit dabei“, lacht Hartbauer. „Man muss sie nur noch salzen.“

Manfred Hartbauer
© Furgler Manfred Hartbauer


"Gemeinsam mit meiner Dissertantin Zainab Abdelatti habe ich ein Bio-Pestizid gegen Wanderheuschrecken entwickelt, das günstig wie auch einfach anzuwenden ist.“

Quergefragt:

Wie funktioniert Ihr System?
Das Öl-Gemisch wird aufgesprüht und legt das Nervensystem der Tiere lahm.
Wo findet man die Heuschrecken?
Die Wanderheuschrecken sind überall ein Problem, von Nord- und Südamerika über Afrika, Asien bis nach Australien. Die globale Erwärmung tut ihr Übriges, um sie auch in Europa zu verstärken.
Was ist als Nächstes geplant?
Erste Anfragen von Agrarfirmen, etwa aus Asien, für unsere Entwicklung gibt es bereits.

Von Veronika Pranger

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