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Misstöne um Förderung

Die 450 Blasmusikvereine werden mit 650.000 Euro jährlich vom Land gefördert. Branchenvertreter fordert eine Koppelung an regionale Erzeuger.

Trotz Förderungen für Blasmusikvereine gehen regionale Anbieter oft leer aus.
© ZIHE - Fotolia Trotz Förderungen für Blasmusikvereine gehen regionale Anbieter oft leer aus.

Ob Trompete, Tuba, Oboe oder Horn, ob Klarinette, Querflöte oder Posaune: So vielfältig eine Blasmusikkapelle auch ist, so kostspielig sind auch die Instrumente – und die Wartung, die damit einhergeht. Und viele können sich das Hobby Blasmusik nur leisten, weil ihnen die Kapelle die Instrumente zur Verfügung stellt. So schlägt allein die Anschaffung einer Tuba mit 6.000 bis 10.000 Euro zu Buche, für eine Querflöte muss man mit 600 bis 3.000 Euro rechnen. Um das Kulturgut auch für die Zukunft zu sichern, fördert das Land die 450 Vereine von Schladming bis nach Bad Radkersburg mit rund 650.000 Euro jährlich. So weit, so gut.

Doch dass die Fördergelder immer öfter dazu verwendet werden, Instrumente im Internet statt bei den regionalen Musikinstrumentenerzeugern zu kaufen, stößt Innungsmeister Rupert Hofer sauer auf. „Die Deckungsbeiträge brechen immer mehr weg. Es kann nicht sein, dass Fördergelder aus der Steiermark ins Ausland fließen und unsere regionalen Anbieter auf ihren Instrumenten sitzen bleiben.“ Hofer fordert daher eine Zweckwidmung – ähnlich wie bei der Winterbauoffensive. „Uns geht es darum, die Regionalität zu fördern. Schließlich sind es die steirischen Betriebe, die Jobs sichern und den Nachwuchs ausbilden.“ Das belegt auch ein Blick auf die Statistik: 63 weiß-grüne Betriebe gibt es derzeit in der Branche. 

Die Koppelung könne zudem zu einem Qualitätsschub führen, ist Hofer überzeugt: „Unsere Betriebe können eine Qualität liefern, mit der ein Billig-Produkt aus dem Internet nie mithalten kann.“ 

Beim Land sieht man die Sache naturgemäß anders. Rechtlich sei die Neugestaltung der Förderung nicht möglich, so Patrick Schnabl, Leiter der Abteilung 9 (Kultur, Europa, Außenbeziehungen): „Laut  Gleichheitsgrundsatz und geltendem Unionsrecht darf es zu keinen Beschränkungen in der Vergabe von Fördergeldern kommen.“ Regionalität werde in der Volkskultur ohnehin großgeschrieben: „Von den 450 Förderungen, die pro Jahr vergeben werden, verbleiben über 90 Prozent der Gelder in der Steiermark.“ Eine Zahl, die Hofer massiv bezweifelt.

Von Karin Sattler

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