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Mexikanischer Turbo für die steirische Exportwirtschaft

Styria on Tour: Eine weiß-grüne Wirtschaftsdelegation sondierte dieser Tage die Marktchancen in Mexiko – und fand dabei zahlreiche offene Geschäftstüren.

Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth trafen sich mit dem designierten mexikanischen Minister Javier Jiménez Espriú.
© KK Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth trafen sich mit dem designierten mexikanischen Minister Javier Jiménez Espriú.

¡Viva Mexico! Diesen Ruf hört man in immer mehr Chefetagen. Schließlich haben sich die heimischen Exporte allein in den vergangenen vier Jahren auf über 1,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, weiß Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Mexico City, Friedrich Steinecker, zu berichten: „Und es läuft weiterhin gut. Im ersten Halbjahr haben wir erneut ein Außenhandelsplus von zehn Prozent verzeichnet – wohlgemerkt trotz NAFTA-Debatte und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten.“

Gerade diese bieten aber auch Chancen, ist Steinecker überzeugt. Chancen, die eine 40-köpfige Steirer-Delegation – organisiert durch das Internationalisierungscenter Steiermark – diese Woche ausgelotet hat. „Wir brauchen neue Exportmärkte wie Mexiko, um unseren Wohlstand langfristig abzusichern“, sind Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl und WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth, seines Zeichens auch Aufsichtsratsvorsitzender des ICS, überzeugt. Denn nur so können die Folgen einer protektionistischen Politik à la Trump ausgeglichen werden. Mexiko sei hier ein wichtiger Türöffner. Unter dem neuen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador zeichnen sich nämlich ein politischer „Klimawandel“ und eine Einigung im inneramerikanischen Freihandelsstreit ab. Aus NAFTA soll demnach USMCA werden. Ein neues Abkommen, dessen Einigung internationale Experten durchaus überrascht hat. Kernpunkte sind eine Erhöhung des Wertschöpfungsanteils innerhalb der Mitgliedsstaaten von 62 auf 75 Prozent, wobei 40 Prozent in einem Land gefertigt sein müssen, in dem der Stundenlohn über 16 Dollar liegt. Ein Hebel vor allem für die starke Automobilindustrie in Mexiko, für die die Voest zum Beispiel erst vor wenigen Wochen zwei neue Zulieferwerke vor Ort eröffnet hat.

Chancen für die heimische Wirtschaft gibt es aber auch in vielen anderen Bereichen, wie das von der „Außenwirtschaft Austria“ organisierte Business-Forum in Mexico City gezeigt hat. So etwa im Maschinen- und Anlagenbau, aber auch im Infrastrukturbereich und bei „Green Tech“ stehen die Wachstumstüren grundsätzlich offen. „Wir hatten einige wirklich gute Gespräche und im November wird eine mexikanische Delegation in die Steiermark kommen“, freut sich Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des „Green Tech Clusters“. Interesse gebe vor allem am Recycling, aber auch urbane Technologien sind gefragt. Wie man auch als KMU auf dem internationalen Parkett höchst erfolgreich zum Zug kommen kann, zeigt das Beispiel Admonter. Vor vier Jahren begonnen, erwirtschaftet man heute bereits 1,5 Millionen Euro in Mexiko – weitere Expansionen seien geplant, wie Export Sales Manager Cemil Celiker bestätigt. Und auch die Kreativwirtschaft könnte hier nach der erfolgreichen Designers Night in Mexico City mit Creative-Industries-Geschäftsführer Eberhard Schrempf und steirischen Unternehmergrößen bald anschließen.

Das sagen die steirischen Delegationsteilnehmer vor Ort:  

Karl-Heinz Dernoscheg, Direktor WKO Steiermark: „Südamerika kann für unsere steirischen Unternehmer ein großer Wachstumsmarkt sein und wird darum auch verstärkt bearbeitet. Ich würde mir darüber hinaus in diesem Zusammenhang mehr Beachtung der Weltsprache Spanisch wünschen. Diese sollte an unseren Schulen mehr unterrichtet werden.“

Robert Brugger, GF Internationalisierungscenter Steiermark: „Delegationsreisen sind Türöffner, das hat Mexiko einmal mehr gezeigt. Denn vor allem bei großen Infrastrukturprojekten braucht es die politische Unterstützung. Jetzt heißt es für die heimischen Betriebe, am Ball zu bleiben und die Chancen aus den neu geknüpften Kontakten zu nutzen.“

Gernot Pagger, GF Industriellenvereinigung Steiermark: „Das künftige Freihandelsabkommen bietet große Chancen, die es zu nutzen gilt. Mexiko könnte sich hier als bedeutender Hub etablieren, vor allem für unsere Automobilindustrie. Unsere Technologie- und Innovationskraft könnte uns hier aber auch in vielen anderen Bereichen neue Möglichkeiten eröffnen.“

Jürgen Roth, Vizepräsident WKÖ: „Die Steiermark bietet enorm viel. Das müssen wir noch stärker in die Welt hinaustragen.“

Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin: „Jeder zweite steirische Euro wird mittlerweile bereits im Export erwirtschaftet.“

Karl-Peter Pfeiffer, wissenschaftlicher GF der FH Joanneum: „Wir konnten im Zuge der Reise ein vertiefendes Kooperationsabkommen mit der Universidad Aeronautica en Queretaro unterzeichnen. Ein wichtiger Schritt, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Mexiko und Österreich im Allgemeinen und mit der Steiermark im Speziellen weiter auszubauen.“

Michael Fuisz, GF „moodley brand identity“: „Es gab viel positives Feedback, vor allem bei der Designers Night. Für mich hat sich die mexikanische Stadt Puebla als weiteres Missionsziel herauskristallisiert. Es gibt hier definitiv eine spannende Kreativszene. Sich tiefer damit zu beschäftigen, wird sich lohnen.“

Matthias Prödl, GF Josef Prödl Tischlerei: „Die Delegationsreise hat mir sehr viele gute Erstkontakte verschafft, weit mehr, als ich mir ehrlich gesagt erwartet habe. Mexiko ist definitiv ein interessanter Markt. Mein Ziel ist es, wieder hierher zu kommen und den Markt im Detail zu analysieren. Ich sehe hier auch für unser Unternehmen eine Zukunft.“

Lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe Teil zwei der Delegationsreise – dann über Kolumbien!

Von Mario Lugger, aus Mexico City.

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