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Messeturbo trotzt der digitalen Ära

Totgesagte leben länger: Wurde dem Messebusiness in den 90ern noch ein bescheidenes Überleben prognostizert, präsentieren sich diese Leistungsschauen heute vielfach als millionenschwere Umsatzbringer.

Mit dem Messerummel rollt der Rubel: Das Business mit Märkten spült Millionen in die Kassen.
© Martin Wiesner Mit dem Messerummel rollt der Rubel: Das Business mit Märkten spült Millionen in die Kassen.
Am 27. April öffnet die Grazer Frühjahrsmesse wieder ihre Pforten. Ein Traditionsevent, dessen Zukunft nicht wenige schon öfters in Frage gestellt haben. Doch allen Unkenrufen zum Trotz, die Messekalender sind nach wie vor gut gefüllt – nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern vor allem auch in den Regionen. Woran das liegt? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen.  
Erik Kastner, Branchensprecher von „eventnet Österreich“ in der WKÖ, hat dafür eine simple Erklärung parat: „Ein virtueller Schauraum kann keinen realen Händedruck, den Augenkontakt und damit echte Emotionen ersetzen.“ Das sei in den 90er-Jahren der große Denkfehler gewesen. Damals trat die digitale Technik ihren großen Siegeszug an und den unternehmerischen Leistungsschauen wurde nur mehr ein kurzes Überleben prophezeit, erinnert sich Messe-Graz-Chef Armin Egger: „Man sagte: Die klassischen Ausstellungen und Fachmessen sind passé. Jetzt wird alles digital erledigt werden. Doch das Gegenteil war der Fall. Kunden beziehungsweise Geschäftspartner wollen sich weiterhin persönlich austauschen.“

Ein Befund, den auch ein Rundruf unter den Veranstaltern bestätigt (s. Stoys unten). Beim Gady-Markt verzeichnet man beispielsweise an nur einem Wochenende 25.000 (!) Besucher. Nicht viel weniger, nämlich stolze 22.000 PS-Fans, pilgern alljährlich zur Auto-Emotion in die Grazer Stadthalle. Aber nicht nur die bereits traditionellen Haus- oder Fachmessen locken die Gäste in Scharen an. Mancherorts, wie in der Gemeinde Gratwein-Straßengel (11. bis 13. Mai), werden sogar gänzlich neue regionale Messe-Leistungsschauen ins Leben gerufen.

Breite Wertschöpfung

ie Erfolgsformel dabei lautet, alte Traditionen mit modernem Entertainment zu verbinden, wie Wolfgang Spekner, Organisator des Josefimarkts in Spielberg, zu berichten weiß: „In unserem Fall ist das eine PS-starke Erlebniswelt.“ Denn mit dem Markt startet auch der Red-Bull-Ring in die Saison. „Bereits zu Zeiten des Österreich-Rings schlug der Markt seine Zelte am Gelände auf. 2015 kehrte diese Tradition auf die Rennstrecke zurück“, erklärt man dazu vom Projekt Spielberg.
Solcherart Konzepte garantieren auch im digitalen Zeitalter den Erfolg, betont Event-Experte Kastner, „egal ob Fach- oder Publikumsmesse“. Und dass die Veranstaltungsideen hierzulande hochspannend sind, bestätigt der Blick in die Kassen. „Eine Untersuchung des Instituts für Höhere Studien aus dem Jahr 2017 rechnet die Wertschöpfung durch Events in Österreich mit 8,9 Milliarden Euro hoch“, erzählt Kastner. Beeindruckende Zahlen hat auch die Vereinigung „Messen-Austria“ parat: Die elf Leitbetriebe zählen pro Jahr insgesamt fünf Millionen Besucher – was jährlich 1,05 Milliarden Euro an Wertschöpfung bedeutet. Weltweit werden laut Dachverband UFI mit dem Messegeschäft 98 Milliarden Euro generiert. Wobei die Hälfte dieser Summe den Gastgeberländern und -regionen an Umwegrentabilität zugute komme, die andere Hälfte fließe direkt in die Messewirtschaft zurück. Die Messe Graz beziffert die im Umfeld ihrer Veranstaltungen ausgelöste Wertschöpfung mit 134 Millionen Euro jährlich.
Wie wichtig Messen als lokale Arbeitgeber für die partizipierende Betriebe sind, verdeutlicht auch Benedikt Binder-Krieglstein, CEO von Reed Exhibitions Österreich: „Im Schnitt werden jährlich 13 Millionen Euro in die Standorte investiert.“

50.000 Besucher bei Gady-Märkten:

„In Zeiten von Social Media und Co. scheint die Sehnsucht nach direktem Kontakt und Meinungsaustausch zu steigen. Oder auf Steirisch gesagt: Beim Reden kommen die Leut zsamm“, erklärt Philipp Gady, warum trotz Digitalbooms zweimal im Jahr jeweils rund 25.000 Besucher den traditionellen Gady-Markt besuchen. Wobei es hier schon lange nicht mehr um eine Hausmesse im klassischen Sinn geht, längst werden hier im Frühjahr und Herbst richtige Volksfeste zelebriert und die Umsatzkassen zum Klingeln gebracht. Und davon profitiere nicht nur der eigene Betrieb, so Gady: „Die regionale Partizipation ist enorm – über 100 Aussteller und Schausteller bis hin zur Kulinarik sind mit an Bord.“ www.gady.at

Erstes regionales Wirtschaftsfestival

Von 11. bis 13. Mai 2018 findet die erste regionale Leistungsschau der Gemeinde Gratwein-Straßengel statt. Und dieser Neuling unter den zumeist zig Jahrzehnte alten Traditionsveranstaltungen, verfolgt ein klares Ziel: „Das Konzept trägt bereits im Namen ,Festival der Wirtschaft‘ jene beiden Komponenten, die dieses neue Fest charakterisieren“, erklärt Alexander Pfleger. „Nämlich die Präsentation der Betriebe bzw. Fachvorträge auf der einen und einem fes­tivalartigen Rahmenprogramm mit u.a. zwölf Livebands auf der anderen Seite.“ Alle Infos: www.aufgehts.co.at

21. Leistungsschau im Wechselgau

Bereits zum 21. Mal lockte kürzlich die Hausmesse des Lagerhauses Wechselgau in Hartberg an zwei Tagen erneut tausende Besucher an. „Es ist mehr als nur die Vorstellung unseres Portfolios. Es ist ein Fest, in das zahlreiche Betriebe aus der Region miteingebunden sind“, berichtet Geschäftsführer Hermann Klapf (Bild). Warum trotz Online-Handels die Gäste so zahlreich kommen? „Weil Emotionen virtuell nicht so stark ausgelöst werden können: Viele Kunden wollen beispielsweise die Pflanzen, die sie setzen wollen, zuvor in die Hand nehmen.“ Ebenso sei gerade bei Bauprojekten die Fachberatung „in persona“ gefragt. Infos: www.wechselgau.at

22.000 Gäste bei PS-starker Show

Auch wenn online vieles gekauft wird, spätestens beim Auto geht es um Emotionen, die Haptik, die Erfahrung am realen Produkt. Das bestätigen die tausenden Besucher der „AutoEmotion – der größten Neuwagenmesse Südösterreichs in Graz“ Jahr für Jahr aufs Neue. Heuer zählte Organisator Peter Jagersberger über 22.000 Gäste. Und er weiß, warum sie kommen: „Weil keiner von Händler zu Händler laufen will, um alle Autovarianten zu vergleichen.“ Hier seien 99 Prozent aller am österreichischen Markt verkauften Neuwagen versammelt, so Jagersberger. „Man muss also nur von Stand zu Stand gehen und sich einfach reinsetzen.“ Infos: www.autoemotion.at

Von Veronika Pranger

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