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Meisterleistungen für das Tanzparkett

Die Ballsaison steuert mit Opernredoute  und Bauernbundball auf ihren Höhepunkt zu. Ob Robe oder Dirndl: Wir haben Designer und Produzenten gefragt, was so eine Ballnacht wirtschaftlich alles bewegt.   

4,9 Millionen Euro beträgt der Gesamtumsatz, den der Bauernbundball jährlich in die Kassem spült – davon entfallen 1,4 Millionen auf Trachten, Schmuck und Schuhe und 600.000 Euro auf Friseur, Taxi und Abendessen.
© Philipp Schulz 4,9 Millionen Euro beträgt der Gesamtumsatz, den der Bauernbundball jährlich in die Kassem spült – davon entfallen 1,4 Millionen auf Trachten, Schmuck und Schuhe und 600.000 Euro auf Friseur, Taxi und Abendessen.

Sie gilt als der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres: die Opernredoute, die dieser Tage mit viel Prunk, Glanz und Prominenz über die Bühne geht. Wenn Organisator Bernd Pürcher am Samstag schließlich in das perfekt inszenierte Grazer Opernhaus bittet, tanzen 2.500 Gäste an – und sorgen in einer rauschenden Ballnacht auch für rauschende Umsätze. Laut einer aktuellen Erhebung der Brandstätter-Matuschkowitz-Marketing GmbH (bmm) sind die Gäste im Schnitt bereit, 806 Euro bei der Opernredoute zu berappen – und zwar ohne Eintrittskarte und ohne Übernachtung. Wer eine Loge bucht, ist in der Regel noch spendabler und gibt im Schnitt sogar 889 Euro pro Kopf und Nase für die prunkvolle Ballnacht aus. „Die Gesamtwertschöpfung hat sich damit auf über zwei Millionen Euro erhöht“, resümiert Pürcher, der die Opernredoute bereits zum dritten Mal als „Green Event“ in Szene setzt: „Damit wollen wir zeigen, dass auch ein Format dieser Dimension verantwortungsvoll sein kann.“ So wird zur Gänze auf Dosen verzichtet, auf den Tellern landen ausschließlich regionale Produkte. Der logistische Aufwand hinter dem Großevent ist enorm, berichtet Pürcher: „Wir haben rund 60 Firmen beauftragt, die im Hintergrund arbeiten.“ Vom Blumenschmuck über Drucksorten bis zu prunkvoll gestalteten Salons ist alles bis ins letzte Detail geplant.

Individualität und Extravaganz

Wenig verwunderlich daher, dass bei so viel Exklusivität auch die Ballgäste bei der Wahl ihrer Abendkleidung nicht auf Ware von der Stange, sondern auf Individualität und Extravaganz setzen. Und da ist meisterliche Handwerkskunst aus der Steiermark höchst gefragt. Das bestätigt auch die international bekannte Designerin Eva Poleschinski, die derzeit mit „wenig Schlaf“ auskommen muss, wie sie gesteht – und trotzdem Zeit gefunden hat, der „Steirischen Wirtschaft“ Einblicke in ihren Arbeitsalltag zu gewähren.

Bis zu 200 Stunden und   tausende Arbeitsschritte fließen in ein Kleid, das die Handschrift von Eva Poleschinski trägt. „Im Vorfeld kläre ich mit meinen Kundinnen, ob sie Tänzerinnen sind oder eher flanieren, netzwerken und repräsentieren. Das ist ganz wesentlich für die Art und die Bodenlänge des Kleides“, sagt sie – und versucht, die Wünsche ihrer Kundinnen umzusetzen, „mit Schleppen, Schlitzen oder opulenten Details“. Auf die Erstbesprechung folgen Stoffauswahl, Skizzen und mehrere Anproben.  „Ich bin sehr detailverliebt und arbeite gern mit Stickereien, Federn, Seide und Brokat“, sagt die gebürtige Hartbergerin, der ein außergewöhnlicher Sinn für Materialmix nachgesagt wird. „Kundinnenwünsche können gar nicht ausgefallen genug sein, ich mag den großen Auftritt“, sagt die Absolventin der Münchner Modeschule. Und dafür muss frau mitunter tief in die Tasche greifen, Ballkleider der Designerin sind ab 3.500 Euro zu haben. Dafür – garantiert Poleschinski – steckt in ihren Kleidern ausschließlich rot-weiß-rote Handarbeit.

Bis zu 200 Stunden fließen in ein Kleid von Eva Poleschinski, die auch Krönchen kreiert.
© Oliver Wolf Bis zu 200 Stunden fließen in ein Kleid von Eva Poleschinski, die auch Krönchen kreiert.

Auf der Opernredoute tragen übrigens nicht nur extravagante Roben  die Handschrift der jungen Designerin, sondern auch die Krönchen der Debütantinnen hat sie entworfen: „Ein schöner Ausflug in die Welt des Schmuckdesigns, hoffentlich nicht das letzte Mal“, schmunzelt sie. Mit nur 23 Jahren hat die zur „Designerin of the year“ gekürte Perfektionistin  ihr eigenes Modelabel gegründet. Im Vorjahr kreierte Poleschinski ein ganz besonderes Kleid  aus 70 Metern Stoff, 10.000 Perlen und Swarowski-Kristallen: das Eröffnungskleid der Opernball-Choreographin Maria Santner.

Es darf auch trachtig sein

Doch nicht nur klassische Prinzessinnenkleider und elegante Anzüge werden auf Bällen gerne gesehen. Auch die trachtige Garderobe wird immer häufiger am Tanzparkett ausgeführt – nicht zuletzt am nächsten großen Highlight der Ballsaison, dem Bauernbundball. Immer vorne mit dabei sind steirische Klassiker in den Farben Rot, Blau und Grün – gerne auch in moderner und neu interpretierter Ausführung. „Ob kurze oder lange Tracht, entscheidet das jeweilige Event. Die einzigen No-Gos sind ein zu bunter Farbmix bei Männern und allzu kurze, pompöse Dirndl bei Frauen“, erklärt Josef Schiffer, der zusammen mit seiner Frau Ingrid das Trachtenmodehaus Hiebaum in Studenzen führt. Über 80.000 Trachtenteile fertigt das Familienunternehmen mit seinen 38 Mitarbeitern jährlich an. „Verglichen mit fernöstlichen Produzenten, die allein mit einer einzigen Schiffsladung über 30.000 Dirndln liefern, zählen wir mit unseren regional erzeugten Trachten zum absoluten Nischenmarkt“, so Schiffer. Trotz der großen Konkurrenz aus China und Co. hält Hiebaum seit mittlerweile 65 Jahren an seinen Werten fest:  „Nachhaltige und innovative Mode kann auch leistbar sein. Wir legen großen Wert auf schadstofffreie und regional produzierte Materialien, technische Innovation und nachhaltig produzierte Mode“, so Schiffer. 

Ein weiterer Vorteil, den das heimische Meisterhandwerk mit sich bringt: „Wir können schnell und direkt auf Trends reagieren und außerdem individuelle Änderungswünsche vor Ort durchführen“, betont Schiffer. 

Save the date

25.01.2020 – Opernredoute: Wenn die Grazer Oper zum prunkvollen Ballsaal wird, tanzt die Prominenz aus Wirtschaft und Politik an

31.01.2020 – Ball der Technik: Ein gesellschaftlicher Fixpunkt, bei dem Technik, Wissenschaft und Forschung vertreten sind.

08.02.2020 – Oberlandler Ball: Eine rauschende Ballnacht verspricht auch der Traditionsball im Grazer Congress zu werden.

21.02.2020 – Bauernbundball: „Feiern, bis der Hahn kräht“ heißt es beim größten Ball Europas im Messecongress Graz.


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