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Mehr Tempo beim Herkunftsschutz

Die „Hopfen-Posse“ hat gezeigt, wie wichtig Herkunftsschutz ist. Eine Servicestelle beschleunigt nun die Gütezeichen-Verfahren

Bierglas vor Hopfenplantage
© Vclav Mach – Fotolia Das EU-Gütezeichen für slowenischen Hopfen sorgte für Diskussionen im Steirerland
Unsere Meldung der letzten Woche, wonach Slowenien den EU-Herkunftsschutz für seinen Hopfen zuerkannt bekommen hat, was die Bezeichnung „Steirischer Hopfen“ hierzulande nicht mehr erlaubt, hat gehörig Schaum in den weiß-grünen Bierkrügeln aufgewirbelt. Andreas Cretnik, Obmann des „Servicevereins geschützte Herkunftsbezeichnungen für Lebensmittel“ (SVGH), erklärt, warum es nicht so einfach ist, einen EU-Schutzstempel für sich beanspruchen zu können: „Neben bestimmten Voraussetzungen, wie lange Tradition und nachweislicher wirtschaftlicher Faktor, gilt beim EU-Gütezeichen: First come, first serve“ (s. Infobox).

Doch wenn zu viele Stellen mitentscheiden, wird es langwierig. „In Österreich sind vier Ministerien zuständig. Die Antragsteller liefen bisher im Kreis, weil irgendwo eine Formulierung in der Spezifikation nicht deutlich genug war oder einem anderen Ministerium plötzlich ein Zettel fehlte“, erzählt Cretnik. So dauerte es beim steirischen Kren zehn Jahre, ehe man die geografische Angabe hat schützen lassen können.
Das zu ändern, hat sich der vor einem Jahr gegründete SVGH zur Aufgabe gemacht – als One-Stop-Shop für Antragsteller, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Dadurch werden Einsprüche gegen EU-Schutz-Anträge anderer Länder schneller gefasst, wie zuletzt beim slowenischen Hopfen. Es werden aber auch Änderungen in Spezifikationen von bereits gesicherten Bezeichnungen für alle Beteiligten konform formuliert – kürzlich geschehen beim steirischen Kren, wo in der Verreibungsbeschreibung nachgebessert wurde. Wie schnell Anträge hier bearbeitet werden, zeigt sich ebenso am Tiroler Speck, wo der bereits acht Jahre andauernde Versuch, eine neue Spezifikation einzubringen, vom SVGH in nur sechs Wochen erledigt und nach Brüssel geschickt werden konnte.
„Unser Ziel ist es, deutlich mehr heimische Produkte unter den Schutz von EU-Gütesiegeln zu bringen“, betont Cretnik. Und hier gibt es viel zu tun: So liegt Österreich mit 16 EU-Gütezeichen (vier davon sind „steirisch“) weit abgeschlagen hinter Italien (291), Frankreich (240), Spanien (194) oder Deutschland (89).

 EU-Gütezeichen:

Schutz der Tradition
g.t.S: „garantiert traditionelle Spezialität“. Es ist der „einfachste“ Schutz für Lebensmittel mit traditionellem Charakter. Der Schutz umfasst hier die Machart, die sich von anderen Produkten derselben Kategorie unterscheidet – beispielsweise „Heumilch g.t.S.“. Dieses Label kann auch in anderen Ländern bei Produkten, die dieser Klassifizierung folgen, verwendet werden.

Schutz der Authentizität

g.g.A: „geschützte geografische Angabe“. Herkunft aus einem definierten geografischen Gebiet, in dem mindestens einer der wesentlichen Produktionsschritte erfolgt. Herstellung nach festgelegten Verfahren. Nachweislicher Zusammenhang zwischen definiertem Gebiet und hohem Ansehen und Qualität des Erzeugnisses. Beispiele: Steirischer Kren g.g.A oder Steirisches Kernöl g.g.A

Schutz der Regionalität
g.U: „geschützte Ursprungsbezeichnung“. Die Königsklasse unter den Gütezeichen definiert das geografische Gebiet, in dem alle Produktionsschritte erfolgen müssen. Herstellung nach festgelegten Verfahren sowie die besondere Güte des Produkts, die es nachweislich mit der Region verbindet, sind Pflicht. So geschützt sind bereits die Steirische Käferbohne g.U oder die Pöllauer Hirschbirne g.U.

Weitere Informationen zum Thema auf: wko.at/stmk/ngmi bzw. auf www.svgh.at

Von Veronika Pranger

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