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Marktklima in der Baubranche

Welche Erwartungen haben Ziviltechniker und Baumeister in Bezug auf die Marktentwicklung und wie schätzen sie ihre eigene Stellung am Markt ein.

Das erhob eine Befragung vom Joanneum Research. Mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen. Baumeister sehen ihr Klientel vor allem am Land in der Gruppe unter 40 Jahren. Im urbanen Raum dagegen überwiegen mit Abstand die Ziviltechniker. 
v.l.n.r. Bau-Innungsmeister Alexander Pongratz, Erich Kirschner (Joanneum Research) und Gerald Fuxjäger, Präsident der Kammer der ZiviltechnikerInnen
© Foto Fischer v.l.n.r. Bau-Innungsmeister Alexander Pongratz, Erich Kirschner (Joanneum Research) und Gerald Fuxjäger, Präsident der Kammer der ZiviltechnikerInnen

Rund 300 Ziviltechniker und Baumeister aus Steiermark und Kärnten wurden von der Forschungsgesellschaft Joanneum Research im Rahmen einer Umfrage zu Beschäftigungsschwerpunkten und Marktentwicklungseinschätzungen im heimischen Bauwesen befragt. Mit interessanten Unterschieden: „49 Prozent der Baumeister geben an, überwiegend im ländlichen Raum tätig zu sein – im urbanen Gebiet halbiert sich dieser Wert auf 25 Prozent. Gegengleich dazu die Kundenstruktur der Ziviltechniker und Architekten: 45 Prozent ihrer Kunden seien hauptsächlich im Stadtgebiet zu finden, im ländlichen Raum dagegen nur 30 Prozent“, fasst Erich Kirschner vom Joanneum Research die Kernergebnisse der Studie zusammen. Ähnliche Einschätzungen gibt es auch bezüglich der Altersstruktur. Bei den unter 40-jährigen Kunden überwiegen aus Sicht der Befragten klar die Baumeister (52 Prozent zu 39 Prozent), bei den über 40-Jährigen die Architekten (28 Prozent zu 18 Prozent). 

Auch in Bezug auf die Ausbildung der Kunden und den Preis der geplanten Bauprojekte, können klare Einschätzungsunterschiede festgestellt werden: Bei Kunden mit Universitäts- bzw. Fachhochschulabschluss überwiegen demnach klar die Ziviltechniker und Architekten, mit über 60 Prozent zu 28 Prozent bei den Baumeistern. Bei Matura oder Lehrabschluss dagegen ist die Reihenfolge umgekehrt. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Bauvolumen: Bis 350.000 Euro überwiegen bei Einfamilienhäuser die Baumeister, alles darüber wird hauptsächlich von Architekten abgewickelt. 


STATEMENTS 

DI Gerald Fuxjäger, Präsident der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten: „Die Befragung der Mitglieder der Kammer für ZiviltechnikerInnen und der Baumeister in der Wirtschaftskammer in Steiermark und Kärnten festigt in vielen Bereichen ein Einschätzungsbild, das man grundsätzlich haben konnte. Beide Gruppen gelangen beispielsweise zu der überwiegenden Einschätzung, dass Bauherren im Bereich des Einfamilienhausbaues, wenn sie über eine höhere Ausbildung und höheres Einkommen verfügen und bereits älter sind (über 40), überwiegend die Planung ihres Hauses von Architekten vornehmen lassen. Es ist auch erfreulich, dass beide Berufsgruppen in der Befragung eine grundsätzlich positive Konjunktureinschätzung für die kommende Zeit haben. Der Umstand, dass die Ziviltechniker die Konjunkturperspektiven im Vergleich zu den Baumeistern insgesamt ein wenig verhaltener einschätzen, hängt auch mit dem Aspekt zusammen, dass die Ziviltechniker einen erheblicheren Teil ihres Umsatzes bei komplexen Bauvorhaben, bei denen auch öffentliche Auftraggeber einen wesentlichen Teil des Marktes ausmachen erwirtschaften. Der Hochbau, hier insbesondere der private Wohnbau, spielt bei den Ziviltechnikern insgesamt eine geringere Rolle als bei den Baumeistern. Aus Sicht der Ziviltechniker sind vor allem die im Zuge der Mitgliederbefragung erhobenen Gründe, die einer rascheren Konjunkturbelebung im Wege stehen von Bedeutung. Die Einschätzung vieler Mitglieder, dass insbesondere das überbordende Normenwesen Bauvorhaben verteuert, zum Teil auch behindert, aber auch die Stellungnahmen, dass sich die Überbürokratisierung von Bauverfahren negativ auswirkt, deckt sich mit der seit vielen Jahren von der Ziviltechnikerkammer zu diesen Themen geäußerten Kritik.“ 

BM DI Alexander Pongratz, Landesinnungsmeister Bau: „Die Studie hat ergeben, dass der klassische Kunde des planenden Baumeisters eher aus dem ländlichen Bereich kommt. Von der Altersstruktur her bedient der Baumeister als Planer eher ein jüngeres Publikum, nicht ganz so finanzstark – also im leistbaren Bereich. Der Anteil der Akademiker ist hier eher gering. Aus der Studie geht hervor, dass der Baumeister als Planer zwar das gesamte Spektrum von der Projektentwicklung über die Planung bis hin zum Projektabschluss begleitet, jedoch in der Ausführungsphase stärker engagiert ist – also mit der Polier- und Detailplanung sowie der Begleitung des Bauprojektes in Form von einer Bauaufsicht und der Endabnahme. Aus den Auswertungen ging klar hervor, dass Baumeister die Flut der Gesetze und Normen als Hemmnis sowohl für den Arbeitsprozess Planung aber auch für die Leistbarkeit sehen. Auch der Mangel an qualifiziertem Personal bereitet der Branche im Hinblick auf die Zukunft Sorgen. Für die Landesinnung haben diese Themen in der Interessenvertretung größte Priorität. Grundsätzlich aber sehen die Baumeister optimistisch in die Zukunft und glauben auch, dass private Investitionen in Zukunft zunehmen werden. Dies wird auch durch den niedrigen Zinssatz und dem immer stärker werdenden Zuzug in urbane Bereiche begünstigt.“ 


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
E mario.lugger@wkstmk.at

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