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Die Lust am Garteln als Milliarden-Business

Der Frühling lockt die Selbermacher massenhaft in Baumärkte und Co. Das sorgt für zufriedene Unternehmergesichter, denn mit Gartenoase und Balkonien wird in Österreich längst die Milliarden-Grenze überschritten.

Grünoase, Outdoorküche, Relaxzone, Hochbeet und Co.: Das erweiterte Wohnzimmer im eigenen Garten lassen sich die Österreicher hunderte Millionen Euro kosten.
© lily - stock.adobe.com Grünoase, Outdoorküche, Relaxzone, Hochbeet und Co.: Das erweiterte Wohnzimmer im eigenen Garten lassen sich die Österreicher hunderte Millionen Euro kosten.

Mit den ersten Frühlingsgrüßen fiel dieser Tage auch der Startschuss für die Gartensaison – und das lassen sich Herr und Frau Österreicher natürlich nicht zweimal sagen. Jetzt werden Fachmärkte, Gartencenter und Spezialgeschäfte regelrecht gestürmt, es wird im Akkord gerupft, gepflastert, gepflanzt und renoviert, was der Baumarkt hergibt. Kurz gesagt: Die große Lust am „Garteln“ ist wieder da, und das bringt auch die heimische Wirtschaft zum „Blühen“.


 Denn das verlängerte Wohnzimmer im Grünen – und seien es auch nur wenige Quadratmeter „Balkonien“ – ist den Österreichern hunderte Millionen Euro wert. Folgt man aktuellen Statista-Erhebungen, so kann man sogar das Überschreiten der Milliarden-Grenze annehmen: Denn bereits 2017 waren den Österreichern „Produkte zur Gartengestaltung und -pflege privater Haushalte“ satte 930 Millionen Euro wert. Und im Vorjahr spülten die eifrigen Heimwerker stolze 2,56 Milliarden Euro in die Umsatzkassen der rot-weiß-roten Baumärkte (s. dazu Facts unten).

Früher Saisonstart


Nachgefragt bei den steirischen Unternehmern, bestätigt sich das Bild vom boomenden Gartel-Business: „Es wird nicht nur gustiert, sondern auch schon eifrig gekauft“, verrät Hermann Klapf vom Lagerhaus Wechselgau. Und heuer sei das warme Wetter früh dran, „im Vorjahr lag zur selben Zeit noch Schnee“, freut sich Klapf über den guten Saisonstart: „Von Hochbeeten und Pflanzen bis zu den Grillern wird das ganze Sortiment nachgefragt.“ Auch die Servicemitarbeiter seien gut gebucht: „Rasenmäher werden jetzt auf Vordermann gebracht, die Messer und auch die Räder gewechselt.“

Digitaler Rasenmäher


Wer aber an einen neuen Mäher denkt, der könnte nach seinem Smart Home auch einen Smart Garden installieren. „Die Digitalisierung macht vor dem Garten nicht Halt. Geräte kommunzieren bereits miteinander: Der Rasenmäher fährt beispielsweise nicht los, solange die Sprenkleranlage noch läuft, oder gibt Bescheid, wann er gesäubert werden muss“, verrät Harald Oswald, Werksleiter bei AL-KO. Er muss es wissen, schließlich produziert man in Obdach rund 200.000 Rasenmäher pro Jahr.


Clever sind aber auch die Beschattungen bei WO&WO Sonnenlichtdesign. Marketingleiter Bernd Walter erklärt: „Der Sonnenschutz wird immer intelligenter und individueller. Markisen können über Funk oder das Smartphone bedient werden.“ Gefragt seien individuelle Beschattungslösungen und die Optik entscheidend, so Walter. Verständlich. Immerhin ist der Platz vorm Haus oder auf dem Balkon längst ebensolches „Aushängeschild“ der eigenen, stylishen Wohnkultur wie das Interieur der Wohnungen selbst. Und hierfür greifen die Kunden auch gerne ins Börsel – 54 Millionen Euro wurden 2018 bei WO&WO umgesetzt.

Online-Blumenerde


Aber nicht nur für Rasentrimmung oder Schattenspender werden im Frühjahr die Euros locker gemacht: Jetzt wird nämlich auch gepflanzt. Alleine die Gartenerde schlug hier zuletzt mit 583 Millionen Litern zu Buche. Und weil der Transport derselben nicht unbedingt einfach ist, lässt man sich diese immer öfter einfach liefern, wie Roland Fink von NiceShops weiß: „Wir sind, wenn man so will, der größte Online-Blumenerdelieferant Österreichs.“


Aber Blumenerde und Co. gibts natürlich auch stationär: Bellaflora beispielsweise machte mit dem grünen Daumen der Österreicher zuletzt 83,5 Millionen Euro Umsatz. Und es werden in Zukunft wohl noch mehr sein: Vor Kurzem rollten die Baumaschienen in Liebenau für das neue, sieben Millionen Euro teure Gartencenter an.

Stichwort Baumaschinen: Im Frühjahr wird nicht nur im Garten gebuddelt, sondern auch die Bausaison eingeläutet. Was die steirischen Maschinenhersteller hier fürs „Graben im Großen“ parat haben, lesen Sie hier

Rot-weiß-rote Gartenzahlen

  • 2,56 Milliarden Euro wurden dank boomendem Do-it-yourself-Trend 2017 in den österreichischen Baumärkten umgesetzt.
  • 583 Millionen Liter Gartenerde wurden 2017 verkauft. Hier profitieren Gartenmärkte, der Erde-Anteil bei Baumärkten geht zurück.
  • 412.000 Stück Outdoor-Sitzmöbel wurden 2017 laut Schätzung von „Branchenradar.com“ in Österreich verkauft
  • 260 Millionen Euro wurden zuletzt für Gartenpflanzen ausgegeben, davon wurden online Pflanzen im Wert von drei Millionen geordert.
  • 55,7 Millionen Euro war den Österreichern im Jahr 2017 der Wohnraum im Freien, genauer gesagt Outdoor-Möbel, wert.
  • 645,4 Millionen Euro soll der Umsatz im Jahr 2023 allein in der rot-weiß-roten Garten- und Landschaftsbaubranche betragen.


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