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Lust auf Messen und Leistungschauen

Wann ist eine Messe eine Messe? Eine wichtige Frage für Unternehmer, die nicht nur arbeitsrechtlich viele Fragen klärt.

Frau mit Megaphon
© freund Foto.de, stockadobe Außerhalb der Geschäftsräume können Kunden von Mitarbeitern auch an Sonn-und Feiertagen bei Messen lautstark zusammentrommelt werden.

Viele Unternehmer haben zunehmend Lust, sich und ihre Angebote bzw. ihre Dienstleistungen von Zeit zu Zeit in geballter Form außerhalb des „normalen“ Betriebes ihren Kunden zu präsentieren. Das wirft eine Reihe von Fragen, vor allem arbeitsrechtlicher Natur, auf. Kirsten Fichtner-Koele, Expertin im WKO-Rechtsservice: „Wird das Unternehmen quasi an einen Veranstaltungsort verlagert, wo gemeinsam mit anderen Betrieben eine Messe oder Leistungsschau abgehalten wird, dann ergeben sich arbeitsrechtlich gar keine Probleme, weil dann Mitarbeiter auch außerhalb der Arbeitszeiten – auch am Wochenende und während der Feiertagsruhe – beschäftigt werden dürfen. Natürlich müssen alle Mehrleistungen finanziell entsprechend abgelöst und die Ruhezeiten eingehalten werden.“ Hinsichtlich des Entgelts sind, so Fichtner-Koele, die Kollektivvertragsvereinbarungen der jeweiligen Branche im Detail zu beachten. 

Planen Firmenchefs in den Geschäftsräumlichkeiten zum Beispiel eine sogenannte Hausmesse, dann kann diese nur während der üblichen Öffnungszeiten über die Bühne gehen und die Mitarbeiter können auch nur während der normalen Arbeitszeit beschäftigt werden. Die Diktion Messe, die eigentlich gar nichts aussagt, rechtfertigt in keinem Fall eine Ausweitung der Öffnungszeiten und damit der Arbeitszeiten. Zu beachten ist bei Verkaufsveranstaltungen (Messen, Leistungsschauen) auch die Richtlinie über Verbraucherrechte, die Konsumenten ohne weitere Angabe von Gründen mehrtägige Rücktrittsrechte ermöglicht, die nicht in den Geschäftsräumen unterschrieben wurden. Sie gilt bei Messen nicht. Ausnahme: der Kunde wurde direkt an den Messestand gelotst, etwa durch ein persönliches Schrei­ben im Vorfeld.


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