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Lockdown kostete 250 Millionen Euro

Der steirische Einzelhandel zog seine Covid-19-Halbjahresbilanz: Minus bei Jobs (-2,8 Prozent) und Umsatz(-3,5 Prozent), allein Lockdown kostete 250 Millionen.

Herrengasse Graz Covid
© Foto Fischer 250 Millionen Euro weniger Umsatz musste der heimische Einzelhandel heuer während des Lockdowns verbuchen.

Eine Viertel Milliarde Euro weniger Umsatz – allein im steirischen stationären Einzelhandel und das innerhalb der Monate März und April: Spartenobmann Gerhard Wohlmuth untermauert gemeinsam mit Wolfgang Ziniel von der KMU-Forschung-Austria im Zuge der Präsentation der „Handels-Halbjahresbilanz“ mit drastischen Zahlen, welch tiefe Furchen Corona in der weiß-grünen Mark alleine im Handel gezogen hat. „Aber nur weil zu Jahresbeginn bzw. nach dem Lockdown dann im Mai und im Juni ein leichtes Plus erwirtschaftet werden konnte, beträgt das Minus beim Halbjahresumsatz ,nur‘ 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Summe waren es heuer im steirischen Einzelhandel in den ersten sechs Monaten 4,6 Milliarden Euro“, so Wohlmuth. 

Und auch bei den Beschäftigtenzahlen schlägt sich das Covid-19-bedingte Minus in den heimischen Handelskassen nieder, so ist die Mitarbeiteranzahl im stationären Einzelhandel von Jänner bis Juni um 2,8 Prozent gesunken – aktuell zählt man hier 45.300 Mitarbeiter, über die gesamte heimische Handelslandschaft sind es 80.000 Beschäftigte.

Minus 70 Prozent

Ein Blick in die detailauswertungen der Bilanz zeigt, dass die Handelsbranchen zum Teil sehr unterschiedlich von den Corona-Ereignissen betroffen waren. Denn während im Lebensmittelhandel, im Bau- und Heimwerkerbedarf oder im Kosmetikbereich Umsatzzuwächse verbucht werden konnten, sahen sich der Mode-, Schuh- und Schmuckhandel mit monatlichen Umsatzrückgängen von bis zu 70 Prozent konfrontiert. 

„Die Maßnahmen zur Eindämmung des Covid-19-Virus haben hier sehr viele Unternehmen im Land von heute auf morgen völlig unverschuldet vor existenzielle Fragen gestellt“, unterstreicht Wohlmuth und betont, dass die Politik deshalb jetzt niemanden im Stich lassen dürfe. 

„Die Debatte um eine Vier-Tage-Woche ist in Zeiten wie diesen enorm schädlich fürs wirtschaftliche Klima. Mit solchen Ladenhütern aus der politischen Klamottenkiste löst man keine Probleme, damit lassen sich die aktuellen Herausforderungen nicht meistern.“
Gerhard Wohlmuth, Spartenobmann des steirischen Handels


Gegen neue Belastungen

„Und um beim Thema politische Verantwortung zu bleiben: Die aktuelle Debatte um die Vier-Tage-Woche ist in diesem Zusammenhang höchst kontraproduktiv und schädlich fürs wirtschaftliche Klima im Land“, erteilt Wohlmuth diesen erneut aufgeflammten Forderungen eine entschiedene Abfuhr. „Solche Ladenhüter aus der politischen Klamottenkiste lösen keine Probleme, damit können wir die aktuellen Herausforderungen nicht meistern“, so der Handelsobmann. Vielmehr sei ein stabiles Umfeld nun primäre Erfordernis, damit die Betriebe den erforderlichen Umsatz für eine positive Beschäftigungsentwicklung erwirtschaften können. „Laut KMU-Forschung benötigen die Unternehmen nämlich zumindest 78 Prozent der Vor-Corona-Umsätze für einen gewinnbringenden Geschäftsbetrieb“, erklärt Wohlmuth. „Und nur damit kann dem aktuellen Personalabbau, der vor allem junge Mitarbeiter betrifft, entgegengewirkt werden.“

Ziniel und Wohlmuth beim Pressegespräch
© Foto Fischer Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) und Gerhard Wohlmuth (Obmann Sparte Handel in der WKO Steiermark) präsentieren die Halbjahresbilanz des steirischen Handels.


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