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Revolution in der Wasseraufbereitung

"fluvicon"-Gründer Thomas Grießler kann mit 50 Prozent weniger Energie Wasser wieder sauber machen. Großkonzerne haben bereits angeklopft.

Der Erfinder Thomas Grießler
© Fluvicon Der Physiker Thomas Grießler ist dem sauberen Wasser auf der Spur

Sauberes Wasser ist die wichtigste Ressource auf dem Planeten. Um den Zugang zu Trinkwasser zu gewährleisten, aber auch dafür, den bereits verunreinigten Rohstoff erneut nutzbar zu machen, werden weltweit zig Milliarden aufgewendet. Kein Wunder, dass Forscher rund um den Globus mit Nachdruck am Thema Wasseraufbereitung arbeiten. Einer, der hier weit über die Landesgrenzen hinaus für Furore sorgt, ist der Leobener „fluvicon“-Gründer Thomas Grießler. „Das Zauberwort heißt osmotischer Kreisprozess“, verrät der Jungunternehmer. „Dieses Verfahren nutzt den natürlichen Vorgang der Osmose und ermöglicht die Wasserreinigung mit nur halb so viel Energieaufwand wie bislang“, betont der Physiker. Ebenso sei seine Innovation robuster, beinahe wartungsfrei und könne, so Grießler, „sogar noch Frischwasser aus dem Restschlamm von Kläranlagen ziehen“.

Wasser „arbeitet“ selbst

Wie das geht? „Der Clou an der Sache ist, dem Wasser mittels Osmose selbst die Arbeit zu überlassen, um vom Rohwasserbecken A durch die Filtermembran zum Frischwasserbecken B zu gelangen“, erklärt der Physiker. „Denn Osmose ist nichts anderes, als dass Wassermoleküle von sich aus wandern, um Konzentrationsunterschiede auszugleichen.“ Also, wirklich sehr vereinfacht gesagt, sucht das Salzige automatisch immer das Süßere – so wie sich Meerwasser mit Süßwasser vermischt. Und Grießler hat nun weltweit erstmals diesen Prozess für die industrielle Anwendung nutzbar gemacht – drei Patentierungsverfahren laufen bereits.

Was das Besondere daran ist? „Bis dato entsalzt oder reinigt man Wasser, indem man es mit bis zu 80 Bar durch Filter drückt. Damit wird viel Schmutz in die Poren der Membranen gepresst, die deshalb schnell verfaulen, was mit hohen Wartungskosten und kurzer Lebensdauer verbunden ist“, erklärt Grießler. Seine Innovation kommt ohne diesen äußeren Kraftaufwand aus und hält die Filter sauber. „Ich habe lange an der richtigen ,Salzmischung‘ getüftelt, die ins Frischwasser gegeben wird, damit dieses das Rohwasser durch die Membran anzieht“, verrät Grießler. Externe Energiezufuhr wird hier nur dafür benötigt, um im Nachhinein diese Zug-Salze  mittels einfachem Prozess wieder aus dem nun reinen Wasser herauszuholen.

Doch das ist längst nicht alles, was diese Entwicklung zu so etwas Besonderem macht: Denn da in Grießlers Verfahren ja nur die Wassermoleküle selbst von A nach B wandern, bleiben alle anderen Verunreinigungen im Rohwasser ganz automatisch auf der „schmutzigen Seite“ übrig. Will heißen, selbst Öle oder Medikamentenrückstände sind bei dieser  industriellen Wasseraufbereitungstechnik kein Thema mehr: „Eine Reihe von Industrieabwässern kann man bis heute gar nicht wirtschaftlich aufbereiten. Mit diesem Verfahren ist das nun möglich“, so  Grießler.
Mit seiner Entwicklung hat der Forscher Neuland beschritten. Zwar gäbe es noch drei kleinere Unternehmen, die ähnliche Verfahren nutzen, „doch das nur auf sehr spezielle Nischen beschränkt“. Seine Technik ist jedoch bewusst breiter aufgestellt und soll, neben Kläranlagen, Industrieabwasserkreislauf oder Meerwasserentsalzung, auch in anderen Bereichen zur Anwendung kommen. Grießler: „Aufgrund der Energieeffizienz und der kompakten Bauweise ist sie auch mobil einsetzbar, etwa als zeitlich begrenzte Industrielösung – bei Bohrungen – ebenso wie als kleinerer Containeraufbau für die Trinkwasserbereitstellung im Katastropheneinsatz.“

Und dass diese „Steirerlösung“ durchaus das Zeug zum Welterfolg hat, davon ist nicht nur Grießler selbst überzeugt, sondern auch immer mehr „externe“ Beobachter: „Ich starte gerade erst auf den Markt, aber schon jetzt haben drei internationale Großkonzerne ihr höchstes Interesse an der Zusammenarbeit bekundet.“ 

Von Veronika Pranger

Mehr zum Unternehmen: www.fluvicon.com

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