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Lehrausbildung als Trumpf gegen Fachkräftemangel

Die gute Konjunktur zeigt in vielen Branchen den eklatanten Fachkräftemangel auf. Ein Schritt aus der Misere kann sein, selbst zum Ausbildungsbetrieb zu werden.

Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig: Ein möglicher Schritt aus der Misere ist es, selbst zum Ausbildungsbetrieb zu werden.
© IV-Kniepeiss Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig: Ein möglicher Schritt aus der Misere ist es, selbst zum Ausbildungsbetrieb zu werden.

„Immer mehr Betriebe werben um Lehrlinge gleich stark wie um Kunden.“ Das sagt Gottfried Krainer. Er ist Leiter der Lehrlingsstelle in der WKO Steiermark und damit jemand, der auch in der Thematik „Fachkräftemangel“ zu den Top-Experten in der Steiermark zählt. Seine tägliche Praxis zeigt: Längst ist der Kampf um die Mitarbeiter der Zukunft voll entbrannt.

„Schuld“ daran ist nicht zuletzt die gute Konjunktur. Die Zahl der offenen Stellen ist im März auf 8.980 geklettert und liegt damit um 32,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Gleichzeitig geht die Arbeitslosigkeit weiter zurück, sank im Jahresvergleich um 9,2 Prozent. Laut aktuellen Umfragen müssen zahlreiche Betriebe aus dem handwerklich-gewerblichen Bereich sogar bereits Aufträge ablehnen, weil sie die für die Umsetzung nötigen qualifizierten Arbeitskräfte nicht in ausreichender Zahl haben – und auch nicht finden. Dazu kommt: Durch den demographischen Wandel ist die Zahl der 15-Jährigen eines Jahrganges in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken und allein in den letzten zehn Jahren von 19.904 (2008) auf aktuell 15.329 (2017) zurückgegangen. Die Talsohle ist damit hier zwar erreicht, Besserung jedoch nicht in Sicht – von allein wird sich das Problem also nicht lösen.

Fakt auf jeden Fall ist, dass immer mehr Firmen wieder selbst zum Ausbildungsbetrieb werden wollen, um der Fachkräftemisere zu entkommen. „Wir hatten per Jahresende exakt 5.000 Lehrbetriebe in der Steiermark. In den ersten Wochen des neuen Jahres verzeichneten wir hier aber seit längerer Zeit wieder einen Aufwärtstrend“, sagt Krainer. Der Kampf um die Fachkräfte sei damit endgültig auf dem Lehrlingsmarkt angekommen. Krainer warnt Unternehmen davor, diesen Trend zu verschlafen. „Jene, die darauf warten, dass die Lehrlinge von selbst kommen, werden in Zukunft schlechte Karten haben“, bekräftigt  Krainer. Seitens der Wirtschaftskammer gibt es diesbezüglich ein umfassendes Beratungsangebot (siehe auch links unten). Und trotzdem gibt es Fälle, in denen Jugendliche keine Lehrstelle finden, obwohl die Branche händeringend nach Arbeitskräften sucht.

So hat sich etwa ein Vater aus dem Bezirk Voitsberg bei der „Steirischen Wirtschaft“ gemeldet, dessen Sohn seit Monaten einen Ausbildungsplatz in der IT-Branche sucht  – und das, obwohl derzeit in Österreich rund 10.000 Jobs in dieser Branche nicht besetzt werden können. In Zeiten der Digitalisierung könne sich dies – zusätzlich zum demographisch bedingten Mangel an Arbeitskräften – zu einem „gewaltigen Hemmschuh für die gesamte Wirtschaft auswachsen“, warnt der steirische Sprecher der IT-Branche, Dominic Neumann. „Wir predigen den Betrieben seit Jahren, dass sie  die benötigten Fachkräfte auch ausbilden müssen“, sagt Neumann. Er ruft nun seine Branche auf, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.

10.000 Fachkräfte fehlen – aber auch die Lehrstellen 

„Ich möchte den Beruf des IT-Technikers lernen. Das interessiert mich sehr, aber leider gibt es viel zu wenig Lehrstellen.“ Das sind die Worte des 15-jährigen Sebastian Bauer aus dem Bezirk Voitsberg. Er sucht seit Monaten eine Lehrstelle in einer Branche, in der aktuell rund 10.000 Jobs nicht besetzt werden können, weil die Fachkräfte fehlen. Dafür gibt es Kritik von seinem Vater Wolfgang: „Ich finde es traurig, dass Jugendliche gar nicht die Möglichkeit haben, ihren Traumberuf zu erlernen, noch dazu in einer Zukunftsbranche, die nicht nur aktuell, sondern auch in den nächsten Jahren mehr als gefragt sein wird.“

Branchensprecher ruft IT-Betriebe zur Ausbildung auf

Der Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT-Dienstleistung (UBIT) und Sprecher der steirischen IT-Branche, Dominic Neumann, ruft angesichts des eklatanten Fachkräftemangels „seine“ Betriebe dazu auf, mehr Ausbildungsplätze für die Jugend zu schaffen. „Im Büro der Fachgruppe haben wir deshalb einen Arbeitsschwerpunkt zum Thema eingerichtet und bieten jedem Unternehmer, der sich bei uns meldet, die bestmögliche Unterstützung an“, sagt Neumann. Sie erreichen das Team der Fachgruppe unter (0316) 601-444 oder office@ubit-stmk.at

So werden Sie in kürzester Zeit zum Ausbildungsbetrieb

Ein Ausbildungsbetrieb zu werden, ist rasch umsetzbar. Der erste Schritt ist ein Anruf bei der WKO Steiermark unter (0316) 601-770. Unter dieser Nummer erhalten Sie alle Informationen und es wird auch sofort abgeklärt, ob  Sie die nötigen Voraussetzungen erfüllen. Ist dies der Fall, werden Sie von den Experten der Wirtschaftskammer besucht. Im Zuge dieses Beratungsgespräches, bei dem auch bereits die Arbeiterkammer mit dabei ist, werden die letzten Fragen geklärt. Im Idealfall kann noch vor Ort die Berechtigung zur Ausbildung ausgesprochen werden. Kosten fallen für dieses Verfahren nicht an – und es besteht dadurch auch keine „Pflicht“, Lehrlinge aufzunehmen. Alle Infos auch im Internet: www.wko.at/stmk/lehrlingsstelle.

Zahl der Lehrlinge und der Ausbildungsbetriebe steigt

4.696 Jugendliche haben sich im Vorjahr für eine duale Ausbildung – also eine Lehre – entschieden. Das entspricht 41,6 Prozent des Altersjahrganges und stellt ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2016 dar. Bei den Ausbildungsbetrieben verzeichnete man in den vergangenen Jahren eine leichte Abwärtstendenz, per 31. Dezember waren exakt 5.000 Betriebe als Ausbildungsstätten zugelassen. Mittlerweile ist hier die Trendumkehr geschafft. Rund zehn Prozent der Ausbildungsbetriebe „erneuern“ sich dabei jährlich: Die 460 neuen  Lehrlingsbetriebe hielten sich mit jenen, die nicht mehr ausbilden, dabei im vergangenen Jahr – und auch den Jahren zuvor – in etwa die Waage.

Von Klaus Krainer

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