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Lebensberater bringen Klage gegen das Land ein

Trotz ihrer umfangreichen Ausbildung werden Lebens- und Sozialberater vom Land Steiermark von vielen Tätigkeiten ausgeschlossen. Die zuständige Fachgruppe wehrt sich gegen diese Diskriminierung – und reicht eine Musterklage ein.

Rechtsanwalt Thomas Neger und Fachgruppenobmann Andreas Herz (v.l.)
© Foto Fischer Rechtsanwalt Thomas Neger und Fachgruppenobmann Andreas Herz: "Wir werden gegebenenfalls durch sämtliche Instanzen gehen."

Es klingt paradox: Just die Berufsgruppe der Lebensberater ist derzeit in einer veritablen Krise – und braucht (juristische) Unterstützung. Denn trotz der umfangreichen Ausbildungen, die die psychologischen Lebens- und Sozialberater nachweisen müssen, schließt sie das Land Steiermark in vielen Bereichen von der Auftragsvergabe aus – speziell, wenn es um Supervisionsleistungen im Bereich der Behindertenhilfe geht. Hier wird eine ganze Berufsgruppe abgelehnt, obwohl das zuständige Ministerium erst kürzlich festgehalten hat, dass für die gewerbsmäßige Erbringung von Supervisionsleistungen eine Gewerbeberechtigung als Lebens- und Sozialberater erforderlich ist.
Diese Diskriminierung will die zuständige Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung nicht länger hinnehmen: „Wir reichen als Fachgruppe eine entsprechende Musterklage gegen das Land Steiermark ein“, so Fachgruppenobmann Andreas Herz. „Wenn nötig, werden wir in dieser Causa durch sämtliche juristischen Instanzen ziehen“, gibt er sich kämpferisch.

Rechtliche Hintergründe

Juristische Rückendeckung bekommt er dabei von Thomas Neger. Der Jurist erläutert die Hintergründe: „Die Behindertenhilfe  wird in Österreich durch die Lebenshilfe Österreich als Verein und deren Unterorganisationen erbracht. Die Bundesländer, in diesem Fall das Land Steiermark, finanzieren die Behindertenhilfe durch Förderungen.“ Konkret verlange das Land als Mindestvoraussetzung die Eintragung in gewisse Listen, setzt er fort: „Da die Lebensberater dort nicht angeführt sind, lehnt das Land Steiermark die Durchführung von Supervisionen durch Lebens- und Sozialberater in der Behindertenhilfe ab und gewährt der Lebenshilfe keine Finanzierung für solche Leistungen.“

Eine Vorgehensweise bzw. Rechtsauffassung, die weder durch eine Verordnung noch durch ein Gesetz gedeckt sei und „grob willkürlich erscheint“, ist der Advokat überzeugt. „Aus unserer Sicht ist das ein klarer Fall von Diskriminierung, weil das Grundrecht auf Gleichbehandlung und die Erwerbsausübungsfreiheit der Lebens- und Sozialberater durch das Land hier verletzt wird“, so Herz.

Zugang verwehrt

Zusätzlich zum Supervisionsbereich verwehrt das Land den Lebens- und Sozialberatern auch die Erbringung diverser Leistung in der Kinder- und Jugendhilfe, obwohl diese die erforderlichen Qualifikationen aufweisen oder sogar besser qualifiziert sind als die Konkurrenz. „Dies betrifft insbesondere die sozialpädagogische Kinder- und Jugendbetreuung sowie die Betreuung bei Trennungs- und Verlusterlebnissen. Auch hier werden die Lebens- und Sozialberater in ihren Grundrechten verletzt“, ist Neger überzeugt.
Da das Land nach den bisherigen Gesprächen seine Vorgaben nicht revidiert hat, wird die Fachgruppe die vorbereitete Klage gegen das Land einreichen – die Fachgruppe erhofft sich dadurch, dass der Ausschluss der Berufsgruppe gerichtlich unterlassen werden muss. Im Raum stehen auch Schadenersatzforderungen gegen das Land. 

Zahlen:

  • 978 psychologische Lebensberater gibt es derzeit in der Steiermark.
  • 282 Lebensberater sind aktuell im sportwissenschaftlichen bzw. im Ernährungsbereich tätig.
  • 79 Prozent beträgt die Zunahme der Berechtigungen seit 2008, damals gab es 705 Berechtigungen für alle drei Bereiche. 

Von Karin Sattler


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