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Lastschrift-Urteil geht zu Lasten der Konsumenten

Onlinehändler sollen Lastschriften nur noch anbieten dürfen, wenn sie diese Zahlungsart allen EU-Kunden gewähren.

Paket-Zustellung
© lovelyday12 - stock.adobe.com Das online bestellte Packerl bringen wie gewohnt Post oder Paketdienst, bezahlt wird aber vielleicht schon bald nicht mehr mit dem beliebten Bankeinzug.

Es war ein überraschendes Urteil des EuGH, wonach Onlinehändler das Lastschriftverfahren (Bankeinzug/Abbuchungsauftrag) allen Konsumenten in der EU anbieten müssen, wenn sie diese Art zu zahlen ihren Kunden in Österreich zur Verfügung stellen. Hintergrund dieser Entscheidung ist die sogenannte Geoblocking-Verordnung, die, vereinfacht gesagt, gleiche Konditionen für alle im EU-Raum garantiert und Diskriminierungen bei Sendungen oder Zahlung aufgrund des Herkunftsortes des Kunden unterbindet. „Die hierzulande wirklich sehr beliebte Zahlungsart ,Sepa-Lastschrift‘ überprüft im Zuge des Bestellvorgangs, ob der Kunde zahlungsfähig ist. Je besser die Bonität, desto geringer das Risiko für den Händler“, erklärt E-Commerce-Spezialist Bernd Pitteroff in der WKO Steiermark.

Image-Verlust der Online-Branche?

Zwar könne laut Geoblocking-Verordnung die Auswahl der Zahlungsart bei mangelnder Bonität eingeschränkt werden, so Pitteroff, „was ja keine Diskriminierung aufgrund der Nationalität ist“. Doch um das herauszufinden, müsste der Onlinehändler im Ausland die Zahlungsfähigkeit des Kunden abfragen, was, wenn überhaupt möglich, kostspielig sei, so Pitteroff.
Deshalb werde das Urteil wohl das Aus für den Bankeinzug im Onlinehandel hierzulande bedeuten, so Pitteroff, wenn die gängige Praxis künftig nicht mehr erlaubt werde. „Und das kann wohl kaum im Interesse der Konsumenten liegen“, mahnt Bundesbranchensprecher Martin Sonntag. „Es droht damit der Image-Verlust der Online-Branche und in weiterer Folge wirtschaftlicher Schaden.“

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