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"Wer im Land kauft, sichert Arbeitsplätze"

Covid-19 hat das Land von heute auf morgen zum Stillstand gebracht. WKO-Präsident Josef Herk im Gespräch, was es braucht, um die Wirtschaft wieder hochzufahren, und warum beim Einkaufen Patriotismus gefragt ist

WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk
© Oliver Wolf WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk im Interview, warum es Einkaufspatriotismus braucht und wie die Wirtschaft wieder hochgefahren werden kann.

Wie haben die Corona-Maßnahmen die steirische Wirtschaft getroffen?
Josef Herk:
Corona und die damit verbundenen Einschränkungen haben die Wirtschaftswelt von heute auf morgen komplett auf den Kopf gestellt. Ganz ehrlich, so etwas habe ich auch in meinem eigenen Unternehmen noch nie erlebt. Viele sehen sich mit existenzbedrohenden Herausforderungen konfrontiert. Herausforderungen, die wir nur gemeinsam werden lösen können. Darum befinden wir uns als WKO auch in einem intensiven Austausch mit der Bundesregierung um die diversen Hilfsprogramme weiter zu optimieren.

Lässt sich das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens bereits beziffern?
Herk:
Es ist schwer, die langfristigen ökonomischen Auswirkungen jetzt festzumachen, denn die Corona-Pandemie hat die globale Weltwirtschaft massivst eingebremst. Was wir aber bereits sehen, sind zu erwartende, enorme BIP-Einbrüche. Die Zahlen für Österreich werden aktuell zwischen fünf bis sieben Prozent prognostiziert. Nur zum Vergleich: Bei der Finanzkrise 2009 schrumpfte die heimische Wirtschaft um 3,9 Prozent.

Wie sieht es in der Steiermark konkret aus?
Herk:
Corona hat quer durch alle Wirtschaftsbereiche tiefe Spuren hinterlassen. Viele Selbständige haben 100-prozentige Umsatzausfälle und stehen ohne Einkommen da – hier wird es in einigen besondes schwer getroffenen Branchen weitere Hilfen brauchen. Oder nehmen wir den steirischen Handel: Hier waren es in jeder einzelnen Shutdown-Woche 70 Millionen Euro an Umsatzverlusten. Und auch jetzt, wo die Geschäfte wieder öffnen konnten, ist man noch meilenweit davon entfernt, von Normalität sprechen zu können. Es wird aber in allen Bereichen ein langer Weg zurück werden.

Was braucht es dazu aus Ihrer Sicht konkret?
Herk:
Zwei Dinge sind besonders wichtig. Zum einen braucht es echten Einkaufspatriotismus. Gerade jetzt ist es nämlich essentiell, welche Kaufentscheidungen jeder einzelne von uns trifft. Denn wer bei steirischen Unternehmen kauft, unterstützt damit nicht nur die Betriebe selbst, sondern auch die gesamte heimische Wirtschaft. Oder sportlich gesagt: Wer zu Hause shoppt, sichert sich den Heimvorteil.

Am welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden?
Herk:
Der zweite wesentliche Punkt, von dem ein geglücktes Hochfahren der Wirtschaft abhängt, ist die Sicherung der Liquidität. Die Bundesregierung hat hier einen gigantischen Schutzschirm gespannt, doch bis diese Hilfe in vollem Ausmaß bei den Betrieben ankommt, dauert es. Zeit, die wir leider nicht haben. Hier erwarte ich mir von den Banken ein entsprechend flexibles Vorgehen, auch wenn mir die restriktiven Vorgaben für Kreditvergaben natürlich bewusst sind. Diese dürfen im Sinne einer wirtschaftlichen Notfallmedizin jetzt aber nicht überwiegen, es braucht lebenserhaltende Maßnahmen.

Wie kann oder soll der Staat hier unterstützen?
Herk:
Die Regierung hat schnell und umfassend auf die Coronakrise reagiert. Diese Konsequenz erwarte ich jetzt auch beim Wiederhochfahren, und dazu gehört neben einer treffsicheren finanziellen Unterstützung auch ein rasches Abwickeln von Behördenverfahren. Homeoffice darf kein Homeurlaub sein, aber ich denke, hier sind sich alle ihrer Verantwortung bewusst.

Wie kann das Land wieder auf Touren gebracht werden?
Herk:
In der aktuellen Situation ist eine antizyklische Konjunkturpolitik essentiell, sprich: Wir müssen uns die finanzielle Luft für ein Investitionspaket nach Corona behalten. Dringend notwendig ist auch die schrittweise Lockerung von Grenzschließungen zu unseren Partnerländern. Und nicht zuletzt braucht es jetzt Solidarität – über sämtliche Lebens- und Wirtschaftsbereiche hinweg. Denn wir müssen alle an einem Strang ziehen, um diese Krise zu überwinden.

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