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Land der Sparer trotz Zinsflaute

Zum Weltspartag rückt das Sparen wieder in den Fokus: Trotz andauernder Zinstristesse sind die Steirer weiterhin fleißige Sparer. Monat für Monat werden im Schnitt 259 Euro auf die hohe Kante gelegt.

Frau mit Sparschwein
© Dada Lin-Fotolia Die Steirer sind weiterhin fleißige Sparer.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Ein altes Sprichwort, das bis heute Gültigkeit hat und gerade rund um den Weltspartag wieder besondere Aktualität bekommt. Das belegt auch eine IMAS-Umfrage, die im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen durchgeführt wurde: Demnach legen die Steirer jedes Monat 259 Monat auf die Seite, das liegt auch über dem Bundesschnitt (245 Euro). Zum Vergleich: Im Jahr 2009 wurden durchschnittlich im Monat 128 Euro gespart, im Jahr 2013 waren es 160 Euro.

Summa summarum haben die Österreicher ein Geldvermögen von sage und schreibe 663 Milliarden Euro angehäuft, wie aus aktuellen Daten der Nationalbank hervorgeht – ein neuer Rekordwert. „Das hohe Ausmaß an täglich fälligen Einlagen von 148 Milliarden Euro belegt die hohe Präferenz für liquide und sichere Anlagen“, heißt es bei der Nationalbank. So flossen in den letzten drei Jahren durchschnittlich vier von fünf Euro in Einlagen und Bargeld, wobei täglich fällige Produkte zulasten von jenen mit Bindungsfristen bevorzugt wurden.

"Beachtliche Sparleistung"

Doch zurück in die Steiermark, wo die monatlichen Sparbeträge auch im Detail unter die Lupe genommen wurden: 24 Prozent der Befragten legen monatlich 101 bis 200 Euro zur Seite, weitere 27 Prozent 201 bis 500 Euro (siehe Grafik oben). Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse, sieht darin eine „beachtliche Sparleistung“. Sieben von zehn Befragten gaben zudem an, dass Sparen für sie sehr oder ziemlich wichtig sei. Im Vordergrund stehen bei den Sparmotiven der Notgroschen bzw. die Absicherung, gefolgt von großen Investitionen wie Haus, Wohnung oder Auto sowie Urlaubsreisen und der Altersvorsorge.

Spannend ist auch ein Blick auf die beliebtesten Spar- und Investitionsformen der Steirer: Trotz anhaltender Zinsflaute rangiert das Sparbuch bzw. die Sparkarte mit 80 Prozent noch immer unangefochten auf Platz eins, gefolgt vom Bausparen (56 Prozent) und dem Sparen am Girokonto (47 Prozent). Auf Platz vier rangiert die Lebensversicherung (40 Prozent), auf Platz fünf folgen Wertpapiere (28 Prozent).

Dass die Steirer trotz anhaltender Zinsflaute noch immer aufs Sparen setzen, sei – gerade rund um den Weltspartag – ein wichtiges Signal, so Fabisch: „Es ist wichtig, das Sparen auch in Zeiten niedriger Zinsen nicht zu verlernen.“ Der Weltspartag habe heute mehr symbolischen Charakter, um den Spargedanken hochzuhalten und „Lust aufs Sparen zu machen“, wie es Fabisch formuliert.
Dennoch mag die ausgeprägte Sparbereitschaft der Steirer beim Blick auf die Divergenz zwischen Sparzinsen und Inflationsrate verwundern. Denn während die Sparzinsen derzeit zwischen 0,1 und 0,2 Prozent dahintümpeln, ist die Inflation auf zwei Prozent gestiegen – eine fatale Kombination. „Doch der Abstand dürfte noch ein bis zwei Jahre so groß sein“, mutmaßt Fabisch. „Wir rechnen mit einer langsamen Anpassung und einer sichtbaren Zinserhöhung erst Ende 2019 bzw. 2020.“

Wir haben den bevorstehenden Weltspartag zum Anlass genommen, um uns unter den weiß-grünen Bankenchefs umzuhören, wie sie aus ihrer Sicht die Zinserwartungen für die Sparer in den nächsten zwei Jahren einschätzen.


Martin Schaller, Raiffeisen: „Es gibt Anzeichen, dass die EZB 2019 die Leitzinsen leicht anheben könnte, doch auch dann bliebe das Niveau niedrig. In diesem Umfeld ist es wichtig, sich beraten zu lassen, um die passende Spar- und Anlageform zu finden.“

Heimo Haidmayer, Schoellerbank: „In den USA sollten die Zinsen weiter steigen, es wird noch heuer mit einer Erhöhung gerechnet. In Europa und Asien sind wesentlich höhere Zinsen hingegen unrealistisch. Für Sparbuchsparer bleibt die Lage daher trist.“

Georg Wolf-Schönach, Krentschker: „Wir gehen davon aus, dass die Spareinlagenzinsen in den beiden kommenden Jahren nicht wirklich steigen und die ex­treme Niedrigzinsphase – sogar mit ne­gativen Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt – im Euroraum anhält.“

Regina Ovesny-Straka, Volksbank: „Auch bei einer leichten Zinsanhebung rechnen wir damit, dass die Niedrigzinsphase noch Jahre dauern wird. Um aus Erspartem Ertrag zu erwirtschaften, müssen Veranlagungen strukturiert und breit aufgestellt werden.“

Nikolaus Juhasz, BKS-Bank: „Wir gehen davon aus, dass sich an der derzeit herrschenden Niedrigzinssituation für Sparer in den nächsten zwei Jahren nur wenig ändern wird. Daher raten wir, sich auch zu Anlagemöglichkeiten am Kapitalmarkt zu informieren.“

Gernot Wagner, Bank Aus­tria: „Wir erwarten bis 2020 eine Änderung der EZB-Zinspflicht, haben aber bei den kurzfristigen Zinsen sehr gedämpfte Erwartungen. Langfristige Zinsen könnten jedoch überraschen und bis 2020 etwas stärker zulegen.“

Robert Hengsberger, BAWAG P.S.K.: „Neben Anlagekonten und variablen Sparangeboten werden zunehmend Fondslösungen nachgefragt, die wir auf den individuellen Anlagehorizont und das persönliche Risiko-/Ertragsprofil der Kunden abstimmen.“

Martin Gölles, Hypo Steiermark: „Die Leitzinsen werden laut aktuellem Ausblick der EZB noch länger auf einem sehr niedrigen Niveau verharren. Dies bedeutet, dass für Sparbuchsparer in den nächsten beiden Jahren keine höheren Zinsen zu erwarten sind.“


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