th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery Flickr Youtube Instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Labor ersetzt Wal-Darm

Der Duftstoff Ambrox ist in der Parfumindustrie heiß begehrt, doch mit Kilopreisen von bis zu 50.000 Euro sehr teuer. Den Stoff, der seinen Ursprung im Gedärm des Pottwales hat, haben Grazer nun im Labor „nachgebaut“.

Ambrox gilst als seltenster und wertvollster tierischer Duftstoff – nur ein bis fünf Prozent der Pottwale produzieren den dafür nötigen Ausgangsstoff.
© Wildestanimal AdobeStock Ambrox gilst als seltenster und wertvollster tierischer Duftstoff – nur ein bis fünf Prozent der Pottwale "produzieren" den dafür nötigen Ausgangsstoff.

Wer würde wohl denken, dass die feinsten Damen und Herren sich an einem Wohlgeruch laben, den man aus den ruhmlosen Gedärmen eines kranken Pottwals holt! Und doch ist es so. – Dieses Zitat aus Herman Melvilles „Moby Dick“ (1851) macht deutlich, wie altbekannt der tierische Duftstoff Ambra – auch Ambrox oder Ambergris genannt – ist. Und auch der Befund, dass die meisten gar nicht wüssten, dass die Grundsubstanz dieses begehrten „Wohlgeruchs“ aus dem Verdauungstrakt des Pottwals stammt, hat bis heute wohl nichts an Aktualität verloren.

Die Vorsubstanz Ambrein wird im Pottwal-Darm gebildet – aber nur in ein bis fünf Prozent der Tiere“, erklärt der Grazer Biotechnologe Harald Pichler. Der Wal würge diese Brocken aus, die danach oft lange Zeit im Salzwasser treiben und der Sonne ausgesetzt sind, so Pichler: „Hier findet eine Umwandlung statt und es entsteht einer der seltensten und teuersten tierischen Duftstoffe der Welt.“ Wer dieses „Wal-Gewürge“ also in seinem Fischernetz oder angespült am Strand findet, hat den Jackpot geknackt – bis zu 50.000 Euro pro Kilo werden für sehr gute Qualitäten bezahlt.

Kein Wunder, dass auch die Wissenschaft seit Jahrzehnten daran ist, dem teuren Duft „künstlich“ auf die Schliche zu kommen. „Zwar ist es seit den späten 30er-Jahren mittels chemischer Katalyse möglich, Ambrox zu erzeugen“, so Pichler, „aber das ist nach wie vor sehr teuer und das Ergebnis für Parfümhersteller meist nicht gut genug.“ Soll heißen: Für die Füllung besonders edler Flacons komme nach wie vor oft der „Wal-Auswurf“ zur Anwendung. „Und die bis dato angewandte künstliche Ambrox-Produktion nutzt Stoffe aus der Petrochemie und es werden umweltschädliche Chemikalien eingesetzt“, so Pichler.

Aber „Wal-Duft“ geht auch „bio“: Den Forschern des Grazer „acib“ rund um Pichler und Dissertantin Sandra Moser ist es nämlich gelungen, Ambrox erstmals bio-synthetisch im Labor zu erzeugen. „Wir haben einen neuen Stoffwechselweg in die Hefe ,Pichia pastoris‘ eingebracht und füttern sie mit Zucker, um Ambrox in einer bisher ungeahnt guten Qualität zu erhalten.“


Quergefragt:

Wie weit ist die Forschung?
Wir sind noch im Laborstatus.

Was ist der Benefit?
Die kostengünstige Produktion.

Wer profitiert?
Hersteller, Umwelt und Kunden.


Das könnte Sie auch interessieren

„Steuerflucht geht zu Lasten der kleinen Betriebe", so Hotelier Philipp Florian.

Was stört Sie eigentlich an Airbnb?

Traditionshotelier Philipp Florian pocht auf gleiche Spielregeln für Hotelerie und US-Plattformen im Gespräch mit der „Steirischen Wirtschaft“. mehr

Insgesamt hat Stahl Judenburg seit 2017 mehr als drei Millionen Euro in den Klimaschutz investiert.

Murtaler Stahlköche senken Klimabilanz

Die Stahl Judenburg spart  den jährlichen Energieverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts ein – und zwar täglich. mehr