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Kultwirt muss wegen Raucher in den Knast

Das Schiwago in Dobl ist Kult, nicht nur weil dort Falco ein und aus gegangen ist. Nun steht das Lokal aber vor dem Aus.

Robert Fuchs
© Foto Fischer Robert Fuchs

Solche Post wünscht sich niemand. Just vor seinem 77. Geburtstag erhielt der Kultwirt und Betreiber der Tanzbar Schiwago in Dobl, Robert Fuchs einen Brief der es in sich hatte. „Aufforderung zum Antritt der Ersatzfreiheitsstrafe.“ Sechs Tage und drei Stunden muss Fuchs hinter schwedische Gardinen: „Und das alles nur, weil sich meine Gäste nicht ans Rauchverbot gehalten haben.“ Mit schwerwiegenden Folgen, denn die legendäre Disco, in dem schon Falco ein und ausgegangen ist, steht nun vor dem Aus. Mit der Strafe könnte nämlich Fuchs auch seine Konzession verlieren. Der Gastronom schäumt: „Ich bin wirklich schockiert. Aus baulichen Gründen ist mein Lokal ein Nichtraucherlokal geworden. Ich kann aber nicht verhindern, dass manche Gäste sich eine Zigarette anzünden.“ In besagten Fall hätten von etwa 300 Gästen drei geraucht, wobei einer ohnehin eine E-Zigarette verwendet habe, so Fuchs. Er fühlt sich von der Behörde schikaniert und betont, dass er im Freien zwei Rauchzonen eingerichtet und im Lokal alle Aschenbecher entfernt hat. Eigenes Security-Personal – das nur das Rauchverbot überwachen sollte – kann sich Fuchs nicht leisten.

Insgesamt wackeln 18 Arbeitsplätze 

Von der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung hagelt es aber Anzeigen. Zuletzt war es eine 5.000 Euro Strafe, die Fuchs nun als Ersatzfreiheitsstrafe absitzen will. Da Fuchs wegen der Affäre auch die Konzession verlieren könnte ist nicht nur die legendäre Disco in Gefahr. „Da hängt auch meine Pizzaria in Lieboch dran. Ich beschäftige insgesamt 18 Mitarbeiter“, so Fuchs. Die Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung war auf Anfrage der „Steirischen Wirtschaft“ nicht bereit den Fall zu kommentieren. „Aus Datenschutzgründen können wir leider nichts dazu sagen“, erklärt Sandra Steineder, Leiterin des Anlagenreferats. Unverständnis für die Situation zeigt WKO Steiermark Präsidenten Josef Herk: „Selbstverständlich stehen wir dazu, dass gesetzliche Bestimmungen ausnahmslos einzuhalten sind. In diesem Fall aber schießt die Behörde über das Ziel hinaus: Ein 77-Jähriger, der hinter Gitter muss, weil die Gäste in seinem Lokal geraucht haben –  das steht zumindest laut meinem Hausverstand in keinerlei Relation.“


von Michael Neumayr
E michael.neumayr@wkstmk.at

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