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"Kreative erwirtschaften 1,6 Milliarden"

Was bleibt von „City of Design“ und anderen großen Kreativprojekten übrig? Zum zehnten „Geburtstag“ des Designmonats zieht CIS-Chef Eberhard Schrempfim Interview Bilanz über ein höchst kreatives Jahrzehnt.

Eberhard Schrempf ist Geschäftsführer der Creative Industries Styria.
© Foto Fischer Eberhard Schrempf ist Geschäftsführer der Creative Industries Styria.
Zum zehnten Mal findet nun der Designmonat Graz statt. Wie resümieren Sie als Organisator und Geschäftsführer der Creative Industries Styria – kurz CIS – diese
Design-Dekade?

Eberhard Schrempf: Was den Designmonat betrifft, so war der letztjährige mit mehr als 91.000 Besuchern und 101 teilnehmenden Projektpartnern der erfolgreichste der zehnjährigen Geschichte. Von 2009 bis 2017 präsentierten die Kreativen in Kooperation mit steirischen Unternehmen ihre Projekte vor insgesamt 593.129 Besuchern. Wenn wir aber von den Arbeit der CIS insgesamt sprechen, so steht hier das Aufbauen eines starken Netzwerkes im Vordergrund. Heute zählen wir etwa 6.000 Kreative, für die wir als Cluster Kontakte knüpfen. Unsere Aufgabe ist aber nicht nur die Transformation von Design­leistungen in die heimische Wirtschaft, sondern auch die Präsentation des Landes als Kreativhotspot über die österreichischen Grenzen hinweg – nicht zuletzt aufgrund der hier gebündelten Kräfte trägt die Landeshauptstadt seit 2011 auch den Titel UNESCO City of Design.

Was zur Frage führt, was von großen Namen wie City of Design oder dem eines Designmonats am Ende des Tages übrigbleibt…
Schrempf: Ich bin es mittlerweile leid, im Gegensatz zu den anderen Cluster-Organisationen im Land die CIS immer wieder erklären zu müssen. Denn nur weil wir Projekte organisieren, glaubt die Öffentlichkeit, dass wir auch für deren langfristigen Verlauf verantwortlich sind. Aber das sind wir nicht. Wir stellen und pflegen als Plattform die Netzwerke. Wir sind die Organisatoren, wir sind die Supporter und Supplier von Informationen und Knowhow zur heimischen Kreativwirtschaft. Aber arbeiten müssen die Unternehmen schon selbst. Von einem Autocluster verlangt ja auch keiner, dass dieser das ganze Jahr hindurch am Hauptplatz alle Neuwagen seiner Betriebe mit Pomp und Trara zur Schau stellt.

So gesehen ist der Designmonat eine Ausnahme – was die Zurschaustellung betrifft…
Schrempf: Ganz genau. Aber noch einmal: Wir sind nur der Schirm, unter dessen Fläche Möglichkeiten geschaffen werden, sich als Kreativunternehmen zu zeigen.

Wie sonst unterstützt die CIS hier Unternehmen?
Schrempf
: Neben dem Designmonat verbinden und präsentieren wir Kreativleistungen bundesweit und international mit dem Design­forum Steiermark. Nicht zu vergessen das Projekt „Erlebniswelt Wirtschaft“, in dem mittlerweile 57 steirische Betriebe ihre Türen für alle interessierten Besucher öffnen. Einen starken wirtschaftlichen Impuls setzt auch die Initiative „Design Transfer“.

Was kann man sich darunter genau vorstellen?
Schrempf
: Mit diesem Service bringen wir Firmen mit Kreativen zusammen. Ganz aktuell ist ein Projekt von drei Designern und Architekten mit der H+S Zauntechnik, die gesagt hat: „Wir wollen Leadership im Zaunbau. Wir wollen den Zaun neu denken.“ Die Kreativen haben hier Prototypen für Costumized Fences entwickelt.

Bleiben wir bei den kreativen Inputs. Warum scheiterte das Beta-Lab, das ja als Kaderschmiede für den Werbenachwuchs gedacht war, bereits nach so kurzer Zeit?
Schrempf
: Nur weil kreativ draufsteht, ist nicht immer alles eitel Wonne. Manches funktioniert und anderes wiederum nicht. Das Beta Lab war ein mutiges Konzept des damals verantwortlichen Wirtschaftsressorts – nicht der CIS. Aber es war der falsche Zeitpunkt und dann haben auch noch ein paar Faktoren hineingespielt, die leider Missverständnisse verursacht haben.

Blicken wir in die Zukunft: Wohin geht aus Ihrer Sicht die kreative Reise?
Schrempf
: Ich denke, dass gerade das starke Voranschreiten der sogenannten Industrie 4.0 für die heimischen Kreativen wie die hier aktiven Unternehmen selbst viele spannende Möglichkeiten eröffnet. Es ist ja damit nunmehr möglich, kostengerecht auch kleinste Losgrößen zu produzieren – das schafft enormen Raum für das Ausprobieren bzw. das Umsetzen von neuen Designs und innovativen Ideen. 

Gestatten Sie zum Schluss einen erneuten Rückblick auf die letzten Jahre: Wie hat sich die Kreativwirtschaft im Steirerland entwickelt?
Schrempf
: Wir zählen rund 6.000 Kreative im Land. In den 4.350 Unternehmen der Kreativwirtschaft werden mehr als 15.000 Menschen beschäftigt und wurden zuletzt 1,6 Milliarden Euro umgesetzt. Und die Branche wächst mit 16,1 Prozent weit stärker als anderswo in Österreich.

Zur Person:

Eberhard Schrempf (geboren 1959 in Aigen/Ennstal) führt seit Gründung der Creative Industries Styria – CIS – im Jahr 2007 deren Geschicke als Geschäftsführer. Die Netzwerkgesellschaft ist im Eigentum der Stadt Graz, des Landes Steiermark (SFG) und der Wirtschaftskammer und verbindet die heimischen Kreativen mit der Wirtschaft. Alle weiteren Informationen auf www.cis.at.

 Von Veronika Pranger

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