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Korea im Blickpunkt der ganzen Welt

Nordkoreas atomares Machtspiel hält die Welt im Atem. Doch wie wirkt sich das auf die Wirtschaft aus? Wir haben nachgefragt.

Korea rückt ins Blickfeld von Wirtschaft und Politik
© Sebastian Gelbke Koreas Säbelrasseln hat eine neue Dimension erreicht. Das Land ist damit in den Fokus der Welt gerückt.

Es gibt derzeit kaum einen Tag, an dem die Koreakrise rund um zahlreiche Atomwaffen- und Raketentests nicht die weltweiten Schlagzeilen dominiert. Im Grunde ist das nichts Ungewöhnliches, denn seit Jahren hält die atomare Aufrüstung in Korea die Welt in Atem. Doch so konkret wie in den vergangenen Wochen, nach den nordkoreanischen Tests mit Interkontinentalraketen, war die Gefahr noch nie. Grund genug, bei den Wirtschaftsdelegierten in Seoul, Peking und Tokio nachzufragen, wie sich die Krise denn auf die Wirtschaft der Region auswirken könnte. An politische Krisen hat sich Franz Schröder – Wirtschaftsdelegierter in Seoul – längst gewöhnt: „Deshalb herrscht in der Metropole Seoul auch ‚business as usual‘. Doch die aktuellen Ereignisse werden in Wirtschaftskreisen reger diskutiert als sonst.“ Nervöser würde man aber vielmehr die Ankündung der amerikanischen Regierung sehen, das Freihandelsabkommen mit Südkorea aufkündigen zu wollen. „Das könnte unmittelbare Folgen auf den Export haben und wird eine antiamerikanische Stimmung fördern“, so Schröder. Das Geschäft mit Österreich boomt auf jeden Fall (siehe Zahlen rechts).
Einen besonderen Bezug zu Nordkorea hat Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Tokio, Ingomar Lochschmid: „Ich war für kurze Zeit interimistischer Leiter unseres Büros in Pjöngjang, ehe 1986 das nordkoreanische Außenwirtschafts­center geschlossen wurde.“ Damals habe man noch die Hoffnung gehabt, dass mit der Öffnung Chinas auch eine Öffnung Nordkoreas einher gehen könnte.  
Aus japanischer Sicht macht sich Lochschmid jedoch auch aktuell Sorgen: „Man merkt, dass die Anleger nervös werden. Bei internationalen Krisen gilt der japanische Yen eigentlich als Fluchtwährung und sicherer Hafen. Aktuell passierte aber erstmals das Gegenteil und der Kurs ist gefallen.“ Für österreichische Firmen sieht er aber kaum Gefahren: „Österreichische Unternehmen produzieren kaum in Japan und das Land wird auch weiterhin ein attraktiver Absatzmarkt bleiben. Ich glaube also nicht, dass sich das weiter aufschaukeln wird. Auch die Finanzmärkte werden sich wieder beruhigen.“
Für China kommt die aktuelle Krise beim Nachbarn denkbar ungünstig. „Mit dem Aufstieg Chinas zur Großmacht haben sich auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in der Region verändert“, erklärt Pekings Wirtschaftsdelegierter Martin Glatz. Doch im Grunde sei das Geplänkel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nur ein Nebenschauplatz im asiatischen Machtpoker. „Der Rückzug der USA aus dem Transpazifik-Abkommen TPP hinterlässt ‚Waisenkinder‘ denen sich China jetzt vermehrt zuwendet“, so Glatz. Das zeigte sich auch beim kürzlichen Gipfeltreffen der Brics-Staaten in Xiamen. Kritisch werden in China jedoch die Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea gesehen. Gerade die Händler in der Grenzregion hätten Unmut geäußert, sagt Glatz: „Außerdem ist der Importstopp für Kohle und Erz zwar für Nordkorea sehr schmerzhaft, führt aber wohl nicht zum endgültigen wirtschaftlichen Ruin des Landes.“

Zitate:

Ingomar Lochschmid, Wirtschaftsdelegierter in Tokio: „Bisher war der Yen für Investoren ein sicherer Hafen. Das gilt nicht mehr.“

Franz Schröder, AWO Seoul: „Koreanische Wirtschaftskreise sorgen sich mehr um die Aufkündigung des US-Freihandels als um die Bombe von Kim Jong Un.“

Marc Pildner-Steinburg: „Wirtschaftlich merkt man in Korea gar nichts von der politischen Krise. Die Zahl der Anfragen hat sich nicht verändert.“

Aktuelle Zahlen:

61
Prozent sind die österreichischen Exporte nach Südkorea bereits in den ersten fünf Monaten heuer gestiegen.
200
Prozent des BIP oder 9 Billionen (!) Euro. So hoch ist die Staatsverschuldung in Japan.
6,7
Prozent ist Chinas Wirtschaft im Jahr 2016 gewachsen.


Von Michael Neumayr

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