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Sorge um konjunkturelle Vollbremsung

Das aktuelle Wirtschaftsbarometer spiegelt den volkswirtschaftlichen Schaden durch den Lockdown deutlich wider: Dieser kostet 100 Millionen Euro pro Woche. 

Industriearbeiter blickt durch gefrästes Metallteil
© Zukunft Industrie_Kniepeiss Besorgter Blick in die Zukunft. Der Gesundheitskrise darf keine Wirtschaftskrise folgen.

Kaum hat sich die steirische Konjunktur von den Auswirkungen der Covid19-Pandemie etwas erholt, ist sie auch schon wieder ins Stocken geraten – und das bereits vor dem aktuellen Lockdown. Hauptgrund dafür waren und sind Probleme bei den Lieferketten, aber auch der fortwährende Arbeits- und Fachkräftemangel, der für jeden künftigen Aufschwung zum Flaschenhals zu werden droht. 

Dementsprechend fallen die Ergebnisse des steirischen Wirtschaftsbarometers aus, das Ende Oktober, Anfang November seitens der WKO im Rahmen einer Umfrage unter 704 steirischen Unternehmen erhoben wurde. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwar sämtliche Saldenwerte noch im positiven Bereich, aber fast überall mit den Trendpfeilen nach unten (siehe rechts). Selbiges gilt fürs Wirtschaftsklima. Hier verschlechtert sich der Saldenwert von aktuell +17,5 Prozentpunkten (hat sich verbessert: 44,6 Prozent; verschlechtert: 27,1 Prozent) auf +4,7 Prozentpunkte bei den Erwartungen (wird sich verbessern: 32,9 Prozent; verschlechtern: 28,3 Prozent). Wobei der aktuelle Lockdown in der Umfrage noch nicht einmal eingepreist ist.  „Dieser kostet der Steiermark bis zu 100 Millionen Euro pro Woche“, weiß WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk zu berichten. 

EPU am stärksten von der Krise betroffen

Ein enormer Schaden, der laut einer neuen Analyse des Instituts für Wirtschaft- und Standortentwicklung aber unter dem Österreich-Schnitt liegt. „Das kommt daher, dass wir in unserem Bundesland überdurchschnittlich viele starke Produktionsbetriebe haben, die von den Folgen des Lockdowns derzeit noch nicht so betroffen sind, wie bei den coronabedingten Schließungswellen zuvor. Denn die Grenzen sind ja nach wie vor offen“, so WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. Trotzdem gab und gibt es zwichen den einzelnen Branchen und Betriebsgrößen große Unterschiede, was den wirtschaftlichen Schaden durch Corona betrifft. Während große und mittlere Unternehmen – zumindest vor dem vierten Lockdown – noch relativ optimistisch ins neue Geschäftsjahr blickten, hat sich die Lage bei den EPU weiter zugespitzt. Mit einem Negativsaldo von -34,6 Prozentpunkten verzeichneten in den vergangenen zwölf Monaten mehr Kleinstunternehmen eine negative (55,9 Prozent) als eine positive (21,3 Prozent) Entwicklung.

Schnelle Unterstützungsmaßnahmen 

Aus diesem Grund müsse man jetzt auch alle Hebel in Bewegung setzen, um die Auswirkungen des neuerlichen Lockdowns zu begrenzen. „Gelingt es uns, die vierte Welle jetzt zu brechen und eine halbwegs normal Wintersaison sicherzustellen, dann bleiben die volkswirtschatlichen Folgen für die Steiermark langfristig überschaubar“, sind Herk und Dernoscheg überzeugt. Dafür müssen jetzt aber auch die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen schnell und unbürokratisch am Konto der Betroffenen ankommen. Der Gesundheitskrise dürfe keine Wirtschaftskrise folgen. „Wir müssen den Impfturbo zünden und endlich auch die Sozialversicherungen einbinden“, so die Spitze der WKO Steiermark.


Karl-Heinz Dernoscheg und Josef Herk vor WKO Gebäude
© Foto Fischer WKO Steiermark Präsident Josef Herk (r.) und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg: „Auch in herausfordernden Zeiten wie diesen steht die Wirtschaftskammer ihren Mitgliedern immer zur Seite.“


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