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Weiß-grüne Kochstelle für Afrikas Entwicklungsländer

Der Grazer Jungbetrieb Semina hat eine Kochstelle für Uganda, Tansania & Co. entwickelt, die sich selbst finanziert.

Montanuniversität-Leoben-Absolvent Michael Keinrath (l.) entwickelt eine smarte Kochstelle für afrikanische Entwicklungsländer.
© Semina-Energy Montanuniversität-Leoben-Absolvent Michael Keinrath (l.) entwickelt eine smarte Kochstelle für afrikanische Entwicklungsländer.

Tödlicher als Malaria: Rund vier Millionen Menschen sterben jedes Jahr an verrauchter Luft, die während des Kochens am offenen Feuer entsteht. Winzige Rußpartikel dringen dabei über Nase und Mund ins Körperinnere – und lösen dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Bronchitis aus. Insbesondere in Ostafrika sei der qualvolle Tod in Folge des offenen Feuers trauriger Alltag, weiß Michael Keinrath.

Kochstelle als Einnahmequelle

Als ihn vor vier Jahren ein NGO-Projekt nach Tansania führte, stieß er auf das Pro­blem, das ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat: Mit dem Unternehmen „Semina“ haben Keinrath und Co-Gründer Simon Brockmeier nun eine gleichermaßen gesundheitsschonende wie rauchsparende Kochstelle entwickelt, die den Einheimischen noch dazu ein Einkommen sichert. „Wir arbeiten aktuell an unterschiedlichen Prototypen, die bereits in Uganda, Kenia und Tansania eingesetzt werden“, erzählt Brockmeier.

Der Clou an der weiß-grünen Innovation: „Beheizt wird der Blech-Ofen über Biomasse – wie etwa landwirtschaftliche Abfälle. Folglich kann das Endprodukt, also Kohle, durch die Familien verkauft werden“, erklärt Keinrath das Finanzierungsmodell. Nur als Anhaltspunkt: Der Ofen soll etwa 160 Dollar pro Jahr einspielen – pro Familie. Gebaut wird die Kochstelle, die – im Vergleich – für etwa 50 Dollar in den Verkauf gehen soll, in mobilen Containern – vor Ort.

Sensoren für den Blech-Ofen

Auch über einen „Smart Meter“ denkt das Gründer-Duo, das einander an der Montanuniversität Leoben und im Zuge seines Engagements bei „Ingenieure ohne Grenzen“ kennengelernt hat, nach: „Dabei sollten Sensoren die Luftzufuhr über den Ventilator steuern“, erklärt Keinrath. Die Kosten für die dann smarte Kochstelle sollen durch den Verkauf von Daten an Organisationen wie die WHO gedeckt werden.

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