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Kleinbetriebe lassen rundes Leder rollen

„König“ Fußall hat wieder das Sagen: 134 weiß-grüne Betriebe sind diese Saison allein als Namenssponsor im Unterhaus aktiv.

Ohne die regionale Wirtschaft würde vielerorts die runde Kugel nicht mehr rollen.
© pressmaster - Fotolia Ohne die regionale Wirtschaft würde vielerorts die runde Kugel nicht mehr rollen.

Die Kugel rollt wieder: Seit Anfang des Monats werden die steirischen Sportplätze zwischen Ehrenhausen und der Ramsau wieder Woche für Woche beackert. Mehr als 330 Vereine mit fast 1.200 Mannschaften wollen heuer wieder für Torjubel, Offensivläufe und Abwehrschlachten sorgen – nicht ohne wirtschaftliches Zutun: Insgesamt 134 Teams, also mehr als 40 Prozent, tragen sogar den Namen eines steirischen Betriebs in der Vereinsbezeichnung (hier gehts zur kompletten Liste). Vom USV Jachtcharter Buchinger Waisenegg über den SV Räder Nois Tobelbad bis hin zum UFC Bäckerei Felber Strallegg: „Die heimischen Wirtschaftsbetriebe sind für den heimischen Fußball unverzichtbar. Viele Teams könnten ohne die Unterstützung der örtlichen Wirtschaft nicht überleben“, bringt es Wolfgang Bartosch, Präsident des Steirischen Fußballverbands, auf den Punkt.

Die Motivation für das regionale Engagement in Form eines Sponsorings ist unterschiedlich : Während Hans-Jürgen Resch, Geschäftsführer des gleichnamigen Gleinstättner Transportunternehmens, mit seinem Engagement die „mehr als 150 Kinder des FC Großklein auf den grünen Rasen statt vor die Play Station lockt“, sieht sich Ulli Wonisch, Geschäftsführerin von Wonisch Installationen in Pölfing-Brunn, in ihrer sozialen Verantwortung als Unternehmerin gefordert: „Wir sind der größte Installateursbetrieb im Bezirk. Dementsprechend wollen wir ein Unternehmen zum Anfassen sein – mit allem, was dazugehört.“


Was auf jeden Fall dazugehört, ist bares Geld: So berappen die heimischen Unternehmen einige Tausend Euro pro Saison für ein Namenssponsoring – wohlgemerkt in der untersten Amateurklasse, zwischen 40.000 und 100.000 Euro kostet das Sponsoring in der höchsten Amateurklasse, der Regionalliga. Spendierfreudig zeigen sich vor allem ortsverbundene Kleinbetriebe, Konzerne seien zurückhaltender, weiß Bartosch aus Erfahrung. Das wollte die Redaktion der „Steirischen Wirtschaft“ genauer wissen und schickte Anfragen an große Player, die hier in der Steiermark große Geschäfte machen, zu ihrem regionalen Engagement: Netflix reagierte auf mehrere Anfragen gar nicht, Amazon verwies auf die Entwicklung von „Projekten, die schon bald veröffentlicht werden“.


Interview mit Wolfgang Bartosch, Präsident des Steirischen Fußballverbandes:

Wie wichtig ist das Engagement der heimischen Betriebe im Amateurfußball?
Wolfgang Bartosch: „Unverzichtbar. Einige Teams könnten ohne Unterstützung der örtlichen Wirtschaft nicht überleben – vor allem im ländlichen Bereich.“ 

Wer sind die Sponsoren?
Bartosch: „Meist ist es die örtliche Wirtschaft, auch die Raiffeisenverbände sind lobend hervorzuheben. Das lokale Sportgeschehen wäre ohne diese Unterstüztung nicht möglich, die oft auch im kleinen Rahmen beginnt – etwa mit Schildern, Tafeln etc.“

Würden Sie sich ein stärkeres Engagement von großen Konzernen wünschen?
Bartosch: „Den Schwerpunkt des Sponsorings sollte grundsätzlich die örtliche Wirtschaft bilden, da nur ein solches Engagement auch Identifikation stiftet. Dennoch bin ich der Meinung, dass auch große Konzerne wie Netflix, Amazon & Co. – bei Milliardenumsätzen hierzulande – mehr soziale Verantwortung übernehmen müssten. Diese hätten definitiv auch die steuerlichen Vorteile, hier stärker zu gestalten. Anfragen von Amateurvereinen laufen dahingehend aber meist ins Leere.“


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