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Der Keksfaktor

Millionen von Keksen werden um die Weihnachtszeit vernascht: Hochbetrieb herrscht daher in den heimischen Konditoreien. So wie beim Feldbacher Traditionsbetrieb „Einfach Fitz“.

Denken Konditorei neu: Wolfgang (l.) und Dominik Fitz
© Foto Fischer Denken Konditorei neu: Wolfgang (l.) und Dominik Fitz

Weihnachten ohne Kekse? Für 71 Prozent der Menschen hierzulande schlichtweg „unvorstellbar“, auch da Torten, Kekse & Co. mehr denn je im Trend liegen (siehe oben). Konkret wandern Millionen von vorweihnachtlichen Vanillekipferl, Lebkuchen & Co. von den Zuckerbäckereien direkt in die Gaumen- und schließlich Magengegend – und sorgen so für neues Volumen. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht (siehe Zahlen unten): Davon hat sich die „Steirische Wirtschaft“ beim Adventbesuch des südoststeirischen Traditionsbetriebs „Einfach Fitz“ überzeugt.

Mit über 1.500 Stangerl Lebkuchen und über 20.000 Pralinen gehen auch beim Familienbetrieb im Dezember mehr als vier Mal so viele Naschereien als in „normalen“ Monaten über den Ladentisch. Selbst der Klassiker, das „Feldbach Karamell“, wird drei Mal so oft verkauft. Sowohl in der Stammfiliale in Feldbach wie am 2016 eröffneten Standort in Bad Gleichenberg herrscht rund um Weihnachten eine Ausnahmesituation: „Wir verarbeiten in diesem Zeitraum knapp eine halbe Tonne Schokolade“, bestätigt Konditormeister und Geschäftsführer Dominik Fitz. Um schließlich in Form von Pralinen, klassischen Keksen, Lebkuchen, Törtchen oder eben als traditionelles „Feldbach-Karamell“ in die adventliche Auslage zu wandern. Gemeinsam mit Vater Wolfgang, Mutter Inge und Freundin Melanie leitet der 32-jährige Fitz – nach unter anderem Stationen bei der renommierten Bäckerei Wienerroither in Pörtschach und als Chef-Pâtissier am Hangar 7 in Salzburg – die zuckersüßen Geschäfte bereits in fünfter Generation.

Neue Wertschätzung für den süßen Geschmack

Wenn Fitz, „Pâtissier des Jahres 2013“, leidenschaftlich vom „Keks-Faktor“, der ihn schon als Kind in den Bann gezogen hat, erzählt, weichen Zahlen und Margen in den Hintergrund, das Endprodukt ins Zentrum: „Wir wollen den Geschmack wieder näher an den Menschen bringen, Wertschätzung und Qualität forcieren“, sagt der Zuckerbäcker, während er auf Smartphone und „Apple Watch“ deutet: „Eines unserer nächsten Ziele ist daher, unsere Konditorei mit einer Live-Cam für Kunden auszustatten, um zu zeigen, unter welchen natürlichen Voraussetzungen wir agieren und unser Fein- und Süßgebäck herstellen.“

Ganz ohne Kennzahlen gehe es aber naturgemäß als regionaler Unternehmen auch nicht, weiß Fitz: „Wir streben ein gesundes Wachstum an.“ Als Anhaltspunkt: Vor dem Eintritt des Feldbacher Pâtissiers ins Familiengeschäft zählte das Unternehmen drei Mitarbeiter, mittlerweile ist man auf rund 15 angewachsen. Das Sortiment ist auf diese Strategie ausgerichtet: Vanillekipferl, Linzerrad & Co. weichen zunehmend neuen Kreationen. Oder anders ausgedrückt: Individualität anstelle von „5+1“ und „Convenience“: „Jedes Produkt wird von uns händisch gefertigt. Wir wollen einzigartige Kekse mit Wiedererkennungswert schaffen.“

Show-Faktor entscheidend

Das beginnt bei den Zutaten: Saubirne und Rum kommen von der Riegersburger Gölles-Manufaktur, der Kürbiskernlikör aus dem „Kellerstüberl“ aus Bad Gleichenberg, und selbst der für die Kiwi-Beere-Praline eingesetzte Hanf wird lokal bezogen. Nach der Produktion der Leckereien ist aber nicht Schluss mit Alleinstellungsmerkmalen: Hochzeitstorten werden etwa mit Nebel- und Lichtmaschine sowie Vorhang präsentiert. Künstler Andreas Stein hat dafür eigens eine herzförmige Vorrichtung zur Präsentation der Torten entwickelt: „Unsere Konditorprodukte müssen eine Show sein – von der Produktion bis zum Genuss“, sagt Fitz. Anleihen dafür holt er sich an der Champs Elysee: „Unsere Verpackungen sind – zumindest in Ansätzen – Louis Vuitton nachempfunden. Dort ist es gelungen, selbst aus dem Auspacken ein Erlebnis zu machen“, sagt Fitz. Umgelegt auf sein Unternehmen heißt das: Jeder Lebkuchen wird händisch verpackt – und auf jedes Detail geachtet. 

Neues Bewusstsein für süßen Genuss

Törtchen, Pralinen & Co. bleiben bei Fitz hingegen eher im Karton, nur zu Qualitäts- sowie Testzwecken sowie in seltenen Momenten greift der Marathonläufer zum Süßgebäck: „Es geht mir auch darum, wieder neues Bewusstsein für den Konsum von Süßem zu schaffen. Zucker sollte nicht im Vorbeigehen konsumiert, sondern als Genussmittel begriffen werden“, sagt Fitz. Immerhin will er ja schon bald die Bestzeit von 3.02 Stunden in Angriff nehmen … 


Keks-Facts:

  • 50 Prozent höher ist der Mehlabsatz der Marke Farina während der vorweihnachtlichen Backsaison.
  • 30 Tonnen Kekse werden von der Bäckerei von Interspar rund um die Weihnachtszeit allein für die Steiermark gebacken. 
  • 7 Tonnen Mehl werden bei Interspar rund um die Weihnachtszeit mehr verbraucht als im Rest des Jahres.  
  • 2.500 Kilogramm Butter werden allein bei Ennstal Milch im Advent in den Handel geliefert. Ein Drittel mehr als im restlichen Jahr.
  • Backen liegt definitiv im Trend. Als Anhaltspunkt: Aus österreichischen Backöfen kommen sage und schreibe 62 Millionen Kuchen und 26 Millionen Torten – jährlich.
  • Bereits 88 Prozent der Österreicher geben an, regelmäßig und in wiederkehrenden Abständen zu backen. Backen zählt damit zu den großen Hobbys von Herrn und Frau Österreicher
  • Hoch im Kurs stehen einfache und schnell backbare Kekse: 89 Prozent der Österreicher backen diese Form der Kekse am liebsten. 58 Prozent greifen beim Backen zum Ausstecher.


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