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Kalsdorfer „Motor“ läuft seit 150 Jahren

1868 gründete Adolf Finze eine Schraubenfabrik. Heute verarbeiten 370 Mitarbeiter bei Roto Frank mehrere ­tausend Tonnen Stahl zu Fenster- und Türbeschlägen sowie Verriegelungssystemen für die ganze Welt.

370 Mitarbeiter sind im weltweit operierenden Spezialisten für Tür- und Fensterkomponenten beschäftigt..
© Roto Frank 370 Mitarbeiter sind im weltweit operierenden Spezialisten für Tür- und Fensterkomponenten beschäftigt..

Gehen Sie an Ihre Tür oder öffnen Sie ein Fenster: Die Chance, dass hier Kipp-Beschläge, Türbänder oder Verriegelungssysteme made in Kalsdorf verbaut sind, ist extrem hoch. Kein Wunder aber auch, schließlich hat sich das ursprünglich 1868 von Adolf Finze als Schrauben- und Nietenfabrik gegründete Werk in den vergangenen 150 Jahren (!) – mit durchaus wechselhafter Geschichte – zum weltweit operierenden Spezialisten für Tür- und Fensterkomponenten entwickelt. Grund, den großen „Geburtstag“ entsprechend zu zelebrieren und Grund genug für die „Steirische Wirtschaft“, dem Unternehmen einen Besuch abzustatten.
Josef Zirkl, verantwortlich für die Marktsortimente bei Roto Frank, verweist beim Rundgang durch die knapp 29.000 Quadratmeter großen Produktions- und Lagerflächen vor allem auf die ins heutige Werk integrierte historische Substanz: „Ein Seitenarm der Mur fließt durchs Gelände. Damals wurden mit dem Wasser die Zahnräder für die Maschinen angetrieben. Noch heute produzieren wir mit dem kleinen Kraftwerk zwischen den Hallen unseren Strom.“
Wie stark sich Tradition und Moderne hier miteinander verbinden, wird aber nicht nur an den Gebäuden deutlich, sondern auch an der Produktion selbst. Denn auch wenn hier längst Robotik und Co. Einzug gehalten haben und permanent in Hightech investiert wird – zuletzt heuer 2,5 Millionen Euro in eine Pulverbeschichtungsanlage –, so seien es doch immer noch die geschickten Mitarbeiter, die das Erfolgsgeheimnis einst wie heute ausmachen, betont Zirkl. Er selbst hat, wie viele andere auch, hier gelernt. „Aktuell zählen wir 370 Mitarbeiter, davon 37 Lehrlinge.“
Und sie haben alle Hände voll zu tun: „20 Millionen Teile werden hier pro Jahr aus mehreren tausend Tonnen Stahl gestanzt, beim Kunststoffspritzguss sind es 250 Millionen Stück, im Zinkdruckguss sogar 300 Millionen Teile, die für die ganze Welt verarbeitet werden“, verweist Zirkl auf die große Bedeutung, die das Kalsdorfer Werk innerhalb der Roto-Gruppe hat
Aber auch im Ort selbst habe die lange Industriegeschichte ihre Spuren hinterlassen, verrät Zirkl: „Das Kalsdorfer Wappen zieren nicht umsonst drei Nägel. Denn ursprünglich war hier weit und breit nur dieses Werk und sonst nichts. Und egal, unter welchem Namen, war dieses Werk immer der treibende Motor der Region.“

Von Veronika Pranger

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