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Junge Spanier gehen in steirischen Betrieben in die Lehre

Der Fachkräftemangel spitzt sich zu: Mit einem Maßnahmenpaket will die Sparte Gewerbe gegensteuern. So werden etwa spanische Jugendliche in steirischen Betrieben „lernen“.

Bildungskooperation Österreich-Spanien
© Foto Fischer Projektkoordinator Josef Missethon, Jose Gonzalez (Unternehmerverband Teneriffa), WKO-Präsident Josef Herk, Mari Paz de Leon (Landesschulrat Teneriffa), Gewerbe-Spartenobmann Hermann Talowski (v.l.)

Keine Elektrotechniker in Sicht, kaum Installateure am Arbeitsmarkt, auch Köche und Kellner sind bei der Personalsuche immer schwerer zu finden. Mit alarmierenden Zahlen zum Fachkräftemangel rüttelt die WKO Steiermark auf: „Vor 40 Jahren gab es noch doppelt so viele Jugendliche wie heute. Die demographische Lücke wird dazu führen, dass es bereits 2024 um 40.000 mehr 60-Jährige als 20-Jährige geben wird. Bis 2030 werden der Steiermark sogar 50.000 Menschen im Haupterwerbsalter fehlen“, warnt WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk: „Auch wenn sich die Konjunkturentwicklung derzeit einbremst, bleibt der Fachkräftemangel die größte Herausforderung für die steirischen Betriebe.“

Wie akut das Problem ist, zeigt auch ein Blick auf den WKO-Fachkräfteradar. Wichtiger Indikator ist die Stellenandrangsziffer, die die neu vorgemerkten Arbeitslosen den neu gemeldeten Stellen gegenüberstellt. Im Vorjahr betrug diese bei Jobs mit zumindest Lehrabschluss 1,24. Bei einem Wert von unter 1,5 spricht man von einem Fachkräftemangel.

Gute Konjunkturlage

Trotz der generellen Eintrübung berichten die steirischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe von einer großteils guten Konjunkturlage. Für das dritte Quartal 2019 beurteilen 34 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit gut, 57 Prozent mit saisonüblich und neun Prozent mit schlecht. Auch wenn die Erwartungen in puncto Auftragseingänge und Umsätze gedämpfter sind als zuletzt, bleibt die Fachkräftesituation bei den „Mangelberufen“ wie den Elektrotechnikern dramatisch. Auf 301 Arbeitslose kommen mit Stand September 332 offene Jobs – das ergibt einen Andrang von 0,9. Noch akuter ist die Lage bei den Installateuren mit einer Relation von aktuell 50 Arbeitslosen zu 391 offenen Stellen – der Andrang liegt hier bei 0,13.

Das bestätigt auch Hermann Talowski, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk: „Als größter Lehrlingsausbilder sind wir von dieser Entwicklung massiv betroffen.“ Mit punktuellen Maßnahmen will man nun gegensteuern: „Neben breitenwirksamen Lehrlingskampagnen setzen wir jetzt auch auf unkonventionelle Initiativen, um die Unternehmen bei der Suche nach Lehrlingen und Fachkräften zu unterstützen.“

Initiative "Talents for Europe"

So vermittelt etwa die Initiative „Talents for Europe“ Jugendliche aus europäischen Ländern mit einer hohen Arbeitslosigkeit in den deutschsprachigen Raum. Im November werden die ersten acht jungen Fachkräfte aus Spanien in der Steiermark eine Lehre zum Elektrotechniker bzw. Installateur beginnen. „Eine Win-Win-Situation“, ist Talowski überzeugt, denn die Jugendlichen bekommen eine Top-Ausbildung, und die Unternehmen kommen zu Fachkräften. „In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 34 Prozent. Viele Jugendliche sind bereit, in der EU ein Bildungs- und Arbeitsangebot anzunehmen“, setzt er nach.

Um eine langfristige Bildungskooperation zu besiegeln, ist eine spanische Delegation eigens in die Steiermark gereist. Jose Gonzalez, Präsident eines Metallerverbands mit 1500 Betrieben, und Mari Paz de Leon vom Landesschulrat auf den Kanaren orten für die Jugendlichen „eine großartige Chance“, sich in den steirischen Betrieben weiterentwickeln zu können. Josef Missethon, der das Projekt entwickelt hat, sieht darin viel Potenzial: „Der Bedarf ist auf beiden Seiten gegeben. Wir sind schon in fünf Regionen in Spanien vertreten.“

Projekt "Zweite Chance"

Eine weitere Initiative ist eine Kooperation der Sparte mit dem AMS. Mit dem Projekt „Zweite Chance“ sollen Jugendliche angesprochen werden, die im ersten Anlauf keine Lehrstelle gefunden haben – die Rede ist von bis zu 200 Jugendlichen. Eine Lehrstellen-Job-Börse soll Ende November die jungen Menschen und die Betriebe zusammen führen.

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