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Jobwechsel in der Schwangerschaft

Viele Unternehmer fragen an, ob eine einvernehmliche Auflösung auch bei Schwangerschaft undElternschaft möglich ist. Was sagt die Expertin?

Selbstverständlich steht es auch werdenden Müttern in Unternehmen frei, den Arbeitsplatz „geschützt“ zu wechseln.
© lev-dolgachov AdobeStock Selbstverständlich steht es auch werdenden Müttern in Unternehmen frei, den Arbeitsplatz „geschützt“ zu wechseln.
Eine einvernehmliche Auflösung kommt zustande, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmerin über die Beendigung und den Termin einig sind. Schriftlichkeit ist grundsätzlich nicht erforderlich, auch wenn diese aus Beweisgründen immer empfehlenswert ist. Kirsten Fichtner-Koele, Expertin im WKO-Rechtsservice: „Bei Mütter- und Vätergeschützten ist jedoch für die Zeit des besonderen Kündigungsschutzzeitraumes (bis längstens vier Wochen nach dem vierten Lebensjahr des Kindes) zwingend die Schriftlichkeit der Vereinbarkeit vorgesehen.“

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und bei allen Lehrlingen ist überdies vor Abschluss der Vereinbarung vom Arbeits- und Sozialgericht oder der Arbeiterkammer eine schriftliche Belehrung einzuholen, wonach die Arbeitnehmerin über ihren Schutz nach dem Mutterschutzgesetz und bei Lehrlingen auch nach dem Berufsausbildungsgesetz belehrt wurde. Bei minderjährigen Lehrlingen ist zusätzlich die Zustimmung beider Elternteile einzuholen. Eine unwirksame einvernehmliche Auflösung berechtigt die Arbeitnehmerin zur Wahl zwischen dem Fortbestand des Dienstverhältnisses und großer Kündigungsentschädigung. Fichtner-Koele: „Weiß die Arbeitnehmerin bei Unterfertigung der einvernehmlichen Auflösung noch nichts von ihrer Schwangerschaft, ist sie nach Wegfall des Hinderungsgrundes ihrer Unkenntnis berechtigt, den Auflösungszeitpunkt auf den Tag vor Beginn des Beschäftigungsverbotes erstreckt zu bekommen.“ Wichtig ist, dass die Arbeitnehmerin ihre Schwangerschaft unmittelbar, nachdem sie davon erfährt, dem Arbeitgeber mitteilt und auch umgehend eine Schwangerschaftsbestätigung vorlegt, um die Erstreckung zu erhalten. Die Expertin: „Es gebührt folglich Entgelt ab der Erklärung, arbeitsbereit und arbeitswillig zu sein.“

Alle Infos zum Thema: 
WKO-Rechtsservive, Tel. 0316/601-601, E-Mai: rechtsservice@wkstmk.at


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