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„Jetzt legst di um zehn Prozent nieder“

Die Posse um die Mehrwertsteuer in Beherbergungsbetrieben ist beendet. Im Herbst wird die Steuer wieder von 13 auf zehn Prozent gesenkt.

Hotelzimmer in einem Koffer
© Hochsteiermark, ikarus.cc Zehn Prozent MWSt auch für das Zimmer im Koffer: „Hotel“ am Freizeitteich Seebach bei Turnau.

Ein langes Leben war der unliebsamen Steuererhöhung nicht beschieden, die erst 2016 beschlossen wurde. Dafür hat sie den Hoteliers viele schlaflose Nächte beschert. Im November soll, nicht zuletzt aufgrund des Einsatzes der WKO, der Satz von 13 Prozent wieder auf zehn Prozent zurückgeschraubt werden, was in der Branche auf unglaublich große Erleichterung stößt. „Durch diesen Schritt wird nun endlich der Status quo für die heimischen Beherbergungsbetriebe wiederhergestellt“, sagt Hans Spreitzhofer, Obmann der Fachgruppe Hotellerie. 

Kein Geschenk

Der Hotelier pocht darauf, „dass die Senkung kein Geschenk für die heimischen Touristiker ist, sondern eine dringend notwendige Anpassung an europaweit niedrige Umsatzsteuersätze“. So ist in 20 von 28 EU-Staaten der Satz für die Hotellerie niedriger als in Österreich. Spreitzhofer: „In unseren unmittelbaren Nachbarländern und stärksten Mitbewerbern Deutschland und Schweiz wurde er sogar auf sieben bzw. sogar 3,8 Prozent reduziert.“ Mit der Senkung der Steuer ist auch ein großer Unsicherheitsfaktor vom Tisch, „weil Zimmer (13 Prozent) und Frühstück (zehn Prozent) künftig endlich wieder mit dem gleichen Satz besteuert werden. Wir müssen bei Finanzprüfungen nämlich belegen, wie hoch der Kostenanteil des Frühstücks am Zimmerpreis ist, was unter Umständen zu Steuernachforderungen führen kann.“ Ob die Preise für Übernachtungen ab November sinken werden, das beantwortet Spreitzhofer mit einem (mitleidigen) Lächeln: „Wir haben die Erhöhung selbst getragen und werden jeden Cent, der zusätzlich in den Kassen bleibt, investieren und damit die Wertschöpfung in der Branche steigern.“ Was der Obmann mit Sicherheit sagen kann, ist, „dass die Zimmerpreise aufgrund der Steuerreduzierung in nächster Zeit nur moderat steigen werden“. Spreitzhofer hofft jetzt noch auf eine Verkürzung der Abschreibungsdauer, um im globalen Wettbewerb noch besser punkten zu können. „Die Digitalisierung macht uns immer vergleichbarer. Dafür müssen wir uns vor allem preislich rüsten.“

Das sagen die Hoteliers zur Mehrwertsteuersenkung

Josef Jausovec, Romantikhotel im Park, Bad Radkersburg: „Die Steuersenkung war wirklich allerhöchste Zeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn wirklich mehr Geld in der Kasse bleibt, dann wird in notwendige Instandhaltung investiert.“

Philipp Florian, Parkhotel, Graz: „Ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Standortstärkung, der längst fällig war. Geld, das wir sparen, investieren wir in unsere Mitarbeiter, die unser größtes Kapital sind. In höhere Löhne und Schulungen.“ 

Gottlieb Stocker, Schwaigerhof, Rohrmoos, Schladming: „Diese Erhöhung 2016 war ein wirklich sinnloser bürokratischer Aufwand für uns. Im Gegenzug zur Steuersenkung werden wir Preise nur sehr moderat erhöhen.“

Alfred Grabner, Sporthotel Grabner, Kapfenberg. „Diese  Erhöhung hätte sich die Regierung sparen können, wir müssen unsere Kassen wieder umstellen. Wichtig wäre jetzt, endlich diese leidige Raucherdebatte zu beenden. Sie schadet der Branche.“


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