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Italien im Würgegriff des Coronavirus

In Italien hat das Corona­virus Menschen und Wirtschaft in die Knie gezwungen. Wir haben mit der Wirtschaftsdelegierten vor Ort gesprochen.

Mann mit Atemmaske in Venedig
© vchalup, stockadobe Venedig: Wo sich sonst Zigtausende durch Straßen und Kanäle drängen ist alles menschenleer.

Nichts ist mehr so, wie es einmal war in Italien: Nur wenige Wochen nach Bekanntwerden der ersten Infektionen mit dem Coronavirus hat sich der Urlaubs-Hot-Spot zum Corona-Hot-Spot Europas gewandelt. Das gesamte Land ist seit 9. März zur „roten Zone“ geworden und zeigt der Welt auf dramatische Weise vor, was passiert, wenn sich das Virus weiter ausbreitet. Denn seine Verbreitung folgt auch in anderen betroffenen Ländern einer sehr ähnlichen, exponentiellen Kurve. In Italien hat sich das Leben durch Corona grundlegend gewandelt: „Bars, Restaurants oder Parks sind geschlossen, #iorestoacasa – ich bleibe zu Hause – ist das Gebot der Stunde und die ‚Balkontreffen‘ sind mittlerweile zu einem täglichen Ritual geworden“, berichtet die Wirtschaftsdelegierte Gudrun Hager, die nach wie vor in Mailand für österreichische Firmen die Stellung hält. „Der  Wirtschaftsmotor Italiens, die Lombardei, ist besonders betroffen. Die größte Herausforderung ist die medizinische Versorgung.“ Per 16. März seien die Steigerungskurven der Infektionen in der Lombardei und Venetien aber etwas abgeflacht. Insgesamt seien – zu diesem Zeitpunkt – in Italien knapp 28.000 Menschen infiziert gewesen, davon über 10.800 allein in der Lombardei. „Ein kleiner Lichtblick wird darin gesehen, dass Italien als erstes Land Europas wieder aus der Krise kommen könnte. Der Peak der Infektionen dürfte demnächst erreicht sein“, so Hager. Größte Sorge seien die Engpässe im Gesundheitssystem, auch für Notfälle außerhalb der CoV-Infektionen. Infizierte würden nun auch aus der Lombardei in Krankenhäuser anderer Regionen eingeliefert, so Hager. 

Auch die Wirtschaft ist infiziert

Das Virus hat auch die Wirtschaft infiziert: Seine Ausbreitung einzudämmen, aber zugleich das Wirtschaftsleben weitgehend aufrechtzuerhalten erweist sich als schwierige Gratwanderung. In zahlreichen Branchen hat „Smart Working“ Einzug gehalten, für viele Italiener ist es seit Wochen Realität. Ziel war es aber auch, die Produktion möglichst aufrechtzuerhalten und Transporte ungehindert nach, von und durch das Land zu garantieren. Italien – insbesondere die stark betroffenen norditalienischen Regionen – ist Europas zweitwichtigster Industriestandort mit engen internationalen Verflechtungen. „Einige Großbetriebe wie Fincantieri, Fca, Ducati und Lamborghini haben mittlerweile aber ihre Werke geschlossen, andere wie Pirelli, Cnh Industrial, Avio, Alstrom und Leonardo reduzierten ihre Produktion“, berichtet Hager. „Alle Unternehmen sind so weit wie möglich auf ‚Smart Working‘ umgestellt, viele haben den Betrieb reduziert, manche haben ihre Mitarbeiter auf Urlaub geschickt und Veranstaltungen, Messen, Termine und Dienstreisen wurden verschoben oder abgesagt.“ Generell stünden die Lieferketten unter Druck, vereinzelt gebe es aber auch Firmen, die sogar einen Nachfragezuwachs melden, so Hager. 

Österreichische Unternehmen in Italien

Wie sich die Situation in Italien auf die zahlreichen steirischen bzw. österreichischen Unternehmen auswirken wird, die mit dem italienischen Markt eng verbunden sind, ist noch nicht absehbar. Tatsache ist, dass Italien zweitwichtigster Handelspartner Österreichs ist – mit einem Handelsvolumen von Waren und Dienstleistungen in der Höhe von 25,5 Milliarden Euro im Jahr 2018. Dabei ist die Intensität der bilateralen Handelsbeziehungen mit den vom Virus besonders stark betroffenen Regionen in Norditalien besonders ausgeprägt – hier erfolgen normalerweise etwa 80 Prozent des Warenaustausches. So exportiert Österreich in die Lombardei genausoviele Waren wie nach Spanien oder in die Niederlande. Und das Handelsvolumen Österreichs mit der Lombardei ist gleich groß wie das mit ganz Russland. Auch der Großteil der etwa 1.000 italienischen Unternehmen mit österreichischer Beteiligung befindet sich in Norditalien. Die stärksten wirtschaftlichen Verbindungen mit unserem Nachbarland bestehen beispielsweise in der Metallindustrie, dem Maschinen- und Fahrzeugbau, der chemischen Industrie und der Nahrungsmittelproduktion.

„Die Lage in Italien verändert sich permanent“, so Hager. „Deshalb ist unsere dringende Empfehlung an österreichische Firmen, mit ihren italienischen Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten in Kontakt zu bleiben, um deren individuelle Situation berücksichtigen zu können“, so Hager. 

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