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Integrationsprojekt mit viel Geschmack

Migranten auf eine Lehre in der Gastronomie vorbereiten – das ist das Ziel des Projektes Talenteküche. Wir waren vor Ort.

Gastro-Mitarbeiter vor Glasfront
© Foto Fischer Jede Woche werden die Plätze getauscht: Je sechs Jugendliche arbeiten für eine Woche im Restaurant (Service und Küche), während die anderen inzwischen die „Schulbank“ drücken.

In den letzten Tagen ist die Debatte rund um Abschiebungen von Asylwerbern in der Lehre erneut aufgeflammt – wir haben uns zu diesem Anlass ein Projekt angesehen, das zeigt, wie Integration funktionieren kann. In der „Talenteküche“ in der Grazer Reininghausstraße erhalten junge Menschen mit Asylstatus oder Aufenthaltsberechtigung aus den unterschiedlichsten Ländern seit Februar 2018 eine fachlich fundierte Vorbereitung auf eine Lehre in der Gastronomie.

Der Grund dafür ist schnell erklärt: „Im Tourismus nimmt der Fachkräftemangel inzwischen dramatische Ausmaße an. Deshalb ist der Zuzug von jungen Talenten, die auf unser Lehrausbildungssystem vorbereitet sind, umso notwendiger“, so Projektinitiator Josef Missethon, Geschäftsführer der Talenteentwicklung Missethon GmbH. Mit einem fünfstufigen Programm, das sowohl Praxis im Service und in der Küche des Restaurants als auch theoretischen Unterricht verbindet, leiste das Vorzeigeprojekt einen wichtigen Beitrag zur Integration – und hat dafür auch eine Reihe von Unterstützern gefunden: Hinter dem Projekt stehen neben Bund, Land, Stadt Graz, AMS und der WKO Steiermark nämlich auch 50 kooperierende Unternehmen aus Gastronomie und Hotellerie, die auf der Suche nach Lehrlingen sind.

„Die Unternehmen bieten zunächst Lehr-Praktikumsplätze an und wenn alles gut klappt, bekommen die Jugendlichen anschließend einen festen Lehrplatz angeboten. Danach betreuen wir die Jugendlichen und auch die Unternehmen noch weiter, falls es Probleme geben sollte“, erklärt Projektleiterin Isabella Huber.

Einer von diesen Jugendlichen ist zum Beispiel der 19-jährige Shafie, der seit einigen Jahren in Österreich lebt – und seine „Traumlehre“ durch die Talenteküche entdeckt hat: „Ich möchte gerne einen Lehre als Restaurantfachmann machen und mir dann ein eigenes Auto kaufen können“, erzählt der junge Migrant von seinen Zukunftsplänen.

Übrigens: Unternehmen, die sich für eine Zusammenarbeit inte­ressieren, können sich bei der Projektleiterin Isabella Huber melden. Kontakt unter der Nummer +43 690/40 40 41 30.

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