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„In Zukunft wird mit ,grünem‘ Öl geheizt“

Fossile Brennstoffe werden von allen Seiten scharf kritisiert. Wohin also steuert die Energiezukunft? Fachverbandsobmann Jürgen Roth und Ex-Energie-minister Reinhold Mitterlehner im Gespräch.

Die Energie-Experten Jürgen Roth und Reinhold Mitterlehner diskutieren die Frage, wohin die Reise in der Energiezukunft geht.
© Lunghammer Die Energie-Experten Jürgen Roth und Reinhold Mitterlehner diskutieren die Frage, wohin die Reise in der Energiezukunft geht.
Die österreichische Klima- und Energiestrategie 2030 hat sich der Forcierung erneuerbarer Energien verschrieben. Was sagen Sie als erster Vertreter der Energiehändler dazu?
Jürgen Roth: Eines vorweg: Die Mineralölwirtschaft bekennt sich vollkommen zu den Zielen der Klima- und Energiestrategie Österreichs. Wir sind bereit, den Weg der Dekarbonisierung hin zu einer grüneren Energiezukunft mitzugehen. Aber alle Maßnahmen, die hier gesetzt werden, müssen sowohl sozial- als auch standortverträglich sein.

Reinhold Mitterlehner: Dem kann ich nur beipflichten. Bereits in meiner Zeit als Energieminister wurde die Strategie vorbereitet – mit dem Fokus eines integrierten und, wie zuvor bereits gesagt, standortverträglichen Wegs. Viele Bereiche sind hier nicht festgeschrieben, sondern mit Interpretationsspielraum in den Umsetzungen versehen.

Wenn vieles nicht „fix“ ist, wie können die Ziele dann aber erreicht werden?
Mitterlehner:
Das Commitment aller Beteiligten, auch der Mineralölwirtschaft, ist ja da. Wichtig ist aber, dass die Politik Anspruch und Wirklichkeit im Auge behält und mit Verstand agiert. Es macht nämlich keinen Sinn, etwas auf Biegen und Brechen umzusetzen und dabei gleichzeitig Jobs zu vernichten und den Wirtschaftsstandort Österreich zu gefährden.
Roth: Ganz genau. Man muss die beiden hier bespielten Felder – die Mobilität einerseits und die Raumwärme inklusive der Sanierungen auf der anderen – umfassend betrachten. Und dann gilt es, die Ziele der Politik mit den Ansprüchen der Wirtschaft und den Erkenntnissen der Forschungseinrichtungen zu bündeln, um für den Bürger gangbare Lösungen zur Erreichung der Emissionseinsparungsziele zu finden. Keinesfalls aber dürfen die Konsumenten mit dem Andenken möglicher Verbote weiter verunsichert werden. Schauen Sie auf die Autobranche: Keiner weiß, welche Antriebe wirklich die künftig bestmöglichen und auch breitenwirksam leistbar sein werden. Was man aber geschafft hat, ist, den Kunden Angst zu machen, sich „falsch“ zu entscheiden.

Bei den Ölheizungen hat die Klimastrategie klare Vorgaben: Ab 2025 beginnt der schrittweise Ausstieg. Selbst die OMV hat vor wenigen Tagen die Förderung für Ölheizungen ad acta gelegt…
Mitterlehner
: Wenn eine OMV das tut, dann zeigt das, wie entschieden die Player für eine grünere Zukunft eintreten. Dennoch muss die Politik aber im stufenweisen Fading-out auf soziale Verträglichkeit Rücksicht nehmen, immerhin sprechen wir in Österreich von 700.000 Ölheizungsbesitzern und damit hochgerechnet von zwei Millionen Betroffenen.
Roth: Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie unbegründet Angst bei den Konsumenten geschürt wird. Denn auch ohne diese 2025-Vorgabe reduziert sich der Betrieb von sehr alten Anlagen – und von denen ist hier die Rede – bereits von selbst. Zusätzlichen Schwung in diese Sanierungen hat natürlich die Kesseltausch-Aktion gebracht. Ein neuer Heizkessel verbraucht bis zu 40 Prozent weniger Öl. Das, gepaart mit Wärmesanierung und der Koppelung mit alternativen Energien, etwa Photovoltaik, ist ein idealer Weg, um ein Vielfaches der fossilen Ressourcen einzusparen – und dieser Weg wird bereits erfolgreich beschritten. Und im Neubau sind Ölheizungen kein Thema mehr. Aber nur zum Vergleich: Der Verbrauch fossiler Energieträger im Verkehr, also Diesel, Benzin und Gas, ist um ein Achtfaches höher als beim Heizen.

Wohin geht die Energiereise? 
Mitterlehner
: Die schöne Idee, dass wir ab morgen alle rein erneuerbar-elektrisch unterwegs sein werden, wird nicht funktionieren. Das ist schon aufgrund der bisher fehlenden Investitionen in die Netze, die damit überlastet wären, nicht möglich. Es wird im Bereich der Mobilität ein Mix verschiedenster Technologien und bei der Raumwärme die intelligente Koppelung unterschiedlicher Energieträger sein.
Wird hier nicht dennoch bereits das Ende der Ölheizung eingeläutet?
Roth: Nein, denn auch mit bestehenden Anlagen kann in Zukunft „grün“ geheizt werden. Aktuell wird ein bereits marktfähiges, neues Produkt getestet. Hier handelt es sich um ein synthetisches Heizöl, das zum überwiegenden Teil aus Fett-Reststoffen besteht, das keinen Nachteil gegenüber fossilem Heizöl hat und beinahe vollständig emissionslos verbrennt. Dieses neue „güne“ Öl kann in jedem modernen Brennwertkessel eingesetzt werden.

Von Veronika Pranger

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