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Immobilien-Offensive in den Regionen

Das fordert Gerald Gollenz, Obmann der Fachgruppe Immobilientreuhänder. Plänen für eine etwaige Mietpreisobergrenze zeigt er im Interview die rote Karte.

Gerald Gollenz ist Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder und stv. Obmann des bundesweiten Fachverbands.
© Foto Fischer Gerald Gollenz ist Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder und stv. Obmann des bundesweiten Fachverbands.

Das Thema Immobilienpreise sorgt immer wieder für heiße politische Debatten, zuletzt etwa was mögliche Mietpreisobergrenzen oder die Limitierung von Mikrowohnungen betrifft. Wie stehen Sie dazu?
Gollenz:
Eine solche Obergrenze wäre aus meiner Sicht vollkommen sinnlos, denn man kann nicht alles reg­lemtieren. Die Folge wäre, dass viele Wohnungen einfach nicht mehr auf den Markt kommen würden, da die Rentabilität fehlt. Besser wäre es, das Mietrecht zu entrümpeln und zu bauen, zu bauen und nochmals zu bauen. Der Markt regelt dann den Rest. Was die sogenannten Mikrowohnungen, also Immobilien mit rund 24 Quadratmetern und weniger, betrifft, da bin ich offen gesagt auch kein Fan. Aber die Leute kaufen diese, weil sie unbedingt in Graz wohnen wollen und sich nichts Größeres leisten können.


Warum weicht man nicht auf die Regionen aus?
Gollenz:
Das ist eine gute und berechtigte Frage. Drei Gründe sind aus meiner Sicht ausschlaggebend: Nicht überall sind die entsprechenden Jobs vorhanden, dazu kommen eine unzureichende Verkehrsanbindung und eine mangelnde soziale Infrastruktur. Daran müssen wir arbeiten, denn Graz wird sich den Zuzug auf Dauer nicht leisten können. Es kann nicht sein, dass man am Land Schulen und Kindergärten schließt und diese gleichzeitig in Graz neu bauen muss, obwohl die Entfernung zur Landeshauptstadt eigentlich gering ist. Als Immobilientreuhänder fordern wir hier seit Jahren ein Umdenken und sind auch gerne Partner.


Gibt es hier von der Politik ernstzunehmende Signale?
Gollenz:
Ja, die gibt es, zuletzt etwa von Landesrat Johann Seitinger, der hier unseren Vorschlag aufgenommen hat, den Wohnbau in den Regionen zu forcieren. Und da gibt es ja auch schon erste Erfolge. In Bad Radkersburg zum Beispiel entstehen aktuell rund 100 Wohnungen. Wir müssen den Fokus aber auch noch stärker auf das Mur- und Mürztal legen. Die Politik ist hier gefordert, vor allem attraktive öffentliche Verbindungen zu schaffen. Welche Zugkraft das hat, beweist die Koralmbahn in der Weststeiermark, die hier stark angezogen hat.


Welche Trends beobachten Sie generell am Markt?
Gollenz:
In den vergangenen Monaten gab es in der Steiermark eine starke Nachfrage nach Eigentumswohnungen, wobei die Preissituation durch die starke Bautätigkeit relativ stabil geblieben ist. Vor allem in den Regionen bekommt man nach wie vor gute Immobilien um gutes Geld.


 Veranstaltung

Am 13. und 14. Juni 2019 findet die große Bundesimmobilientagung in Graz mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Regionalentwicklung statt. Infos: www.bundestag.at 


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