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Im Dreivierteltakt zu Millionenumsätzen

Am Wochenende erreicht die Ballsaison mit der 20. Auflage der Opernredoute und 2.500 Gästen ihren ersten Höhepunkt. Wir haben die Wertschöpfung dieses Events hinterfragt.

20. Auflage der Grazer Opernredoute am 27. Jänner. 2.500 Gäste werden nicht nur für ein volles Haus, sondern vor allem für eine Wertschöpfung von 1,5 Millionen Euro sorgen.
© Marija Kanizaj 20. Auflage der Grazer Opernredoute am 27. Jänner. 2.500 Gäste werden nicht nur für ein volles Haus, sondern vor allem für eine Wertschöpfung von 1,5 Millionen Euro sorgen.

Bequem zurücklehnen kann er sich erst dann, wenn die Zelte der Opernredoute am Montag Vormittag abgebrochen sind. Bis dahin steht Bernd Pürcher, Organisator der Opernredoute im Team mit Intendantin Nora Schmid und Geschäftsführer Wolfgang Hülbig, mächtig unter Strom. Eigenverantwortlich zelebriert der gebürtige Ennstaler heuer sein 19. Tanzfest in der Grazer Oper, „weil ich bei der Premiere 1998 nur hinter den Kulissen dabei war“. Und genau dort begann auch seine Karriere im (nach außen) schillernden Society-Dasein. Um sich als Jusstudent Geld zu verdienen, hat Pürcher bei den Vereinigen Bühnen angeheuert. Und ist hängen geblieben, was ihm Justitia sicher längst verziehen hat. Für die „Steirische Wirtschaft“ hat Pürcher kurz Bilanz gezogen. 

Auch wenn er schon fast zwei Jahrzehnte beim steirischen Ball der Bälle die Fäden zieht, Routine ist der Job noch immer nicht, „weil wir viele Stammkunden haben“, wie auch eine bmm-Marktstudie 2017 im Auftrag der Vereinigten Bühnen ergeben hat: 90 Prozent der Besucher sind „Wiederholungstäter“. Die Erwartungshaltung der Gäste – übrigens kommen 90 Prozent aus der Steiermark – ist daher alle Jahre wieder groß, aber auch die Bereitschaft, sich den Ballabend mit 714 Euro pro Person doch einiges kosten zu lassen. Vor allem für die ganz große Ballrobe wird mit durchschnittlich 490 Euro ganz tief in die Tasche gegriffen, wie auch Gabriela Kriebernegg vom S‘finks bestätigt: „Die Paradebälle liefern mir zwei Drittel meines Jahresumsatzes.“ Von Trends will die Roben-Spezialistin in ihrem kleinen Reich am Grazer Freiheitsplatz nicht sprechen, „weil meine Kleider sehr individuell sind“.

Auch wenn erlaubt ist, was gefällt, auf das passende Outfit wirft Pürcher höchstpersönlich ein Auge: „Der einzige Ballgast, dem ich einmal den Zutritt verwehren musste, kam in dunklen Jeans, weißem Hemd und Sakko." Und das geht gar nicht, Frack oder Smoking und das große Abendkleid öffnen alleine die Türen in den schönsten Ballsaal der Steiermark. Auf Pannen angesprochen, erinnert sich Pürcher an ein blutiges Erlebnis: „Conferencier Alfons Haider hat sich in einer Pause beim Essen so stark in die Zunge gebissen, dass die Blutung im Spital gestillt und die Wunde genäht werden musste.“ Dass die weiß-grüne Gastlichkeit Hunger auf einen „Stand“ bei der Redoute hat, das beweist ein Gesamtumsatz von knapp 140.000 Euro, den laut Studie die Caterer nach der Opernredoute 2017 angegeben haben. Insgesamt sorgen sich 350 Mitarbeiter in Küchen und an Theken  um das leibliche Wohl der Besucher, 350 Künstler für viel Stimmung und rund 50 Medienvertreter dafür, dass die Botschaft vom Event auch außerhalb des ehrwürdigen Hauses bei Lesern, Hörern und Zusehern ankommt. 50 Sicherheitsleute und 150 Techniker garantieren zudem einen auf allen Ebenen „sicheren“ Abend. 

Auch wenn die Opernredoute das Aushängeschild der weiß-grünen Ballseeligkeit ist, so brauchen hochkarätige Mitbewerber keinen Vergleich zu scheuen. Allen voran der Bauernbundball. Bauernbunddirektor Franz Tonner: „Wir erwarten heuer 16.000 Gäste.“ Aber auch der Ball der Technik, der am 26. Jänner das große Ballwochenende mit einläutet, Oberlandlerball, Tuntenball oder der Ballo di Casanova spülen der heimischen Wirtschaft nicht minder große Brocken Wertschöpfung in die Kassen.

Die Grazer Opernredoute in Zahlen:

2.500 Gäste besuchen heuer die Jubiläumsredoute, die Wertschöpfung liegt bei 1,5   Millionen Euro.

10.000 Blüten verwandeln die Oper in ein Blumenmeer, das Annemarie und Rudi Hajek komponieren. 

714,50 Euro investiert jeder Ballgast in Anreise, Kosmetik, Kleidung und gastliche Geselligkeit.

10 Prozent der Gäste kommen nicht aus der Steiermark und geben zusätzlich 100 Euro/Person für eine Unterkunft aus.

60 Prozent der Ballgäste planen definitiv, die Opernredoute im Folgejahr wieder zu besuchen.

Vor allem Wirtschaftstreibende im Bereich Tourismus, Handel oder auch der Gastronomie profitieren Jahr für Jahr besonders von den Höhepunkten der Ballsaison. Statements von weiß-grünen Unternehmerinnen und Unternehmern über die Wichtigkeit von solchen Events: 

• Gabriele Kriebernegg von „S’finks“, Graz: 

"Die Bälle in Graz bilden auf jeden Fall meine Existenzgrundlage. Von September bis Jänner erwirtschafte ich zwei Drittel meines Umsatzes."


• Christian Kleinhappel, Friseur „elfhochvier“, Graz:

"Wir sind während der Ballsaison ausgebucht mit Kunden, die auch auf den Köpfen das Besondere für einen Ball suchen."


• Florian Weitzer, Weitzer Hotels:

"Wir haben einige Gäste, die extra zur Opernredoute anreisen. Auch der Bauernbundball sorgt im Hotel und im Restaurant für viel Frequenz."

Wo die Steirer heuer noch gesellig antanzen können:

• Oberlandlerball, 2. Februar, Grazer Congress.

Bauernbundball, 9. Februar, Messecongress Graz.

• Tuntenball, 24. Februar, Grazer Congress.

Il Ballo di Casanova, 3. März im Congress Graz.

• Oststeirerball, 3. März, Forum Kloster, Gleisdorf.

• Ball der Vielfalt, 16. März, Grazer Kammersäle.


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