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"Wir dürfen die Zukunft nicht verschlafen"

Treibstoff für den wirtschaftlichen Restart – das fordert WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. Wir trafen den Jubilar – seit kurzem 60 – zum Interview.

Josef Herk im Interview
© Oliver Wolf WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk hat viel vor.

Sie haben vor kurzem Ihren 60. Geburtstag gefeiert. Ein besonderer Tag für Sie?

Herk: Er hat mich auf jeden Fall mehr bewegt als andere Geburtstage. Denn es ist schon eine Zäsur, zu wissen, dass man in einer Dekade angekommen ist, wo viele berufliche Agenden weitergegeben werden. Man reflektiert, was man noch alles tun und bewegen will. Und da kann ich nur eines sagen: Die Liste meiner Vorhaben ist trotz des neuen Kilometerstands am Lebenstacho lang.

Dann kommen wir doch gleich auf diese Vorhaben zu sprechen. Was steht denn alles auf der Liste des Josef Herk? 

Herk: Zuallererst müssen wir die aktuelle Krise überwinden. Nie und nimmer hätte ich mir träumen lassen, dass ein kleines Virus die Welt und unser aller Leben derart verändern kann. Viele Unternehmer wurden von heute auf morgen völlig unverschuldet vor existenzielle Fragen gestellt. Und diese sind trotz der vielen Hilfs- und Unterstützungspakete in manchen Branchen nach wie vor ungelöst. Die Politik darf hier niemanden im Stich lassen. Darüber hinaus müssen wir uns auch wieder verstärkt den großen Zukunftsfragen widmen, etwa was die Digitalisierung, den demografischen Wandel oder auch die Bildung betrifft. Corona hat hier viele Prozesse beschleunigt. 

Kommen wir nochmals auf die Folgen der Coronakrise zurück. Wie lange werden wir diese spüren und was braucht es für den viel zitierten Restart?

Herk: Viel kommt darauf an, ob und wie die Wirtschaft im Herbst wieder anspringen wird. Eine Grundvoraussetzung dafür ist Verlässlichkeit und Vertrauen in die Rahmenbedingungen. Das beginnt bei der Sicherung von Liquidität und reicht hin bis zu weiteren investitionsfördernden Maßnahmen, wie etwa einer Erhöhung der Schwellenwerte für Kommunen. Darüber hinaus braucht es vor allem aber auch wieder mehr Planungssicherheit. Denn wenn ich heute investiere, dann muss ich mich auch morgen darauf verlassen können, dass die Grundlagen für diese Entscheidung dieselben sind. 

Angesichts der steigenden Infektionszahlen werden die Maßnahmen aktuell wieder verschärft. Befürchten Sie einen zweiten Lockdown?

Herk: Einen solchen kann und darf es in dieser Form nicht mehr geben. Sonst drohen massive Arbeitsplatz- und damit Wohlstandsverluste, die auf Sicht ebenfalls gesundheitsgefährdend sind. Man muss hier Entscheidungen immer in der Gesamtheit der damit verbundenen Folgen abwägen. Wenn, wie vergangene Woche zum Beispiel,  Verschärfungen bei den Reisebestimmungen beschlossen werden, dann hat das nicht nur massive Auswirkungen auf den Tourismus, sondern auch auf viele andere Bereiche. Denn im konkreten Fall arbeiten rund 4.000 kroatische Berufspendler in der Steiermark, die dadurch von ihren Arbeitsplätzen ferngehalten werden. Das können und wollen wir so nicht akzeptieren, darum fordern wir hier auch die Wiedereinführung der eigentlich schon zuvor bestehenden Ausnahmeregelung. Schließlich handelt es sich da um keine Strandparty-Touristen, sondern um Facharbeiter.  

Wechseln wir zum Thema Bildung. Eigentlich hätte im September die Berufs-EM „EuroSkills“ in Graz über die Bühne gehen sollen. Wie ist der aktuelle Stand?

Herk: Durch die Verschiebung des Events auf Jänner 2021 haben sich für unser Team große Herausforderungen ergeben: Projekt- und Logistikpläne mussten angepasst werden, dazu wurden auch entsprechende Corona-Präventionskonzepte erarbeitet. Wir sind hier aber auf einem guten Weg und unser Anspruch ist es, mit einem tollen Event, bei dem Graz zum internationalen Bildungsschaufenster wird, in ein gutes Jahr 2021 zu starten. Denn Bildung ist und bleibt der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft, da braucht es jetzt die richtigen Weichenstellungen – diese dürfen wir nicht verschlafen. 

Ist der Titel für den Meister bzw. die Meisterin eine solche Weichenstellung?

Herk: Es ist ein symbolischer Schritt, aber dafür mit umso stärkerer Symbolkraft. Unser Ziel ist die Bildungsgleichstellung, diesem sind wir in den vergangenen Jahren durch die Gleichwertigkeit im Nationalen Qualifikationsrahmen, aber auch durch viele Einzelmaßnahmen wesentlich näher gekommen. Fakt ist, dass wir in den kommenden Jahren vor der großen Herausforderung stehen, die geburtenstarken Jahrgänge zu ersetzen, die nun in Pension gehen. Das wird angesichts der heute nur mehr halb so großen Anzahl an Jugendlichen wie noch in den Siebzigern eine enorme He­rausforderung. Eine Herausforderung, die wir ohne qualifizierte Zuwanderung nicht lösen können.

Zur Person: Josef Herk, verheiratet mit Notarin Valentina Herk, ist Chef der Herk GmbH, einem Karosserie- und Lackierfachbetrieb mit Sitz in Knittelfeld. Das 1957 gegründete Familienunternehmen beschäftigt 24 Mitarbeiter und bildet durchgehend Lehrlinge aus. Herk ist seit 2011 Präsident der WKO Steiermark.

Interview: Mario Lugger

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