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Heiße Technik für kalte Tage

Ein Konsortium aus EU-Experten arbeitet an einem neuartigen saisonalen Wärmespeicher – mit Lead der Gleisdorfer AEE INTEC

Projektleiter Samuel Knabl überprüft die Speicherladung im Sommer.
© oststeiermark.at–Bergmann Projektleiter Samuel Knabl überprüft die Speicherladung im Sommer.

Vor über 30 Jahren als außeruniversitäre Forschungseinrichtung gegründet, zählt das Gleisdorfer „Institut für Nachhaltige Technologien“ – AEE INTEC – längst zu den führenden Häusern, wenn es um thermische Energietechnologien und hybride Systeme, Bauen und Sanieren sowie industrielle Prozesse und Energiesysteme geht.

Zuletzt bewiesen diese oststeirischen Experten ihre Vorreiterrolle vor wenigen Monaten, als ein Waisenhaus in Polen mit einem neuartigen saisonalen Wärmespeicher „made in Styria“ bestückt wurde – das Ergebnis von mehreren Jahren Forschung gemeinsam mit einem Konsortium von elf Partnern aus acht europäischen Ländern.


„Das EU-Projekt ,Create‘ hat ein Förderungsvolumen von 5,9 Millionen Euro und verfolgt das Ziel, ein System auf Basis von thermochemischen Materialien zu entwickeln, das kompakt, wirtschaftlich und verlustfrei saisonale Wärmespeicherung in Ein- und Mehrfamilienhäusern ermöglicht“, erklärt Geschäftsführer Ewald Selvička.

Granulat statt Wasser

Vereinfacht gesagt handelt es sich hier um eine Variante, die im Gegensatz zu herkömmlichen Speichern nicht mit Wasser, sondern mit granuliertem Kaliumcarbonat arbeitet. „Ein thermochemischer Prozess sorgt dafür, dass man bei gleichem Volumen dreimal so viel Energie ohne Verluste speichern kann“, so Selvička. 2015 wurde mit der Arbeit am Projekt begonnen und diesen Winter wird das in Polen installierte System vermessen und evaluiert.

„Hier handelt es sich um ein Pilotprojekt für die angewandte Forschung“, betont Selvička. „Aber wenn die Ergebnisse weiterhin derart positiv sind, geht es im nächsten Schritt darum, dieses System auch wirtschaftlich auf Schiene zu bringen.“  

Aber auch vor der eigenen Haustür wird an der Zukunft getüftelt: „Hier wird ein anderes Speichersystem auf Basis von Reduktion bzw. Oxidation von Metall aufgebaut und in Verbindung mit Photovoltaik betrieben. Integriert in ein Mikronetz, wird damit im kommenden Jahr unsere Siedlung mit Strom und Wärme versorgt.“ 

Ewald Selvička, AEE INTEC-Geschäftsführer
© kk Ewald Selvička, AEE INTEC-Geschäftsführer





„Wir konzentrieren uns auf den Wärmesektor, denn im Energiebereich macht dieser – Industrie und Gebäude zusammen – über 50 Prozent aus. Erst dann folgen mit etwa 30 Prozent Verkehr und schließlich Strom.“

Quergefragt

Was ist das Besondere am neuen Speicher?
Bei gleichem Volumen die dreifache Speicherung.
Was folgt auf den Testlauf in Polen?
Das System muss wirtschaftlich gemacht werden.
Was motiviert Sie?
Die spannenden Themen und unser tolles Team.

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