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Neuer Handelskollektivvertrag ist Meilenstein für rund 67.400 Beschäftigte im steirischen Handel

Einfach, transparent und fair: So stellt sich das umfassend neugestaltete Gehaltssystem im Handel dar, auf das sich heute die Bundessparte mit der GPA-djp geeinigt hat.

„Die Sozialpartner haben zu einer weitreichenden Lösung gefunden, die nicht nur die heimische Handelslandschaft auf völlig neue Beine stellt. Mit dem neuen Kollektivvertrag gehen wir nämlich auch sozialpolitisch neue, vorbildhafte Wege“, betonen der steirische Spartenobmann Gerhard Wohlmuth und GPA-djp-Geschäftsführer Norbert Schunko. Höhere, attraktivere Einstiegsgehälter, 1.600 Euro Mindestlohn sowie mehr Rechtssicherheit dank detaillierter Tätigkeitsbeschreibung und Transparenz bei der Gehaltszusammenstellung sind die wesentlichen Eckpunkte des modernisierten Handels-KVs, der bis 2021 umgesetzt wird.

Als „Meilenstein“ bezeichneten heute, Montag 24. Juli 2017, GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian und der Obmann der Bundessparte Handel, Peter Buchmüller, die nun erreichte Einigung auf ein umfassendes neues Gehaltssystem im Handel. „Aus Sicht der Sozialpartner haben wir eine weitreichende Lösung erreicht. Qualität stand bei den Verhandlungen im Vordergrund, sodass nun eine komplett neue Gehaltsordnung für 404.000 Beschäftigte und 80.000 Betriebe österreichweit vorliegt“, so Buchmüller und Katzian unisono. Der neue Handelskollektivvertrag, für dessen Umsetzung ein vierjähriger Übergangszeitraum bis 2021 geschaffen wurde, betrifft in der Steiermark indirekt natürlich alle rund 20.000 Handelsbetriebe, „direkt wirkt sich das neue Gehaltssystem aktuell auf jene knapp 6.100 Arbeitgeberbetriebe aus, die rund 67.400 Mitarbeiter hierzulande beschäftigen“, ergänzt Gerhard Wohlmuth. 

Wesentliche Eckpunkte des neuen Handels-KVs sind Vereinfachungen durch künftig eine einheitliche Gehaltstafel und ein einheitliches Gehaltsgebiet für den gesamten Handel. „Dank höherer Einstiegsgehälter durch einen Mindestlohn von 1.600 Euro lässt der Handel das Image der Niedriglohnbranche hinter sich. Durch die Deckelung der Vordienstzeiten auf sieben Jahre werden erfahrene Mitarbeiter wieder leistbarer“, erläutert Wohlmuth einige Vorteile des neuen Handelskollektivvertrags. Die große sozialpolitische Vorbildwirkung im neuen Kollektivvertrag hebt der steirische GPA-djp-Geschäftsführer Norbert Schunko hervor: „Noch immer gehen fast ausschließlich Frauen zur Betreuung ihrer Kinder in Karenz. Mit der vollen Anrechnung von zwei Karenzjahren pro Kind wurde ein weiterer Schritt zum wichtigen Lückenschluss in der Einkommensschere gesetzt.“ 

Der neue Handelskollektivvertrag sorgt aber auch für ein deutliches Mehr an Rechtssicherheit, wie Wohlmuth betont: „Die Tätigkeiten der Beschäftigungsgruppen werden – anders als bisher – nunmehr detailliert beschrieben, was möglichen Rechtsstreitigkeiten vorbeugt.“ Schunko verweist ebenso auf diesen wichtigen Aspekt der Rechtssicherheit, gerade für Mitarbeiter mit All-In-Verträgen. „Das kollektivvertragliche Mindestgehalt und eine Überzahlung sind anzuführen und bilden das Grundgehalt, die Entlohnung der Überstunden ist extra anzuführen“, erläutert Schunko, „diese Transparenz wünschen wir uns für alle Branchen.“

Die heimischen Handelsbetriebe haben nun bis 2021 Zeit, um in den neuen Kollektivvertrag umzusteigen – der vierjährige Übergangszeitraum wurde geschaffen, um auf die Bedürfnisse der Betriebe Rücksicht zu nehmen und diese nicht durch die getroffenen Maßnahmen zu überfordern, so Wohlmuth. Ebenso sieht der Handelsobmann den neuen Kollektivvertrag als Ausgangspunkt für weitere Gespräche: „Es gilt die Verhandlungen zur Vereinfachung der Öffnungszeitenzuschläge zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Ebenso gibt es weiteren Gesprächsbedarf im Hinblick auf eine Lösung der Erhöhung von Gehaltsüberzahlungen.“

Summa summarum habe man aber mit dem neuen Kollektivvertrag dank neuer Bewertung von Qualifikationen und Berufsbildern sowie transparenter Einkommensdarstellung den Bedürfnissen vieler Angestellter Rechnung getragen, ist Wohlmuth überzeugt – die getroffene Einigung trage den wesentlichen Anliegen aus Arbeitgeber- wie Arbeitnehmersicht in einem vernünftigen Kompromiss Rechnung. Und auch für den Handel selbst werde der neue Kollektivvertag von großem Vorteil sein, so Wohlmuth: „Die neuen attraktiven Einstiegsgehälter, die Honorierung facheinschlägiger Qualifikationen im neuen Gehaltschema und die damit verbundenen Möglichkeiten auf höheres Einkommen und die Anerkennung der Karenzzeiten tragen sicherlich dazu bei, das Image des Handels zu verbessern.“


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
WKO Steiermark
T 0316/601-652

Dr. Martin Fill
Pressesprecher
ÖGB Steiermark
M 0664/ 6145 173

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