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Halbjahresbilanz im steirischen Einzelhandel: Bestes Ergebnis seit 2010!

3,9 Milliarden Euro Nettoumsatz hat der stationäre Einzelhandel in der Steiermark von Jänner bis Juni erwirtschaftet – das entspricht einem nominellen Plus von 1,7 Prozent.

Unterm Strich ist es das beste Ergebnis seit dem Jahr 2010, denn auch die Zahl der Beschäftigten (+1,4 Prozent) ist angestiegen. „Der Aufwärtstrend im steirischen Einzelhandel hat im ersten Halbjahr deutlich an Dynamik gewonnen“, betont Spartenobmann Gerhard Wohlmuth. Selbiges gilt für den Bereich des E-Commerce. Die Zahl der Online-Shopper ist in der Steiermark mittlerweile auf 56 Prozent gestiegen und hat sich damit in den letzten zehn Jahren verdoppelt.
(v.l.): Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria, Spartenobmann Gerhard Wohlmuth und Spartengeschäftsführer Helmut Zaponig
© Foto Fischer (v.l.): Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria, Spartenobmann Gerhard Wohlmuth und Spartengeschäftsführer Helmut Zaponig

Mehr als 20.000 Unternehmen zählt der steirische Handel insgesamt, davon rund 5.600 im Einzelhandel. Ein wichtiger und stabiler Arbeitgeber, der in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen steht. Das zeigt die aktuelle Halbjahresbilanz. In dieser weist die KMU Forschung Austria dem stationären Einzelhandel in der Steiermark (exkl. Tankstellen) ein nominelles Umsatzplus von 1,7 Prozent aus. „Das ist der beste Wert seit dem Jahr 2010“, freut sich Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel in der WKO Steiermark: „In absoluten Zahlen sind es 3,9 Milliarden Euro, die der steirische Einzelhandel im ersten Halbjahr netto umsetzen konnte. Der Aufwärtstrend hat damit deutlich an Dynamik zugelegt.“ Real, also unter Berücksichtigung des Preiseffekts, ist das Absatzvolumen um 0,6 Prozent gestiegen, da die Verkaufspreise im Einzelhandel im ersten Halbjahr 2017 im Durchschnitt um 1,1 Prozent gestiegen sind. „Die Preissteigerung im Einzelhandel fällt damit weiterhin geringer als die Inflationsrate aus“, weiß Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria zu berichten: „Wie man auch erwähnen muss, dass das Wachstum im steirischen Einzelhandel trotz aller erfreulichen Zuwächse noch etwas hinter dem Bundesschnitt liegt.“ 

Steirischer Einzelhandel schafft 600 neue Jobs im ersten Halbjahr 

Alles in allem ist die aktuelle Halbjahresbilanz aber höchst erfreulich. Denn erstmal seit dem Jahr 2014 ist auch die Beschäftigtenzahl wieder deutlich gestiegen, und zwar um 1,4 Prozent. „In absoluten Zahlen entspricht das rund 600 neuen Jobs, die der steirischen Handel im ersten Halbjahr geschaffen hat“, betont Wohlmuth. Insgesamt weist der Einzelhandel damit ca. 45.100 Beschäftigte auf. „Nach den leichten Rückgängen der vergangenen beiden Jahre ist das höchst erfreulich“, so Wohlmuth. Die Suche nach geeigneten Fachkräften sei mittlerweile nicht mehr einfach. Aus diesem Grund unterstützt die Sparte auch aktiv die Nachwuchsarbeit, etwa durch Bewerbe wie den Junior Sales Champion. Wohlmuth: „Der Handel ist ein attraktiver Arbeitgeber, der jede Menge Karrierechancen bietet. Das wollen wir noch stärker aufzeigen.“  

520.000 Steirer haben im Vorjahr online eingekauft

Ein rasantes Wachstum legt nach wie vor auch der gesamte Bereich des Onlinehandels hin. Die Zahl der Internet-Nutzer ist in der Steiermark in der letzten Dekade von 510.000 auf knapp 760.000 gestiegen. Damit nutzen bereits 81 Prozent der Steirerinnen und Steirer (16-74 Jahre) das World Wide Web, 65 Prozent auch via Smartphone. Die mobile Internet-Nutzung spielt dabei auch für den Handel zunehmend eine größere Rolle, speziell was Smartphone-optimierten Websites und Online-Shops betrifft. Insgesamt kaufen schon 56 Prozent bzw. 520.000 Steirer (16-74 Jahre) Dienstleistungen und Waren via Internet ein. Damit hat sich die Zahl der weiß-grünen Online-Shopper im Zehn-Jahresvergleich von 29 auf 56 Prozent fast verdoppelt. Besonders häufig kaufen die Steirer Bekleidung und Sportartikel via Internet (37 Prozent). Auch Reisen werden gerne übers Internet gebucht (29 Prozent). An dritter Stelle folgen Bücher, Zeitschriften und E-Books (22 Prozent), die gegenüber dem Vorjahr so wie auch die Reisen etwas weniger Online-Käufer verzeichnen. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich der Internet-Einkauf von Tickets (21 Prozent), elektronischen Geräten (21 Prozent) und Haushaltsgütern (19 Prozent). 

Für Wohlmuth braucht es aufgrund des zunehmenden Onlinehandels auch mehr politisches Augenmerk auf die Durchsetzung von fairen Spielregeln. Waren Mitbewerber früher vielleicht nur ein paar Straßen weiter beheimatet, so findet man diese heute quer über den Globus. „Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Um diese nutzen zu können müssen wir den Rahmen für einen fairen Wettbewerb garantieren“, betont Wohlmuth. Allerdings zeige die Realität heutzutage vielfach ein anderes Bild: Heimische Handelsbetriebe sehen sich da im Internet oft mit Billigkonkurrenz aus dem Ausland konfrontiert, die weder im Lohn- und Abgabenbereich noch bei den Sozialstandards vergleichbares leisten. Wohlmuth: „Hier müssen wir verstärkt die Einhaltung bestehender Gesetze im Auge halten, aber auch die Bemühungen auf europäischer Ebene verstärken. Natürlich stehen wir zum Wettbewerb, dieser muss aber nach fairen Spielregeln ablaufen.“

Servicecenter für leichteren Einstieg ins E-Business 

Aus diesem Grund hat die Sparte Handel auch ein Servicecenter namens „go online“ ins Leben gerufen (www.wko.at/stmk/go-online). Im Rahmen dessen steht allen Mitgliedern ein umfangreiches Rechtshilfe- und AGB-Paket für einen leichteren Einstieg ins E-Business zur Verfügung. Darüber hinaus bietet man gemeinsam mit einer Anwaltskanzlei kostenlose Sprechtage an. Weiters bietet man im Rahmen des Servicecenters zahlreiche Informationsveranstaltungen wie auch Messebesuche an. Auch ein Leitfaden bezüglich
E-Commerce und Smartphonetauglichkeit, Barrierefreiheit und Online-Kundenaquise in Kooperation mit der Fachhochschule Campus 02 wurde umgesetzt.


Rückfragehinweis:                                                                                   

Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652

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